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stetiglich

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

stetiglich adv.

Bd. 18, Sp. 2576
stetiglich, stetiglichen, adv. , älter auch adj., 'beständig, immer', von stetig. bis ende des 16. jh. lebendig, bis ins 18. jh. hinein vereinzelt (u. 2) erhalten. heute noch, wie 2: idt gae jou stadeliken woll brem. wb. 4, 1012; s. auch ten Doornkaat-Koolman 3, 293. — auch in der form stetenclich, s. Weinhold mhd. gramm. 216; steklichen Tauler pred. 267 Vetter; stätklich K. v. Helmsdorf spiegel menschl. heils 3167 dtm. 11) 'fest', wie stet A. 1@aa) in dem juristischen stetiglich halten 'rechtsgültig', wie stetig 1 a: unde daz wir daz wollen steticlichin haldin, des gebe wir diesen uffen brif hess. urk.-buch 1, 378 Wyss-Reimer; so noch in weniger terminologischer anwendung, als 'fest, verbindlich': zu hant di frouwe minnesam, da si zu ir selber quam, globte stetecliche unde hilt iz druweliche alle ir dage unde alle ir zit biz an ir seleg ende sit, daz si in Cristes ere ... solicher zirde enbere heil. Elisabeth 1951 Rieger; den löblichen gotsdienst und geistlich ordnung, so in dem selbigen closter im Neuperg stättiklich wirt gehalten und vollbracht österr. weist. 6, 63. hierher 'gleichbleibend, gültig im wert': die silberin munz bey hocher straf und pen sol stetigelich und recht gemunzt werden Knebel chron. v. Kaisheim 290 lit. ver. 1@bb) von der inneren haltung 'fest, hartnäckig, treu', meist mit einschlusz des zeitlichen 'unaufhörlich', vgl.stet A 3 c: und kum niht gâhes an sî, daz ir iht dîn gewerp bî unstæteclîchen wone. dâ erkennet sî dich vone in stæteclîchem muote: daz vergiltet dir diu guote Hartmann v. Aue 1. büchl. 1549; min frier unbetwungen muot verjach in ganzer sicherheit stedeclicher kuschekeit in godelicher ere zu haldene ummer mere leben der heil. Elisabeth 5480 Rieger; meist adverbiell: er wart rîcher vil dan ê des guotes und der êren. daz begunde er allez kêren stæteclîchen hin ze gote Hartmann v. Aue armer Heinrich 1433 Paul; die dirte uzlegunge von der uffart seit, wie der mensche Cristo stetekliche nochvolgen sol Tauler pred. 80 Vetter; ein einsiedel hiez Heron, der was virzic iar in der wuste und hatte sunderlich herte lebn und lac steteclicher in sinre celle den andere brudere väterbuch 70 Palm; constanter standhafftigklichen, beharrlichen, stätigklichen Frisius dict. (1556) 315b; und stetigklich wider die, so durch sich selbst oder durch hilff der könige ir vatterland wolten in dienstbarkeit bringen, sich gesetzt und gekempfft haben Xylander Polybius (1574) 98; und allein helt die got vor gut, die do ernstlich bekennen, das sye gottis namen uneren und stetiglich begeren, das er muge geheiliget werdenn Luther 2, 93 W.; mit deinem geist bekrefftig mich, dasz ich in deinem wort bestandt und darin wander stettigklich H. Sachs 22, 90 G.ähnlich 'gefestigt, mit sicherer führung': und das uns gepürt, ... mässigklich, stättigklich, strengklich und nüchtern zu leben J. v. Schwarzenberg v. gebüre u. billicheit (1533) 25b. — der zeitlichen bedeutung näher, etwa 'anhaltend': die andern vürsten alle sint vil milte, iedoch sô stæteclîchen niht: er was ez ê und ist ez noch Walther v. d. Vogelweide 35, 10 Lachm. 22) 'andauernd, immerwährend', wie stet B: sage, Elizabet, waz mache duo, daz du in steteclicher frist bi den dienstmeden bist? heil. Elisabeth 1191 Rieger; was statenkliches laides vol und mocht in diser zit kain fröd han Konrad v. Helmsdorf 3186 dtm; adverbiell 'immer, stets': sô dem menschen daz houbet wê tuot stætechlîchen, daz ist colerica passio 2 altd. arzneibücher 39 Pfeiffer; domit seine armen nit stetiglichen also geplagt wurden, ist er zuo rhat worden ..., daz gantz land zuo übergeben Seb. Münster cosmogr. (1550) 629; und die selben (gasthäuser) schullen auch stätigkleichen fueter und häw haben, damit sie ainen gast wol behalten mügen angevär österr. weist. 