stübich,
m. n. ,
packfasz, tonne, ein oberdeutsches wort. das genus schwankt sowohl in den historischen belegen (
s. u.)
wie in den mundarten. als masc. bei Vilmar
nachtr. 292; Fischer
schwäb. 5, 1896; Unger-Khull 586
a; Hintner
Defregg. 228.
als neutr. Schmeller 2, 721; Schmid
schwäb. 515; Martin-Lienhart 2, 571
a.
anscheinend ableitung zu dem freilich kaum bezeugten stüppe: in denen stüppen, darinn man saltz fret Ryff
regim. d. gesundh. (1544) 67
b.
mit stauf (
th. 10, 2, 1169) stof (
th. 10, 3, 140) stop (
th. 10, 3, 305)
und 2stübchen (
s. sp. 156)
bildet es eine sippe. neben dem regulären plural stübich,
auch stübichen,
begegnet vereinzelt stüppicher, stippicher H. J. Breuning
orient. reysz (1612) 293; Frischlin
instruction (1660) 23;
bei Schempp
feldzug in Ungarn 287 (
a. d. j. 1664).
im singular auch stubk J. v. Watt 2, 371
Götzinger, weitere formen s. u. und bei Fischer
schwäb. a. a. o. 11)
die historischen belege setzen bereits im mittelhochdeutschen ein: ir solt ze vierzec metzen einen stübich setzen ze hove neben an die stiege Seifried Helbling 2, 322
Seemüller; vgl. 2, 337; item hab 7 stüber für ein stübig geben Dürer
tageb. 89;
ebenso 76.
lexikalisch seit dem frühen 15.
jh.: Dief.
nov. gl. 349
b s. v. stopa; stubicht, ... stubichtfasz Kramer 2 (1702) 1018
b.
neben verwandten begriffen: stübichen, melkgelten Fischart
Garg. 123
ndr.; wer gibt stüppich und karnier? Hoffmann v.
F. findl. 259
a. d. j. 1621; mit stüppich und fässer wohl geladene schiff
zeitschr. d.-hist. ver. f. Schwaben 3, 215; allerhand lästerliche gottesfluoch hauffenweisz in tonnen und stippichen J. A. Cellius
buszspiegel (1615) 68; in stüppichen und raisztruehen S. Bürster
schwed. kr. 7
Weech; haben ... die diebsvögel und mauszköpfe ... den güterwägen oder beladenen schiffen auffgepasset, sich derselben bemächtiget, darauff kisten, ballen, stübich
etc. auffgehawen J. Schmidt
göttl. friedenscondition (1641) 185.
die weite sachliche verwendungsmöglichkeit entspricht der des nd. tonne (
s. d.)
mit dem unterschied, dasz stübich
nie zur aufbewahrung von flüssigkeiten verwendet wird und auch als maszbezeichnung nicht begegnet. häufig bei lebensmitteln: ain stüebich zm muoesztraid Zingerle
invent. 13; das mehl ... von halb kernen und halb rocken trocken ausgemahlen, in gute stippich eingeschlagen Reyscher
slg. württemb. gesetze 19, 347; dasz dieselben (
felchen) auch eingesalzen und in stippcher geschlagen werden (1790) Stoffel
fischereiverh. d. Bodensees 336; von ainem stübich nuzze ainen pfenninch ... von aime stübich pyrun oder epfel ainen pfenninch (
als zoll)
stadtb. v. Augsburg 26,
vgl. ebda 31; 131;
bei geräten, waffen, büchern u. s. w.: ein ganzen stübich vol Steinbacher messer Schade
sat. u. pasqu. 2, 63; stybich, halb mit pfeylen Zingerle
invent. 106; 1 zentner 35 pfunt pulver in einem fass und in einem stübich
städtechron. 2, 296; beschlüszlich kann ich ... nicht bergen, dasz mir ein stippich mit büchern ... durch die saemer (
säumer) verleget worden
N. Frischlin
bei Truber
br. 532
lit. ver.; die gschriebnen zettel allgemein ... in besondere stübbich dermassen vorsichtiglich einschlieszen lassen W. Spangenberg
glückshafen v. 515.
weitere belege bei Fischer
schwäb. 5, 1896,
ebda auch gestübich 3, 566; Diefenbach-Wülcker 869. 22)
das wort hat sich heute in die mundarten zurückgezogen und ist als bezeichnung eines gröszeren hölzernen gefäszes, auch kastens, für getreide, mehl, sämereien, viehfutter, auch eingepökeltes fleisch durchaus lebendig, s. besonders Fischer
schwäb. 5, 1897; Autenrieth
pfälz. 137.
daneben landschaftliche sonderentwicklungen: im Elsasz das spülichtfasz Martin-Lienhart 2, 571,
in Tirol hölzernes gefäsz zum tragen auf dem rücken Hintner
Defregg. 228; Schöpf 723.
hier wie in Bayern ist stübich
auch verschlag in einer stube, alkoven Zaupser 75; Schmeller 2, 721,
vgl. stüblein.