Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)
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strühlen, auch strielen, verb., 'stöbern, wühlen, durchsuchen'. ein obd. wort, litterarisch selten und nur zwischen dem beginn des 16. und dem des 18. jahrhunderts belegt, in den mundarten bis heute. die meisten belege zeigen die form strielen, der diphthong -ie- ist als entrundetes üe aufzufassen: strüelet alle winckel aus Spreng Ilias (1610) 142a; zwingend wird diese annahme durch die unumgelauteten formen struln, strualn Schmeller cimbr. wb. 175, die auf *struolen weisen. vgl. auch nl. stroelen 'stöbern, streunen', dessen stammvocal (o < germ. ô) lautlich mit dem cimbr. übereinkommt: damit sie kundtschaft mache und ursach habe, hin und widder in die heüser zu strielen Wirsung Calixtus (1534) D 4a; da strült er als umb und fand uber einem handfasz ein schüssel Lindener katzipori 145 lit. ver.; jedoch musz er (der schweinehirt) auch gut auf den füszen sein, damit er denen strühlenden und immer guter weyde nach ... schweiffenden schweinen könne vorbiegen Hohberg georg. cur. 3 (1715) 66a; im compos.: ein überausz subtiles übel, welches die innerliche gehaimbnussen desz hertzens durchstrielt A. Agricola gutes aug (1629) 65; alle bücher durchstrühlen (1701) Birlinger 413b. in weitergebildeter bedeutung: darumb auch solcher tantz ein verwürtes lauffen und strielen mehr als ein tantz genennet werden solle Guarinonius greuel d. verw. (1610) 1195; ähnlich im heutigen schwäb. štrīələ 'herumstreifen, sich herumtreiben' Fischer 5, 1882; in den lebenden obd. maa. (auszer elsäsz.) ist strüelen, strielen als 'stöbern, durchsuchen' sowie in reicher, darauf rückführbarer bedeutungsverzweigung üblich: Schmeller 2, 813; ders. cimbr. wb. 175; Schöpf 722; Unger-Khull 584a; 585b; Fischer 5, 1882; K. Reiser Allgäu 2, 739; Stalder 409; Tobler 415; vgl. auch Westenrieder 566; dazu das nomen agentis: strüeler (Schöpf), štrielar (Reiser), strīəler (Fischer) und das adj. (adv.) strīəlig (ebda).
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15.–20. Jh.
Neuhochdeutschstrühlen
Grimm (DWB, 1854–1961)
strühlen , auch strielen, verb., ' stöbern, wühlen, durchsuchen '. ein obd. wort, litterarisch selten und nur zwischen d…
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Cotta, M. (2026). „struehlen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/struehlen/dwb
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Cotta, Marcel. „struehlen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/struehlen/dwb. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „struehlen". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/struehlen/dwb.
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