Eintrag · Rheinisches Wb.
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Traube II das Wort ist allg., lautend wie Schraube (s. d.), also Rhfrk drau(f), Pl. -auwə, –auə [Birkf -ōwə], Demin. -aibχə, –aiwəlχə; Mosfrk -ǫ·u.f, Pl. -wə(n), Demin. -ę·i.fχə(n), –χər; Rip -ū:f, Pl. -və, Demin. -ȳ:fχə [NLRip -uf, Pl. -uvə, Demin. -yfχə]; Berg -ūf, –ū:f, Pl. -wən, Demin. -ȳfχən, –ȳ:-, –yfkə; Klev -ūf [NKlev -ȳf], Pl. -wə, Demin. -yfkə f. [unterschieden vom m. (s. Trauben) »Beerendolde«]: 1.a. meist Pl. wie nhd.; spricht man von Dr.ə, so meint man stets die Weindr.ə, im Gegens. zu den Jehannsdr.ə (s. u.) [an der uMos, wo der Dr. die Gesamtheit der Trauben bed., heisst die Einzelbeere Berkel, an der mMos Grane(grō:n); das Stielgerüst, an dem die Beeren sitzen, Rappe, Krappe]; weisse, rud Dr.ə [blonke, schworte Dr.ə Kemp]; Sorten: fränsch od. Franzusedr.ə, Heinsch, Muskateller, Kleinberger, Riesling (usf.); deck, schen, sösse Dr.ə [schen Dr.ə überhaupt reicher Behang] Mosfrk, Allg.; de Dr.ə blöhne wie de Maukatze (Weidenkätzchen) Siebengeb.; de Dr.ə kommen bilden sich Allg.; de Dr.ən krien (hun) den Hangk nehmen nach der Blüte durch ihre Schwere hängende Stellung ein Saar, Mos; de weisse Dr.ə lüəchte, de rude Dr. färve beginnen zu reifen Ahr; de Dr.ə färwen sich, se hon de harde Wein Bernk, — den rauhen Wein Wittl, Bernk, Zell, — krien, hon de de W., — gohn en de W., — sein schonn em W. Saar, Mos, Ahr, — han rut Nose Koch-Moselkern; sind sie so reif, dass sie schon rötl. Bäckchen haben: de Fuchs hot de Dr.ə bepisst Goar-Weiler; de Dr.ə stihn lauter (s. d.) Mos; — lautern färben sich Goar, — gen klor Wittl-Cröv, — hell Allg. — wach (weich) Kobl-Dieblich, — möll (mild) Saar, Mos, — denn (dünn) Wittl-Piesport, — klevve Ahrw, Neuw, Siebengeb., — sen wie gewichs schön ausgereift, schwarz von der roten Tr. Ahrw-Sinzig, — brochen gehen unter kräftiger Sonne der Reife entgegen Goar; platzen die noch harten Tr. infolge des Schimmelpilzes auf, so weisen se de Zähn Zell-Pünderich, uMos, Ahr; de Dr.ə stähn lauter die einzelnen Beeren stehen dicht Trier, Bernk; gepackte Dr.ə Nahe, Goar, Sieg-Honnef; volle Dr.ə Neuw-Leutesd; dat san Dr.ən ewei Ferkeln so dick Saarbg-Winchering, — Beddeljongen Wittl-Piesport; de Dr.ə rere fallen ab Allg.; glöhnige Dr.ə unreife, im Wachstum zurückgebliebene Tr. Ahr; dickhäutig Dr.ə hon decke Bocksen (Hosen) an Koch-Karden; de Dr. es deck (denn) hat hohen (geringen) Mostgehalt Mos. — Winzerregeln. Wie de Kirsche blihen, so bl. ach de Dr.ən Bernk. De Modert (St. Medardus, 8. VI.) soll den erschde blihenden Dr. krien Trier-Mehring. Jakobs Blot (Blüte) däht selde got, Margrite Bl. d. nimmer got Koch-Ernst. Johanni Bl. es immer g., Petri Bl. es auch noch g., M. Bl. deht selde g. Ahrw-Sinzig. Wann et an (in) de Blihen rent (regnet), semmer Dr.ə gewass (gewiss) Trier-Metzd. Märzschauwe (-schauern) get fette (decke) Dr.ə; Märzbiese g. Kerle we de Riese uMos. Galles han de Dr. alles Bo-Liessem. Jakobs (25. VII.) Hangk, Mechels (29. IX.) Dank Mos. Hon de Dr.ə Jakobsdag den H., so es et goden Gangk Bernk-Filzen. Jakob un Anna solle de Dr.ə hange wie Schobbekanne Neuw (Rhein). Wenn de Dr.ən Gehannsdag hängken, da ka mer Märtesdag de Gläser schwenken Bernk-Dhron. Wann't rent (regnet) op Moddergoddesdag (Mariä Heimsuchung, 2. VII.), dann bərgein de Dr.ə bös en't Fass Saarbg-Schoden, — de Dr.ə get nass, gähr e zereck bis en't Fass Koch-Ernst. Rent et an St. Barnabas, get er nicks en't Fass Mos. Wat de Hundsdag (23. VII.) gēsse, messe de Dr.ə bēsse (büssen) Zell-Trarb. Rent et of Barthelemi (24. VIII.), duht et de Dr.ə wih Mos, Nahe. Am (im) Aust (August) missen de Dr.