têⁱkenen tê(i)ken, tê(i)knen, °getê(i)ken (Gbl. Magdebg. 32, 394),
swv.: 1. einen Hinweis auf etw. geben, anzeigen, „Jndicare” (De Man 238), dãrnâ gift men den pâcem dat t.-t dô got sek mit allen gûden kristenlü̂den vorsammende (SL 3, 289: OGB. A.). 2. ein Zeichen geben, eine Mitteilung machen. — 2.1. ein akustisches Signal geben, (bes.:) läuten, „Klinghen tekenen efte teken gheuen mit deme klenen klockiken signire” (Voc. Strals. ed. Damme 266), „vmme de gharenspise, der en schal men nicht er utdregen, er men tekent” (Lüb. ZR 204), c. A. r. de hāmer dê de hôre t. sal sal slân up unses kerspels klocken (Westfäl. Ub. 8, 143). — 2.2. ein optisches Signal geben, „Toschunden mit tekenen efte wenkende annuere innuere” (Voc. Strals. ed. Damme 415). 3. eine Gebärde, Geste machen; — dat tê(i)ken des hilligen krü̂zes t. das Kreuzzeichen schlagen, „Wan sey ȩthen oder druncken, vth oder yngengen, slaͤpen gengen oder weder vpstonden, er kleder an oder vththoͤgen, yn alle eren wercken schreuen oder tekeden sey yn dat voͤrhoueth dat teken des hylgen cruces” (D. v. Soest ed. Löer 124); refl. sik t. sich
[]kreuzigenbekreuzigen, t.e dî des morgens vȫr dîn hö̂vet dînen munt unde borst in dem nāmen des vāders unde des sȫnes unde des hilligen gê(i)stes (BC 1, 148, Nr. 334), „Teken dy myt den teken des hilgen cruces!” (Veer utersten 76). 4. (allg.:) mit einer Kennung versehen, kennzeichnen, „Tekenen merken signare notare cauterizare” (Voc. Strals. ed. Damme 405), „Merken tekenen cauteriare cacerizare signare” (
ebd. 301), „signare, tekenen, malen. merken” (Dief. nov. 38), „Signare, as-, con-” (De Man 238). 5. mit einem charakterisierenden körperl. Mal versehen, (Geistliche:) tonsurieren, mit schērene get.-et tô papen (Ssp. 1, I 5 § 63), „unde heft suluen bewilliget prester to werdende unde is darto geteykent, bescharen unde gewiget to eynem accolito van synem biscoppe” (Wasserschleben Rqu. 2, 100), (Verbrecher, Untäter:) mit ênem brantmâl an dat vȫrhö̂vet get.-et (Fabricius Island 22), (Sprw.:) „Hode dy vor den gennen de got getekent heft!” (Tunnicius 103). 6. (Wege, Grenzen:) festlegen, dat de wēge getê(i)kent unde klârlĩk gepâlet wērden (Hanserec. II 4, 170), „enen werff, als de nu tor tyt gedolet unde getekent is myt enen koeltune” (Ostfries. Ub. 1, 446), „unde hebbet dat holt unde de bleke unde de snede ghetekenet myt crücehowende unde ghemalet, alse se eweliken to ener landwere bliven scholen” (Ub. Hannover 1, 212). 7. (Wegemarken, Grenzzeichen:) mit geeigneten Markierungen versehen, wente up êne hôge pêrde bî welker pêrden licht ên stê(i)n get.-t mit êner lilien der pêrden und dēme getê(i)kenden stê(i)ne tô volgende twērs in ênen höüslach an ênen stê(i)n get.-t mit êner lilien van dēme stê(i)ne recht tô gânde an ênen ê(i)ken bôm get.-t mit ême krü̂ze unde mit drên schê(i)delkerven (Livl. Güter-Uk. 1, 371). 8. etw. mit einer Besitzmarkierung versehen, „Wen de wehre dem beclageden wert thogesecht, so leth de kleger ße vhor gerichte vthweruenn, vnd de vogt eiget ohme synen penning ahn des beklageten gude, vnd de eygendhom werdth also fordt geteikenth, wurvmme edder wurvhor, vnd de kleger lecht vp neggen penninge, dath is de pandeschilling” (Ub. Brschwg. 1, 319). 9. etw. mit einer graphischen Markierung versehen, „in eynem runden nassche getekent cum litera A Eyn bref des Rades to luneborch up sesshundert mark hovetstols” (Lüneb. Museumsber. 5/6, 79), „De ander tymmert holt / vnd mett ydt mit dem snore / vnde tekent ydt mit rodtsteine / vnd behouwet ydt / vnde circkelt ydt aff” (Bugenhagen-Bibel Jes. 44, 13), „se sneden ene roden van eme vruchtbaren bome unde braken af de twigeken unde
