Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
systematisch
systematisch
System n. ‘sinnvoll in sich gegliedertes, geordnetes Ganzes’. In den Formen Sistemata Plur. (Mitte 16. Jh.), Systemate (aus dem Plur. gebildeter Dativ Sing., 1. Hälfte 18. Jh.), Systema und System (Mitte 18. Jh.) Entlehnung von spätlat. systēma n., griech. sýstēma (σύστημα) ‘aus Einzelteilen zusammengefügtes und gegliedertes Ganzes, Vereinigung, Gruppe, die in einem Staat Zusammenlebenden, Staatsgebäude, Staatsverfassung, aus mehreren Lehrsätzen zusammengesetztes Lehrgebäude (einer Kunst oder Wissenschaft)’, zu griech. synistánai (συνιστάναι) ‘zusammenstellen, -fügen, -bringen, vereinigen, zustande bringen’; vgl. griech. histánai (ἱστάναι) ‘(hin)stellen, aufstellen, errichten’. Zunächst von der Ordnung und dem Gefüge der Himmelskörper, dem Weltgebäude (Mitte 16. Jh.; vgl. Planeten-, Sonnensystem), dann (Mitte 18. Jh.) von zusammenwirkenden Teilen des menschlichen Körpers (vgl. Gefäß-, Kreislauf-, Nervensystem) sowie der gesellschaftlichen bzw. politischen Einrichtungen (vgl. Staats-, Verwaltungs-, Wirtschaftssystem). System ist vor allem ein Begriff der Philosophie und der Wissenschaft im Sinne einer ‘gegliederten Gesamtheit von Anschauungen, Erkenntnissen, Lehren’ (1. Hälfte 17. Jh.), allgemein ‘Plan, Konzept, Methode’ (2. Hälfte 18. Jh.), vgl. ein System entwerfen, ändern, System in etw. bringen. – systematisch Adj. ‘ein System betreffend, sinnvoll, geordnet, sachlich gegliedert’ (Anfang 18. Jh.), spätlat. systēmaticus, griech. systēmatikós (συστεματικός) ‘zu einem Ganzen zusammenfassend’; davon abgeleitet Systematik f. ‘planmäßiger, geordneter Aufbau einer Wissenschaft’ (Ende 18. Jh.) und Systematiker m. ‘wer ein System beherrscht, wer systematisch vorgeht, arbeitet’ (2. Hälfte 18. Jh.) systematisieren Vb. ‘in ein System bringen, nach einem Ordnungsprinzip gliedern und aufbauen’ (Anfang 19. Jh.).