thunlich,
thulich,
adj. und adv. zu thuend, zum thun geeignet, jetzt nur in der ersten form gebräuchlich. das wort ist erst seit dem 16.
jahrh. nachweisbar und in zweiter form gebildet wie baulich, festlich, möglich, kommlich, leidlich, trefflich, sterblich
u. s. w., bildungen, die schon im mhd. ein unechtes n
einschieben (kommen-, leiden-, treffenlîche
u. s. w. Weinhold
mhd. gr.2 § 297),
woraus sich thunlich
erklärt wie ansehnlich
neben ansehlich
u. s. w., vgl. gramm. 2, 695. 1017. 11) thulich (
später als thunlich
nachweisbar),
dem ein ahd. tuolîh
entsprechen würde: so wollte es ihnen auch mit gewalt nicht thulich sein. Schweinichen 2, 116; es gehet diesem wol, der so sein haus kan fassen, dasz iedes drinnen weisz, was thulich, was zu lassen. Logau 1, 3, 18; vielleicht hält zauberei den werthen printz gebunden, zu der nicht leichtlich wird ein thulich mittel funden. Hallmann
Antioch. p. 25; iedoch ist es nicht thulich noch zuträglich. Butschky
Patm. 404 (301); wenn man sie vor möglich und thulich hält 960 (662)
u. oft; thuelich, thuhlich (
neben tuhnlich)
und tuhlicht Stieler 2352; und ohne dieses stellt sich mir die sache gar nicht thulich für. Stoppe
ged. 1, 190; was diesem weniger thulich und bequem ist. Lessing 7, 251; ein vorschlag, der weder thulich noch billig ... ist. 10, 185; sogar die grundsätze .. des weisen Sokrates sind in diesem stücke nur unter gewissen umständen thulich. Wieland 2, 205; was bei tage nicht thulich war.
der neue Amadis 12, 42; indessen wünscht' ich doch, wofern es thulich ist, diesz wunder .. mit eigenen augen zu sehen. 14, 16; sache, die ich mir im stillen so thulich ausgebildet hatte. Göthe 25, 50; um die möglichkeit der ausführung .. als leicht und thulich vorzuspiegeln. 26, 32;
substantivisch: ich will wenigstens das erreichbare erreichen und das thuliche thun. 29, 7. 22) thunlich (
nd. doonlig,
möglich Dähnert 83
b): thonlich sein
Zimmer. chron.2 1, 568, 31; dasz ihme zu bleiben nit wol thuonlich oder möglich .. were. Hartfelder
die alten zunftordnungen der stadt Freiburg i. B. 1, 35, 19 (
v. j. 1575); ergreife, was du am thunlichsten zu sein vermeinest.
pers. baumg. 3, 6; ob der mensch ... andern, so viel möglich und thunlich, zu dienen trachtet. Leibnitz 1, 413; so viel es immer thunlich. 480; alle thunliche .. mittel (
anzuwenden). Chemnitz
schwed. kr. 3, 4
b; auf dasz nun aller thuenliche vorschub gegeben werde, dasz. Wegele
gesch. d. univers. Würzburg 2, 333 (
v. j. 1731); wenn du wirklich meinst, dasz dein vorschlag thunlich sei. Lessing 12, 515; als manches thunlich war, was Seneka verbeut. Wieland 10, 125; möchte es thunlich sein. H. Meyer
kl. schriften zur kunst 230, 14
neudr.; wo es nur thunlich war. Schiller 8, 324; inwiefern es thunlich sei, diese räthsel aufzuklären. Göthe 45, 327; ich halte nichts für thunlicher. 8, 81 (
in der ausg. 1773 thulicher); dieses sei um so nothwendiger ja thunlicher. 48, 158;
substantivisch: nur augenblicke bedarf der fruchtbare geist, um das gröszte thunliche zu fassen. 47, 197; auf eigene moralische bildung loszuarbeiten, ist das einfachste und thunlichste was der mensch vornehmen kann. 48, 27.