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stühlein

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

stühlein n.

Bd. 20, Sp. 349
stühlein, n. , deminutivform zu stuhl, vor allem oberdeutsch, von anfang an überweigend in der form stüelin, stülin (1308) Nicolaus v. Basel 176 Schmidt; Eulensp. 24 ndr.; stiely Murner schelmenzunft 29 ndr.; stüeli Hunziker Aargau. 263; stühlein Rückert 3, 139; Hebel 2, 182; stüle Paracelsus chir. (1618) 268 Huser; Maaler 393d; für 1739 bei Fischer schwäb. 1907a; seltener als stülelein Stieler 2176; Kramer 2 (1702) 1024; stüelele Martin-Lienhart elsäss. 2, 593; Schöpf tir. 724; stuələl Schmeller-Fr. bair. 2, 752; stihlele, stijel Follmann lothr. 509; stilel Autenrieth pfälz. 137; stüelle Schröer Gottschee 220; stilla Ayrer 5, 3110 Keller; stüllein Hans Sachs 1, 437 Keller; stühllein bei Fischer schwäb. 5, 190. seit dem 14. jh. belegt, während stühlchen erst im 16. jh. auftaucht. 11) ein kleiner zimmerstuhl; stülein, kleiner stul sedra picciola Hulsius dict. teutsch-ital. (1618) 2, 364a; oft wohl nur ein kleiner holzschemel ohne lehne, so bes. mundartlich, s. Martin-Lienhart 2, 593a; Schöpf 724; Autenrieth 137: die magdt meinet, es ein warm wasser wäre, ein styelin nam und sich mit den füszen in das ynschlit stelte Montanus schwankbücher 43 lit. ver.; abhuckte sie (die alte frau) den korb auf einem stühlein Rückert w. 3, 139; bildlich und redensartlich in gewissen verbalverbindungen mit verschiedenem sinne: der tod zuckt das stüllein (in der überschrift) H. Sachs 1, 437, 1 Keller; es ist im der campast (compasz) verruckt (s. teil 5, 1684), sieht man ihm an sein gang; ihm hat einer das stilla zuckt Ayrer 5, 3110, 31 Keller; lasz ihn versuchen, wenn er nausz kumm, ob man ihn (den faulen Jann) setz auff ein stülein ebda 5, 2862, 20; stühllein machen zusammengekauert im bett liegen Fischer schwäb. 5, 1908b; aufm stühlerl sitzen (meist ironisch) sogleich bereit sein v. Delling beitr. z. e. bair. idiot. (1820) 2, 179; Schmeller-Fr. 2, 752; Schöpf tirol. 724; vereinzelt auch im allgemeineren sinne von 'plätzchen': sie (das fräulein) sprach: sie wolt mich nit verlon, ich solt in irem herzen alzeit ein stuelein hann volks- u. gesellschaftslieder d. 15. u. 16. jhs. 26, 21 Kopp. 22) in besonderer anwendung. sitz für den handwerker: und setzen die artzney auff ihren grundt, wie ein schuster sich auff sein stüle Paracelsus chirurg. bücher (1618) 268 Huser; als melkstühlchen Stalder 2, 413. als sitz für die hinzurichtenden verbrecher oder als schandbank, vgl. die nachweise bei Birlinger 414b u. Fischer schwäb. 5, 1907: was sich nicht wol gelimpfen (fügen) mag, das richt man auff ain stüeli O. v. Wolkenstein 113, 52 Schatz; so soltestu wol sitzen nider eyn mal an eyn ortly dar, do schelmen, buoben, lichte war sitzen und unwerde gest: eyn stiely bringen, wer das best, wen du nit geladen bist, oder dir monaye brist Murner schelmenzunft 29, 14 ndr.; der heimlich durch will gau, muesz auf ein stüehli stau, den hängt man an den negsten zau, und kan kein f.[urz] mehr lau K. Rattay Ostracher liederhs. 31, 2; Georg Aichelin, ein burger und schneider allhier, nachdem er vor zehn jaren vorher das andermahl sich mit dem ehebruch der krummen Eiselin übersehen, auf das stüle gesetzt urkunde v. j. 1701 in Alemannia 13, 272; a. 1739 sollten fünf mezgerbursche als nachtschwärmer auf das stüle (schandbank) gestellt werden, sie wurden aber zu stringen (schellwerken, fronen in ketten) verurteilt urk. bei Birlinger schwäb. 414b; und einer (von den richtern) überreichte ihm (dem scharfrichter) sein schwert mit dem befehl, dieser person, die auf dem stühlein sasz, den kopf abzuhauen J. P. Hebel w. 2, 182, 7 Behaghel. 33) ein kinder- oder nachtstühlchen, vgl. kinderstülelein seggietta da fanociullo Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1024a: da ward sie (die frau) gewar des under dem stülin lag (sc. den kot) Eulenspiegel 24 ndr.; sie ruckt das stülin auff die sag, da sah sie, was darunder lag und sprach: 'das hat dem kind gefehlt, der grosze dreck hat es gequelt' Fischart 2, 100 Hauffen; 44) eine kleine bank Follmann lothring. 509b; insbesondere als fuszbänkchen, scabellum stüle Maaler 393d; pedule, scabellum, id quod sub pedibus praestat utilitatem ein scabell oder stülin, das man under die füsz stellt Calepinus undec. (1568) 1042b; Hunziker Aarg. 236; Fischer schwäb. 5, 1907. 55) ein kirchenstuhl: und zuo stunt, do er in (Christus) enpfing, do ging er in sin beslossen stüelin und viel uffe sine kniu Nicolaus v. Basel leben u. schriften 176 Schmidt. 66) botanisch: stüeli die frucht vom buxus sempervirens Hunziker Aarg. 263;
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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    stühleinn.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    stühlein , n. , deminutivform zu stuhl, vor allem oberdeutsch, von anfang an überweigend in der form stüelin, stülin (13…

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Ableitung von stuehlein 2 Analysen

stuehlen + -in

stuehlein leitet sich vom Lemma stuehlen ab mit Suffix -in, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Alternativen: stuhl+-e+-in

Zerlegung von stuehlein 2 Komponenten

stuhl+ein

stuehlein setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Keine Komposita gefunden — stuehlein kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

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Cotta, M. (2026). „stuehlein". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/stuehlein/dwb?formid=S54218
MLA
Cotta, Marcel. „stuehlein". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/stuehlein/dwb?formid=S54218. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „stuehlein". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/stuehlein/dwb?formid=S54218.
BibTeX
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