thätlichkeit,
f. ,
vgl. thätigkeit,
von dem es bis ins 17.
jh. noch nicht unterschieden ist (Stieler 2354). 11)
was thätigkeit 1 (
nun veraltet,
vgl. thätlich 1,
c) Stieler
a. a. o. Rädlein 874
a. Logau 2, 2, 73
als überschrift zu: wer nimmer nichts versucht, der weisz nicht, was er kan; die übung wirkt uns ausz; versuch, der führt uns an; wann ja der alten tugend, thätlichkeit und auf uns geerbt freiheit .. erlöschen solte. Zinkgref 1
am schlusse der vorr.; ich wündsche, das mein exempel vil eher als meine worte mich hierzu ansüszen mögen: denn meine zuwerksezzende tähtligkeiten werden vil beredsamer, als meine reden sein. Butschky
kanzl. 644. 22)
gewaltsamer angriff mit der that, violentia, vis Stieler
a. a. o. (
s. thätigkeit 2
und thätlich 1,
b): er wil (
in einer rechtssache) mit dem kopf hindurch, und sol thätlichkeit der richter sein. Schottel 1232; der verstand des menschen .. ist sehr geschäftig im zorne .. und es ist sodann kein umstand, den er nicht hervor zu suchen sinnreich wäre, um seine gemüthsbewegung zu vergröszern, wenn er dieselbe nicht sogleich zur thätlichkeit bringen kann. J. E. Schlegel
ästhet. u. dramaturg. schriften 188, 30
neudruck; meist im plural: unerhörte pressuren und thätligkeiten. Chemnitz
schwed. kr. 2, 717
b; thätlichkeiten jeder art sind nicht gefährlich: sie sind grobheiten, welche, wenn er sich die mühe geben will, er mit dem stock .. bestrafen kan. Hermes
Soph. (1776) 5, 240; dasz diesz gelüsten nicht in thätlichkeiten ausbricht. Claudius 7, 142; ein theilhandel, der schon in thätlichkeiten auszubrechen anfing. Wieland 32, 261; diesen unmuth durch reden oder thätlichkeiten auslassen. Engel 8, 366; bei jedem widerstand war das volk heftig, und gegen jeden ungläubigen bereit in thätlichkeiten auszubrechen. Göthe 20, 280; wenn ich die thätlichkeiten meiner gesellen so ziemlich abzuhalten wuszte. 24, 105; zu thätlichkeiten aufreizen 26, 310; nie würde dieses misztrauen in thätlichkeiten ausgebrochen sein, wenn. Schiller 8, 66; von thätlichkeiten abhalten. Auerbach
ges. schriften 1, 201; ein auszerordentliches, fast zu schriftlichen thätlichkeiten übergehendes misztrauen gegen alles menschliche wissen. Lichtenberg 1, 18.