Stükke n. [allg.] 1. einzelner (eine Einheit bildender) Teil eines Ganzen; Teilstück, Bruchstück. Stücke Flaisk (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@RixenRi). ’n Stück Swattbrood (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@StadtlohnSt). Stücke Holt (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@AssinghausenAh). ’n Stück Papīer (Kr. BeckumBek Kr. Beckum@VorhelmVh). Ick hewwe dat Stücke Tuig afmiätten (Kr. SoestSos Kr. Soest@OestinghausenÖh). En Stück Stoff afschnieden (WmWb). En Stück Land Ackerstück (WmWb). ’n Stücke vann’n Anger pachten (Kr. HöxterHöx Kr. Höxter@LüchtringenLü). ’n Stück Wiäges (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs). Dat es deïnes Röumes ’n klāin Stücke da hast du keinen Grund, dich zu rühmen (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs). Et gröttste Stück (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs). Ik niäme mi lüuter (immer) et klennste Stück (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs). Nu is ’t in Stücken (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe). Et is in Stücke follen zerbrochen (WmWb). In twee Stücke entzwei (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@HolsterhausenHh). In dūsent Stücke springen (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Düu maus op deïn Stücke achten musst auf deine Aufgabe achten (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs). Ūt ǟim’m Stück (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). — Ra.: Ett reengt drei Dage in een Stück (ununterbrochen, ohne aufzuhören) (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@KirchhellenKh). In dat Stück van Saaken in dieser Hinsicht (WmWb): In dat Stück van Sake mut ik di rächt gäwwen (Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@BocholtBh). Hoei es ub’m lest’n Stücke es geht mit ihm zu Ende, er stirbt bald, geht pleite (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@GohfeldGo || mehrf.). Dai baiden sin säo guet op oime Stücke, dat me nit mōl en Finger d’rtüsken stiäken kann enge Freundschaft (Kr. SoestSos WWB-Source:256:SchmBSchmB || mehrf.). — 2. bestimmte Menge eines Stoffes, Materials o.Ä., die ein in sich begrenztes Ganzes bildet. ’n Stücke witte Saib’m (Seife) (Kr. LübbeckeLüb Kr. Lübbecke@HolzhausenHh). — 3.1. Exemplar aus einer (größeren) Menge gleichartiger Teile. 80 Stücke Väih (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@BrilonBr). — 3.2. in ihrer Besonderheit auffallende Person. ’n gut Stück starke fleißige Person (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe). En gehoärich Stück mächtige Frau (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Stück van’ne Dän großes und kräftiges Mädchen (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@RecklinghausenRh). — 3.3. (in seiner Besonderheit auffallendes) Exemplar von etwas. — Ra.: Graude Stücke up oinen haulen jmdn. sehr schätzen, von jmds. Fähigkeiten überzeugt sein (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh || mehrf.). Dai hält ’n Stück op sik lässt nichts auf sich kommen; behauptet sein Recht (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs). — 3.4. In der Verbindung ’n Stük of (ef) bzw. Stükker + Zahlwort: etwa, ungefähr. ’n Stükker sässe ungefähr sechs (Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)Wal Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)@RhodenRo). Stück of toiggen etwa, ungefähr, rund zehn (Stück) (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). Hai ha sik ’n Stück of feïwe koff (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@AltenaAl). Up den Hoff wann’ ’n Stück of veer, fiew Knechte (WmWb). — 4. Butterbrot, bestrichene oder belegte Brotscheibe. Dreuge Stücke (Lippe WWB-Source:219:OesterhOesterh). ’n pa Stücker ferrich māken Butterbrote fertig machen (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@SilbachSi). — Sprichw.: En Stück inn’er Taske is biätter össe ne Fier (Feder) upp’en Heot (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@GesekeGe). — 5. Acker, Feld, Land, Garten, Beet. ’n Stück met Flass (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@WessumWe). Stücke Erpel un Bohnen in’n Gaorden (WmWb). Dat Stück lïet drāis das Stück Land liegt brach (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@ElseyEl). Dat Stück gait in de Gīärung ist unregelmäßig viereckig (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@RheineRh). Datt Stück iss all baut schon gepflügt (Kr. LüdinghausenLhs Kr. Lüdinghausen@SeppenradeSr). Hai grāwet ’ät Stücke ümme (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@AssinghausenAh). Dat Stück (Beet) gaiten (Kr. SoestSos WWB-Source:256:SchmBSchmB). Laup nit öäwer de früemden Stücke! (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). — Ra.: Up weckern Stücke woörn wui to ploögen? wo waren wir im Gespräch, im Unterricht u.Ä. stehengeblieben (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). — 6. Maß. — 6.1. Maß beim Haspeln (Tagessatz) (WmWb). Een Stück is ’n Daagwärk; dat is veertig Bind (Kr. CoesfeldKos Kr. Coesfeld@CoesfeldKf). Twäi Stücke spinn’n (Kr. LübbeckeLüb Kr. Lübbecke@GehlenbeckGb). — 6.2. Ballen Stoff von einer bestimmten Länge (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor WWB-Source:252:SchleefSchleef). — 7. Musikstück. En Stück voäspïelen (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). — 8. Tat; harmloser, lustiger Streich (Frbg.) (die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-EickelGel die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-Eickel@EickelWe). Dat es en gewget Stück ist zu gewagt, gefährlich (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@ElseyEl). Dat es ’n stāk Stücke das finde ich unerhört, ist eine Unverschämtheit (Kr. IserlohnIsl Is). ⟨Pl.: Stükke u. Stükker⟩ ¶ WWB-Source:238:RhWbRhWb 8,903: Stück II; HnVwb 3,872: Stück. Zus.:→
Arm~, Arne~, Assen~, Bakken~, Batse~, Bef~,
Beªrwen~, Biᵉke~,
Bleike~,
Blō¹me~, Bō¹g~, Bō²nen~,
Brūd~,
Būk~,
Burst~,
Buᵉter~,
Dweªrs~,
Egge~, Ende~,
Erf~, Fēsper~, Fīf-mark~,
Fīf-penninges~, Fo¹le~,
Fō¹t~,
Frō~,
Fründ~,
Fūl~, Fǖr~,
Fut~,
Gārden~,
Geld~,
Glīde~,
Gold~,
Grund~,
Hakken~,
Hals~,
Hǟrd~,
Her-ümme~,
Holt~, Kak~,
Kaputsīner-fro~,
Kǟr~,
Karbenaden~, Karten-kunst~,
Kiᵉten~,
Klafter~,
Klap~,
Klawer~,
Klump~,
Klüngel~,
Knē¹~,
Kop~,
Kram~,
Krūd~,
Krum~,
Küᵉken~,
Kunst~,
Ledder~,
Leªse~,
Liᵉpel~,
Lummer~,
Mark~,
Mester~, Middel~,
Mosterd~,
Mund~,
Nāgel~, Nakken~, Nest~, Össe~,
Pāden~, Pāge~,
Pannen~,
Pik~,
Pīpen~, Pöppel~,
Pot~,
Poªte~,
Pund~,
Rade~, Rāmen~,
Ribben~,
Rügge~, Rügge-strank~,
Rump~,
Schal~,
Schǟren~,
Schelmen~,
Schild~,
Schiᵉpel~,
Schorte~,
Schrift~,
Schulder~, Sīd~, Siᵉnep~,
Tangen~,
Fer-telle~, Trölleken~,
Trǖe~, Twī-grossen~,
Twintig-mark~, Ge-wicht~,
Wichte~, Wrāsen~, Wurst~.