streitlich,
adj., '
kriegerisch, kämpferisch'
; vorwiegend mhd. und im älteren frühnhd. bezeugt. fernzuhalten ist ahd. (allero) strîtolih (
wie [allero] mannolîch,
vgl. PBB 5 [1878] 60).
aus der allgemeinen bedeutung des wortes heben sich einzelne abweichende verwendungen heraus; '
angestrengt, eifrig' (wie
streitig 1):
clamitat strittilihho haret (
Pa.)
ahd. gl. 1, 86, 39
St.-S.; certatim striteliche (
obd., 13./14.
jh.) Diefenbach
gl. 115
a. — '
sich sträubend, widerstrebend' (
wie streitig 2): daz wazzer (
für ein gottesurteil) daz stunt ir bi; nu hub sie uf unde tranch ane stritlichen wanch so uil daz sie des iahen die daz gerihte sahen, daz sis alle gnuch duhte priester Wernher
Maria 190, 21
Wesle. '
streitsüchtig, zänkisch': streitlich
rixose, contentiose, voc. incip. teut. (
Speyer um 1485) ee 6
a.
der gebräuchlichen bedeutung nahestehend '
streiterfüllt, friedlos': daz si (
die seele) hie in dem stritlichen zite so vil erlitten, so vil gestritten und überwunden hab, daz mengem so vrömde wirt, der âne liden ist gesin Seuse
dt. schr. 241, 8
B.; '
strittig, dem (
rechtsstreit)
unterworfen': seine wissenheit in streitlichen sachen Eschenloer
geschichten d. stadt Breslau 1 (1827) 122. —
die masse der zeugnisse bezieht sich jedoch im sinne von '
kriegerisch, kampftüchtig, kampfbegierig'
ausschlieszlich auf den waffenkampf (
vgl. streitig 6,
sowie streitbar 1): dô hiez er sich bereitendie von Niderlant. die Sîfrides reckensuochten strîtlîch gewant
Nibelungenlied 888; der biderbe Hartmann von Blankenstein der was dâ in grôzer wirde in strîtlîcher girde
Ludwigs kreuzfahrt 1098
Naumann; em (
dem rehbock) stunt den ougen zwischen stritlich ein vil grozes horn
Daniel 6025
Hübner; vnd er schurtzte sich mit den streitlichen wappen (
arma bellica) in den streiten
erste dt. bibel 10, 159, 46
lit. ver.; das wir ... unser feinde ... ankumen sein, mit den streitlichen gefochten und marckgraf Karln von Paden ... nider geworfen ... haben (15.
jh., Nürnberg)
städtechron. 10, 272; do gaben sy sich zu zäglicher flucht. die christen jagten in streitlich nach; do ward ir an der flucht an massen vil erslagen Ulrich Füetrer
bayer. chron. 82, 4
Spiller; dann so balde er den öbersten gewalt erlangt, hatt er die streitliche hendel begert zu uben Boner
Herodian (1532) 56
b; dieweil aber dieser Philopoemenes ein gantz ritterlicher mann und desz streitlichen labs sehr begierig gewesen Xylander
Plutarch (1540) 143
a. —
im 19.
jh. nur poetisch-archaisierend: du ... siehest mit lust, wie Rothars streitliches heer deinem bloszen wunsche erliegt R. Wagner
ges. schr. u. dicht. (1897) 3, 205.
wohl für '
eifrig strebend' (
s. o.): wenn des süszen mundes grusz einst mich grüszet, so wie mirs gefallen mag. nach diesem grusz, so streitlich will ich werben Rückert
ges. poet. w. (1867) 5, 131.