ə kochen Trier-Mehring, Allg. Äner Dr. un äner Gäss (Geiss) get et em September net leicht ze häss Mos. — Dr. lesen abnehmen, ernten im Wingert, sobald die Dr.les(-los) gestallt es Allg. Wenn de Schuljunge Wingerte grave, da kennen se och de Dr.ə hamdrohn Koch-Ellenz. — RA.: Ei, wie schmacke de Dr.ə so gut! Ausr. aus einem Kindersp. Simm. De Dr.ə sin mej te sur, säj de Foss (Fuchs), duw kos (konnte) hen der ni bej Geld, Klevld, NBerg (s. Fuchs). De Fuss mot (mochte) ken Dr.ə; du fel (fiel) e Blatt, du lef he alt, du sät e: wann et och en Dr. gewiəs wör, hött ech se douch net gemot Dür-Gürzenich. Dem hange de Dr.ə te huəch, — sen de Dr.ə te sur er kann das zu hohe Ziel doch nicht erreichen SNfrk, Allg. An de Dr.ə! Zuruf an den Sucher beim Verstecksp., dass er suchen darf Kreuzn-Seibersb. Mer kann och van Dr.ə Weng (Wein) mache scherzh. man kann allerlei Ahr, Bo. — Wat dehste en mengen Wengert? Dr.ə fresse. Wer hat denn das befohlen? der König von Polen. Wer hat dir das geheissen? Der K. von Preussen. Tust du das noch einmal! Heinsb-Scheifendahl. — Rätsel. Schlanger di Schl., en (eins) dur et anger; de deckste Klute hangen dor bute? Trauben am Weinstock MGladb. Klenk, klank, klonder, wat hängk dor onder, on wat för Klute hangen dor bute? Mörs. Et fohr ne Jong üvver de Rheng on broch sengem Mädche Weng; he hatt wedder Krog noch Fass; woren drog he das? Neuw-Unkel. Gäht et Männche hannert Haus, hellt sei Gottverzeihmer raus; guckt de Fra zur Fenster raus un rift: loss hingeln, loss hangeln, se gin alt noch decker un langer? uSaar, Trier, Bitb (l. hangen, l. schwangen), May, Erk-Gevenich (höllt der Zockerblatz erus). Wat häste lever: ene Platz (Gebäck), en de Sonn gebacke (Kuhfladen) odder ene schwarze Mann am Galgen (rote Weintr.)? Sieg-ODollend, Sol-Burschd. — Volksgl. Es gibt im Herbst soviel Hotten Dr.ə als im Frühjahr Schanzen vorhanden waren Koch. Fault im Heumonat eine Bürde Heu, wächst eine Fahrt Dr.ən zu Mos (o. O.). — b. Johannistraube, meist Johannsdr., –kirsche, s. Wk. III 30, u. Traubel, ohne Johannes- Verbr. nach Wk. a. a. O.; Dr.ə, -eifchər, rut Dr.ə Wend-Mettw, Ottw, Merz-Riml, Saarbg-Hentern, Trier-Föhren Osbg, Wittl-Altrich, Prüm, Malm-Vith, Daun, Neuw (kurköln.), Altk-Horhsn, Schleid-Bouderath, Eusk-Ahrem Dirmerzh Kierd Lommersum, Rheinb-Wüschh, Bo-Kardrf, Sieg-Ägid Heide Wahlschd. — c. -ęifχər Preiselbeeren Ottw-Eitelborn. — d. well Dr.ə deutsche Waldrebe, Clematis vitalba Saarl-Beaumarais Hülzw, Sieg-Lichtenbg, Geilk-Randerath, Klev-Niel. — e. Hunsricker Dr.ə scherzh. Beere des Weissdorns Kreuzn-Waldalgesh, Simm-Budenb. — f. Waldeschen Dr. scherzh. Schlehen Kobl-Kapellen. — 2. übertr. a. -ȳ:fχə Bisamhyazinthe, Muscari botryoides Bo-Wesseling; -yfkə Kref-Willich. — b. en Drüfche Kiərsche, Johannesdr.ə ein Zweig voller K., J. Schleid, Altk-Wildenbg, Gummb-Berghsn, Jül-Schaufenbg, Aach-Neusen Worm, Kemp, Geld-Hinsbeck. — c. birnförm. Holzgriff am Flieger-, Nachenhaken, zum Einstemmen in die Schulter Klevld. — d. al Dr. verächtl. alte Kuh Gummb-Hückhsn; s. den Kuhn. Weintraube.
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Traube II das Wort ist allg., lautend wie Schraube (s. d.), also Rhfrk drau(f), Pl. -auwə, –auə [ Birkf -ōwə ], Demin. -…
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Cotta, M. (2026). „traubeii". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/traubeii/rhwb
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Cotta, Marcel. „traubeii". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/traubeii/rhwb. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „traubeii". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/traubeii/rhwb.
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