[]tekeneden se underschedelike unde worpen se up ein wit cleit unwarlike, unde up aventure vielen se tosamene” (Sächs. Wchr. 264). — 9.1. mit einer symbolhaften Graphie versehen, „vnde de here sede tho eme. gait mydden dorch de stad in mydden iherusalen vnde teken dat teken Tau vp der mannen vorhoufft de dar suchten vnde drouich syn vmme alle de vnwerdicheyde de ghescheen in eren myddel” (Köln. Bibel Hes. 9, 4), „Des donredages wiet man den kresemen, dar man uns allen mede tekenet to der cristenheit in der döpe” (Ssp. 1, II 66 § 2), „Als nu dat cruce predekede so worden tekent myttem hilgen cruce vntellick volk” (Schaumburger Chr. 34). — 9.2. mit einem Herkunftszeichen, Hoheitszeichen versehen, îslĩk schip schal get.-t sîn vȫr unde achter bî geswōren wrākers ... mit der stat tê(i)kene dâr dat gebûwet is (Hagedorn 53, Anm. 2). — 9.3. (Warengebinde) mit einer qualitätskennzeichnenden Markierung versehen, den schal men t. mit ênen halven dubbelden zirkel up den boddem (Hamb. Burspr. ed. Bolland 2, 241), „ere solt, dat in rechtferdigen tonnen mit erer stadt merke getekent gepacket is” (Hans. Ub. 7, 1, 298) „den Schonschen herynk, de ... na der vorgenanten ordenancie beghadet vnd wol ghepakket is, den solt de me(ke)lers tekenen vor den bodem myt eme haluen dubbelden tzyrkel” (Lüb. Ub. 10, 82). — 9.4. mit einer Handelsmarke kennzeichnen, „Item dedi twe stucke smales lowendes to hope neghet an en stucke unde holdet 91 elen, de sint aldus ghetekent: ...” (folgt die Handelsmarke; Mollwo Wittenborg 29). 10. etw. graphisch umsetzen. — 10.1. bildlich darstellen, den vānen ... an dēme was get.-et ên lêwe unde ên drāke (Sächs. Wchr. 262); — (bes.:) zeichnen, malen, „Item 3 sc. vor pappyr to teyken und to schriuen” (Elbing KR 1, 13), dat wāpen der hêrschop tô Homborch unde was gestalt nâ der formen sô hîr get.-t is (Chr.
d. d. St. 16, 482), „Zunst sall ein platmaler ein tafereil kriten, eine historie darup tekenen” (Krumbholtz Münst. Gewerbe 339), ên patrôn t. eine Musterzeichnung, eine Vorlage anfertigen (
ebd.). — 10.2. niederschreiben, verschriften, „dat sze syck nycht rychteden nha der boleuynghe, dat ghetekent was in der schraghen” (Kat. Reval 4, LXXXII); — schriftlich vermerken, verzeichnen, „dat moghen se dan och in ere boch te kenen uppe dat et vnvorgheten bliue” (Rüth. Stat. 68), „Und schriff my dat och fyn tho mit der n:o, so wil ick dat so tho boke hir ock teken” (Mickwitz 71), dat schal de dîkgrêve t. in sîn register (Pratje Altes und Neues 8, 265), dat gelt get.-t in dat entfangelbôk (Napiersky Libri redituum 127), „darmit dat ick dy kende / hebb ick dy in myne Hende / getekent hüpsch vnde fyn”
[](Anna v. Quernheim 210; nach Jes. 49, 16); — ein nichtsprachliches Zeichen zur Legitimation eines Textes anbringen, unde dê van uns nicht schrîven kȫnen unse gewōntlĩke mark mit ê(i)gner hant under geschrēven und get.-t (Stiftungsb. Husum 111). — 10.3.
*°Textanteile besonders markieren, auszeichnen, „Miniare, mit mennie anstriken / teken” (Chytr. 193). 11. (Metallwaren:) mit einer Prägung versehen; — (Münzen:) „dat se myd en slan enen penningh van veer penninghen, ghetekent myd ener sternen” (Meckl. Ub. 20, 29), mit einem Gegenstempel versehen, „Also let de Rad ... de olden gosselerschen pennige teken uppe de veer ferling myt eynem greckeschen B” (Chr.