4, 255; es war ein tapfferer heiliger münch, der stätiglich bisz in sein höchstes alter vom teuffel gequelet ward Fischart binenkorb (1588) 156b; desz wassers must er behelffen sich, das weib tranck doch wein stetigklich L. Sandrub hist. u. poet. kurzweil 78 ndr.; von diesem berge haben allzeit die philosophi und poeten, dieweil er so stetiglich fewr und rauch ... von sich geben hat, viel zu sagen und zu schreiben gehabt M. Quad euchiridion cosmographicum (1604) 15; stetiglich idem quod stets ... dicitur etiam stetig Stieler stammbaum (1691) 2115; stets, stäts, stetig, stetiglich, allstets continonamente Kramer 2 (1702) 967c; alle dinge, die auf erden flieszen und nie stille stehn, ... immer sich im zirkel drehn. ... also dreht und zirkelt sich diese blutflut stetiglich Brockes ird. vergn. (1748) 9, 62. — 'ununterbrochen', vgl.stet B 1 b, stetig 3 d: es war also ein kalter winter stetiglich, dasz niemandes uf erden lebende gröszer kälte und schnee gedencken mochte P. Eschenloer gesch. der stadt Breslau 2, 338; rait durch die statt ze Costentz mit sinen prusunern zuo allen wechszlern ... und zuo allen cardinälen und allen herren und hiess stäteglichen uff prusunen und ruoft mit sin selbs munde, das nieman hinweg für, bisz man innen wurd, was der sach wär U. v. Richental chron. d. Constanzer conzils 63 lit. ver.; ähnlich: darnach zeuch für und für, ... so neygt sich dise ortlini stettiglich neher zu der barlini Dürer underweysung der messung (1525) c 1a. — 'immer wieder', wie stet B 4: so ich aber mit stätigklichen kriegen auffgehalten bin, hab ich es nit können thun Joh. Pinicianus Scanderberg (1561) 192a; datzu got sein gesetz ... nicht will ... mit wundertzeychen stettiglich auffheben Luther 10, 2, 156 W.; mein gott, behüte mich! er geht zu andern (säcken) fort, nimmt, wiegt sie stetiglich; doch scheint ihm jeder sack zu schwer zu heben Weichmann poesie der Niedersachsen 2, 373. — die rein zeitliche bedeutung verbunden mit 'beharrlich', in richtung auf den charakter (s. 1): da suochte ih die gnade an dir, die ich ie stetecliche vant an dir, wan du were ie genedig mir Rudolf v. Ems weltchron. 25821; wir benedeyen und ehren dich, alle tag, jetzt und stettiglich Kehrein kirchenl. 1, 575; denn die aller grösseste unter den theologischen tugenden ... ist die liebe, die da nicht allein in dieser welt und leben, immer und stetiglich blühen, grünen und ir wesen und wirckung haben sol W. Bütner epitome histor. (1596) 3b; was sonsten mehr, ihr hasset sehr, das meid ich stetiglich Voigtländer oden u. lieder (1642) 28.
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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    stetiglichadv.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +2 Parallelbelege

    stetiglich , stetiglichen , adv. , älter auch adj., ' beständig, immer ', von stetig. bis ende des 16. jh. lebendig, bis…

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Ableitung von stetiglich 2 Analysen

stetig + -lich

stetiglich leitet sich vom Lemma stetig ab mit Suffix -lich.

Alternativen: stet+-ig+-lich

Ableitungen von stetiglich (1 von 1)

unstetiglich(en)

DWB

unstetiglich(en) , adv. Burleus leben u. sitten d. h. meister (1490) 35 a ; Frankfurter renner 48 b . mhd. unstæteclich, -lîche. veraltet. d…

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Cotta, M. (2026). „stetiglich". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/stetiglich/zeige
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Cotta, Marcel. „stetiglich". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/stetiglich/zeige. Abgerufen 11. May 2026.
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Cotta, Marcel. „stetiglich". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/stetiglich/zeige.
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