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strebepfeiler

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

strebepfeiler m.

Bd. 19, Sp. 1075
strebepfeiler, strebpfeiler, m. , 'stützpfeiler'; früher als 2strebe 'stütze' bezeugt und als verbalkompositum zu 2streben II A 3 c aufzufassen. zur sache vgl.: strebepfeiler 'mauerverstärkungen, die als stützende mauerkörper einen auf einzelne punkte der mauer übertragenen schub aufzunehmen berufen sind' Lueger lex. d. ges. techn. (1894) 7, 558; s. auch Karmarsch-Heeren techn. wb. (1876) 8, 594; Mothes baulex. (1881) 4, 280. 11) als verstärkung an der auszenwand von gebäuden: die stapfen (stufen) vor allen crämen (kramläden) sollen nit verrer geraichen, dann die strebpfeiler reichen (1489) stadtr. v. München 208 Auer; solche strebpfeiler sollen in die weite von einander stehen, als hoch dann das gemewr (grundmauer des gebäudes) werden sol H. Rivius Vitruv (1575) 455; seht diese flanken, diese strebepfeiler, die stehn, wie für die ewigkeit gebaut (an der feste Zwinguri) Schiller 14, 290 G.; wie an einem hause, dessen holz der schwamm zerfressen hat, nur ein strebepfeiler weggenommen zu werden braucht, um es der gefahr des einsturzes nahe zu bringen Spielhagen s. w. (1877) 2, 245; jetzt erreichte der saumpfad das erste Engadinerdorf, eine gasse fester häuser, die mit ihren strebepfeilern und vergitterten fensterluken kleinen festungen glichen C. F. Meyer Jürg Jenatsch (1901) 25. gleichzeitig als schutz gegen die meeresbrandung, als wellenbrecher: und selbst itzt noch fährt man ... wenigstens vor den strebepfeilern, an welchen sich die wogen brechen, nicht ohne gefahr vorüber Niemeyer beob. auf reisen (1821) 2, 5. 22) an kirchen: sol ... die begrebnuss ... gemacht werden aussen an der abseytten gegen dem kirchhoff zwyschen den nechsten zwen sträbpfeylern, so weytt dieselben zwen strebpfeyler begreyffen (1482) bei Fischer schwäb. 6, 3229; dise nachgesetzten römischen geschrifften (inschriften) findet man zu Agauno oder S. Mauritzen ausserthalb in der maur desz chors in die sträbpfeyler versetzt Stumpf schweizerchron. (1606) 675b. als charakteristisches element gotischer baukunst; die strebepfeiler übertragen den seitenschub der gewölbe von den strebebögen her auf die grundsohle: während die vertikallinie, welche die der stütze ist, allein herrscht (in der got. baukunst) und in unmäszig hohen strebepfeilern, thürmen, thürmchen und spitzen ... das siegreiche wirken der starrheit versinnlicht Schopenhauer w. 2, 489 Gr.; (d. got. stil) löst die letzte structive gebundenheit durch die spitzbogen wölbung in freiheit auf und bricht zugleich die letzte massenherrschaft durch die strebepfeiler und strebebögen Vischer ästhetik (1846) 3, 2, 312; jetzt aber (um 1300) baut nach verändertem geschmack die stadt ihren dom mit strebepfeilern und ungeheuren fenstern G. Freytag ges. w. (1886) 18, 126; nur unbedeutend ist meistens der gotische stil in diesen gegenden entwickelt. die strebepfeiler an den auszenmauern, die spitzbogen an den fenstern pflegt das einzige zu sein, wodurch er sich ausspricht Allmers marschenbuch (31900) 144. 33) 'in der kriegsbaukunst aber heiszen insbesondere strebepfeiler, oder strebemauern, und wiederlager ... die groszen stützen und pfeiler, die ... an der futtermauer des walles bis oben an das mauerband gelegt sind, um den aufgeworfenen schutt oder die erde des walles desto besser zu halten' Noel Chomel, öcon.-physic. lex. (1750) 8, 1709; vgl. dechargemauer v. Alten hdb. f. heer u. fl. (1909) 3, 35; doch (an der hohen mauer der festung) fanden sie einen alten strebepfeiler, welcher in späteren zeiten von auszen an einer schadhaften stelle war angebaut worden, um ihr eine gröszere haltbarkeit zu geben Moltke schr. u. denkw. (1892) 1, 62. 44) im bilde: (dem theologen) höchstens könnte es zur verwirrung gereichen, die stützen, welche er der religion unterziehen wollen, so erschüttert zu sehen, die strebepfeiler so niedergerissen zu finden, mit welchen er, wenn gott will, sie so schön verwahret hatte Lessing w. 22, 186 Olshausen; nun hab ich einen neuen strebpfeiler an mein system angesetzt, und da steht alles wieder felsenfest Musäus physiogn. reisen (1778) 1, 189; und in der that sind die künstlichen städte die rechten stützpunkte und strebepfeiler der kleinstaaterei W. H. Riehl naturgesch. d. volkes (1851) 1, 69. übertragen: er, der wesir, der strebepfeiler des reichs der welt Rückert ges. poet. w. (1867) 5, 292.
4357 Zeichen · 79 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Strêbepfeiler

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Strêbepfeiler , des -s, plur. ut nom. sing. ein gemauerter Pfeiler an einer Futtermauer welcher nach oben schräge an…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Strebepfeiler

    Goethe-Wörterbuch

    Strebepfeiler [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Strebepfeiler

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Strebepfeiler , s. Pfeiler .

  4. Spezial
    Strebepfeiler

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Stre|be|pfei|ler m. (-s,-) ‹arch› pilaster de spraiza m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit strebepfeiler

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Zerlegung von strebepfeiler 2 Komponenten

strebe+pfeiler

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Cotta, M. (2026). „strebepfeiler". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/strebepfeiler/dwb?formid=S51392
MLA
Cotta, Marcel. „strebepfeiler". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/strebepfeiler/dwb?formid=S51392. Abgerufen 9. May 2026.
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Cotta, Marcel. „strebepfeiler". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/strebepfeiler/dwb?formid=S51392.
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