d. d. St. 16, 420), wê der ungetê(i)kenden krossen heft unde wil sê t. lâten dê schal de müntemê(i)ster t. (
ebd. 414), „Neyn ander gelt schall hiir werich sin intonemende edder uthtogevende, danne dat hiir werich geteickent unde togelaten is” (Gött. Stat. 520); — (Edelmetall, Silberbarren:) „Vordmer scal jowelk stad tekenen dat stucke silvere mid oͤrem teken unde scal dar by middene uppe dat stucke slan eyne kroͮnen, icht men dat stucke entwey hoͮwe, dat men beyde stucke dar by bekennen kunne” (Ub. Brschwg. 7, 452); — (Schmiede-, Kunstschmiedeerzeugnisse:) „ein jeder meister soll maken klar tin sunder jenige tosate, und sall getekent werden mit den hamer und mit der kronen und sein gewontlike merk. Unse statschilt sall dar oik bei getekent werden” (Krumbholtz Münst. Gewerbe 250), ên jēwelĩk goltsmit binnen Lü̂beke dê schal sîn werk dat hê māket t. lâten mit der stat tê(i)ken alse mit dēme ārne (Lüb. ZR 215). 12. (Maßstäbe, Normgefäße, -gewichte:) eichen, mit einem Eichzeichen versehen, de wichte tô Göttingen t. māken und rechtvērdigen (Gött. Stat. 365), „So welc unse borghere wil hebben enen scepel, dhe scal dhen hebben na dhes stades mate, unde tekent na dhes stades merke” (Brem. Rqu. ed. Eckhardt 107). 13. siegeln. — 13.1. mit einem Siegel verschließen, versiegeln, hê slüt de stērnen als under ênen t. (Köln. Bibel Hiob 9, 7); (bildl.:) „De in aller mynschen handen tekent vppe dat een iuwelik syn wercke bekenne” (
ebd. 37, 7; ähnl. Sap. 2, 5). — 13.2. (Schriftstücke:) mit einem Siegel versehen, besiegeln, „To eneme orkunde alle disser dinghe so hebbe we dissen bref ghetekenet mit unses vedderen Betemannes Sconekindes ingheseghele” (Ub. Hildesh. 1, 332), „Hyrumme schreeff dat wijff breue van achas wegen vnde tekende de myt sime ringe” (Köln. Bibel III Reges 21, 8; Halberst.: besēgelen), sô hebbe wî düssen brêf gesterket unde get.-et mit des prōvestes ingesēgele unde mit unses goddeshûses ingesēgele (Ub. Hochst. Hildesh. 4, 578).
[]14. (Tuche:) mit einer qualitätskennzeichnenden Bleimarke versehen, „de warderers schoelen de laken, de se na der laken ghelegenheit wol bereidt tho synde erkennen, mit einem marcke tekenen” (Hamb. ZR 290), „Juramentum lakenstrikers: Dat du rechte meten, striken, teken unde de lude rechte berichten willest” (Gött. Stat. 443). 15. mit einer gruppenbezogenen Kennung an der Kleidung versehen, „Anno 1189 toch keiser Frederich mit groter macht na Jerusalem ... des quemen to samende vele hern und forsten tho Mentz, leten sich teken mit dem crutze” (Renner ed. Klink 1, 189), (stigmatisierend:) sô vāken ên îder jȫde âne korten get.-den heyken up der strâten ... besêhen wörde (Brschw. Beisp. ed. Mack 86). 16. als Banner, als Panier erheben, „Here dat licht dines angesichtes is getekent auer vns” (Köln. Bibel Ps. 4, 7, so auch Veghe 40; Übs. von ‚signatum est super nos lumen vultus tui' der Septuaginta), (in diesem Zusammenhang wohl auch:) „Aldus hebstu noch boven ander creaturen den menschen in gheplantet in syn sele in gheestelike claerheit dat lecht dyns aensichtes up eer herte teykenende” (Veghe ? Wyng. 15). 17. bindend vorschreiben, bestimmen. — 17.1. (Personen:) auswählen, benennen, „De here hefft gheteikent de anderen twe vnde seuentich iungeren vnde hefft se ghesant to prediken” (Jord. v. Quedlinbg. 30; nach Luc. 10, 1), „unde tekende ene dar mede enen tokamenden konnyngk” (SL 4, 520: Korner), dat de gērdenêre get.-et wērden dê uppe den vȫrschrēvenen benken ȫre krût vê(i)le hebben (Ub. Hildesh. 3, 228). — 17.2. (Termine:) ansetzen, festlegen, ümme den van Brēmen ênen dach tô t.de dâr sê bî de stēde sîk tô vorantwērdende kōmen mochten (Ub. Bremen 5, 344), „dat scrifftliken vnd ok muntliken verkundiget vnde int leste gelacht vnde getekent den hogesten vnde lesten plichtdach, vp den Dinschedach naa sunte thomas Dage nest vorleden” (Wigands Arch. 1, 4, 44), sô t.-e unde legge ich jûw dãrtô ênen stiflĩken plichtdach an der wintmȫlen vȫr der Vechte morgen dinxedach āver ses wēken (Oldenb. Ub. 8, 133). — 17.3. (Orte:) vorgeben, angeben, in êner belēgelĩken stēde dê sê ēme dâr tô t.-eden (Sudendorf 6, 173). Subst.