stifterin,
f. ,
femininum zu stifter,
seit dem mhd. bezeugt, in denselben bedeutungen gebraucht. 11)
erbauerin, gründerin, schöpferin; wie stifter 1: Dido, die vor Elissa gehaissen ist, was ain küngin und stiffterin der stat Cartago Stainhöwel
de claris mul. 143
lit. ver.; wenn Carthago Rom hassete, kraft des ersten hasses seiner stifterin, so hatte Carthago recht Ramler
einleit. in d. schönen wiss. (1758) 2, 204.
gründerin einer kirche, einer wohltätigen anstalt u. s. w., vgl. stifter 1 b: do man die buchstaben gelas, daz si were mit sinne des munsters stifterinne
mhd. erzähl. 3, 20
Rosenhagen; Ludumina, ... ain stifterin desz frauenclosters Knebel
chron. v. Kaisheim 61
lit. ver.; benachrichtigt von deiner edlen gönnerin, der frommen stifterin dieser kapelle Holtei
erz. schr. 17, 35; wie der Peter ging in ein spital ... welches die schon Magelona ein stiffterin was
V. Warbeck
d. schöne Magelone 64
Bolte; der herrlichen stifterinn (
jenes wohlthätigen hauses) Meisl
theatr. quodlibet 1, 199.
gründerin einer menschlichen gemeinschaft, entsprechend stifter 1 d: ein swester hiesz Reichgart und waz der stifterin swester und kom zu unserr geselleschaft nonne v. Engeltal
büchl. v. d. gnaden überlast 26
Schröder; die stifterin (
des ordens), die schwester des père Barat, ist die generaloberin Cl. Brentano
ges. schr. 9, 194.
schöpferin staatlich-rechtlicher einrichtungen, vgl. stifter 1 c: die grosze stifterin des frauenreiches die Tanals, das gesteh ich jetzt, sie hat den bogen würdger nicht geführt als du H. v. Kleist 2, 153
E. Schmidt. königin Zingha, der stifterin der kriegsverfassung und der quixilles (
gesetze) Ritter
erdkde (1822) 1, 264. 22)
geberin, die etwas als stiftung vermacht, schenkt, vgl. stifter 2: der ersammen frowin Luckardin von Frymar stifterynne der stiftigunge (
v. j. 1397)
ztschr. d. ver. f. thür. gesch. 39, 357; er fand, dasz sie (
drei edle fräulein, die ihr eigen der kirche vermachten) ... beim volke ... als stifterinnen im besten andenken stehen Steub
drei sommer in Tirol 2, 48; die namen ... glänzten unter allen, die der alte T. als die stifterinnen dieser herrlichkeiten (
einer zimmereinrichtung) nannte K. Gutzkow
zauberer v. Rom (1858) 5, 190. 33)
urheberin, täterin, vgl. stifter 3: o, sey gäntzlich verfluchet, du stiffterin des unglücks
engl. com. u. trag. (1624) l 5
a; sie war nicht mehr eine stifterin des unfriedens zwischen vater und sohn
M. Meyr
erzähl. aus d. Ries (1868) 1, 152.
hierhin, abstrakter gebraucht: die zung ist die stiffterin alles unglücks und ein anfang aller sünd Seb. Franck
sprüchw. (1541) 115
b; die (
sünden) seynd der seelen ärgste plag und aller andern plagen stiffterinnen J. D. Frisch
neukl. harpfe Davids (1719) 282; Cambyses dankt und opfert dir, o sonne! ... er nannte dich die stifterin der wonne, nur weil durch dich die edle traube reift Hagedorn
poet. w. (1769) 3, 44.
ähnlich auch: sintemal ja das judenthumb ... die beste stiffterin unnd die fürnemste bronnquell und springender pronnen aller ceremonien unnd auffsätz der h. römischen kirchen ist Fischart
binenkorb (1588) 186
b; sol tugent eyn stiffterin und ursprung des erkentlichn adels sein
hertzog Aymont (1535) a 2
a. 44)
anstifterin einer von andern ausgeführten handlung, vgl. stifter 4: dieser ist nur mein werckzeug, ich selbst (
bin) die stifterin des todes gewest Lohenstein
Arminius (1689) 2, 457
a;
entsprechend 1stiften II B 3: sie sind die stifterinn meiner ehe Kretschmann
s. w. (1784) 5, 85.