tranchée,
f.,
laufgraben; pl. tranchéen;
aus frz. tranchée in ders. bedeutung; eine seltene frühnhd. form mit stammbetonung transche (Götze
frühnhd. gloss. 53
b)
entstammt wie mnl. trans '
zinne' (Kilian 565 transe),
nl. trans,
engl. trench
der älteren frz. nebenform tranche (Godefroy 8, 10
c);
doch ist das wort auch in dieser betonung selbst in der fachliteratur zu ende des 16.
jh. noch nicht heimisch gewesen: von der schantzen röllandt. es ist auff ein ander manier ein statt einzunemmen ... und wirt auf frantzösisch tranchs röllandt (
tranchée roulante) genannt Fronsberger
kriegsb. (1573) 2, 88
b.
das zeigt [] auch ihre ablösung im frühen 17.
jh. durch die endungbetonende form, deren sieg über die dem deutschen gemäszere alte form den immer noch vorhandenen zusammenhang mit dem französischen bezeugt; die von Unger-Khull
steir. wortsch. 166
aus steirischen urkunden auch für das 18.
jh. beigebrachte form trantsche
ist gänzlich isoliert und deshalb wohl eine selbständige locale eindeutschung. schreibung mit sch
ist nicht ungewöhnlich. die bedeutung ist einheitlich '
laufgraben zum schutz der angreifenden im belagerungskriege'
vgl. Duesius
nomencl. (1652) 220; Apinus 535; 536; Schrader
dtsch.-frz. 2, 1375; Kinderling
reinigk. 151: in dem nun von allen diesen battereyen ohn underlasz geschossen ward, fingen wir an trencheen und laufgräben nach dem stattgraben zu verfertigen Londorp
acta publ. (1627) 1, 1566
a; vor Olmütz habe ich in den transcheen gefochten Kotzebue
s. dram. w. 8, 195;
ansätze zu einer bedeutungserweiterung '
befestigte grabenanlage zur verteidigung'
sind selten, aber alt: da aber ein groszer gewalt ankömpt, verlassen sie (
die eingeborenen) ihre häuser, so von holtz und stroh gemacht sind, und begeben sich ins gebirg, da sie etliche trencheen haben Ad. Decker
diurnal (1629) 21 (
deutlich durch die selbständige verbalableitung: [
die überläufer] erzehlten, dasz Callao de Lima rund umb getrencheert und gestärckt war
ebda 48).
als kriegstechnische wendung nach frz. ouvrir la tranchée die tranchéen eröffnen
anfangen zu graben s. Apinus 537: wenn der commendant gewahr wird, an welchen tag die trencheen vor der festung eröffnet werden sollen ... v. Fleming
vollk. teutsche soldat 551; man sagte sich ins ohr: heute nacht soll die tranchee eröffnet werden Göthe
w. 33, 287
W.; und hiemit öffneten wir sämtlich die transchehen. ein ieder seinerseits vergrub sich vor dem tod Besser
schr. 1, 53
König. bildlich: da aber die polygamie in Frankfurt derzeit noch nicht förmlich sanktioniert ist und das herz des Dessauers an Rebekka hing, so schlug er mit groszer tapferkeit alle stürme ab, die aus den verschanzungen in der Zeile, aus den trancheen der Million (
straszennamen), ... mit glühenden liebesblicken und stückseufzern auf ihn (
als heiratskandidaten) gemacht wurden Hauff
s. w. (1890) 2, 178; ich glaubte das leibhaftige Schlaraffenland zu beschreiten, als ich durch die trancheen von schinken, schlackwürsten und rauchfleisch ... vorüberzog v. Gaudy
s. w. (1844) 6, 61; ein käsefarbner bart hielt die trenscheen drauf (
furchen auf den wangen) sehr wohl verwahrt Lenz
ged. 91
Weinhold. heute ist das wort auszer gebrauch, dafür sappe, laufgraben.