sterbebett(e),
n.,
vom 16.
jh. ab belegt: todbette
sive sterbebette
lectus, in quo quis mortuus est, lectus fatalis Stieler (1691) 136; sterb-
ò sterbebett
letto mortuale Kramer (1702) 2, 964
a; sterbebett oder todtenbett
the bed of a dying person Ludwig
teutsch-engl. lex. (1716) 1858; so warf die seuche mich aufs krankenbett, das bald ein sterbebett geworden wäre Raupach
dram. w. ernster gattung (1835) 7, 12; gerade da hatte das sterbebett des vaters gestanden Gutzkow
ritter vom geiste (1850) 1, 83; ich wurde (
als 5
monat altes kind) in das sterbebett hineingereicht, und er (
d. sterbende) legte die hand auf meinen kopf Jean Paul 48, 312
H.; als sie (
die leiche der T. Wagner) aus dem sterbebette gehoben wurde, fand man darin eine schachtel mit Raimunds hirnschale
jahrb. d. Grillparzergesellsch. 4, 170; sechs kinder, die traurig ihr (
der mutter) sterbebett umstanden Jac. Grimm
kl. schr. 1, 10; Bismarck
ged. u. erinn. 2, 306
volksausg.; er berief die seinigen alle vor sein sterbebett J. K. Lavater
verm. schr. (1774) 1, 147, an sein sterbebett Thümmel
reise (1791ff.) 8, 75; vier meilen weit zu seinem sterbebette herbeygerufen, fand ich ihn ... bey meiner ankunft bereits todt A. Schlegel
verm. ged. (1787) 1, 230; (
er) legte sich aufs sterbebett Schubart
leben u. gesinn. 2, 67; Reginens leichtsinn, der den noch kräftigen mann aufs sterbebette geworfen Holtei
erzähl. schr. 4, 105; ich stand vor ihrem sterbebette. wie eine heilige schied sie dahin Schiller 4, 348
G.; am schmerzhaften sterbebette meiner geliebten mutter Göthe 22, 307
W.; Herder 16, 390
S.; Brentano
ges. schr. 4, 103; O. Ludwig
ges. schr. (1891) 1, 270; Mommsen
reden u. aufsätze (1905) 158; ich stand an seinem sterbebette, es war was besser als von mist, von halbgefaultem stroh Göthe 14, 146
W. (
Faust 2951); ich sah an deines vaters sterbebett dich sitzen, tief bekümmert Hebbel
w. 3, 41
Werner (
rubin 2, 1). auf seinem sterbebette ligen
esser moribondo Kramer (1702) 2, 964
a; als er (
Carolus Magnus) auff seinem sterbbeth lage Zinkgref-Weidner
teutscher nation weisheit (1653) 3, 78; da lag die arme auf dem sterbebett, die arme über die decke hingestreckt ... und langsam atmend G. Keller
ges. w. 3, 251.
formelhaft auf dem sterbebette
für sterbend, todtkrank: wie er plötzlich ... kranck worden, hat er sich auff seinem sterbbette mehr umb etlich tausend gulden dan umb unsern herrn gott ... bekümmert
Z. Rivander
festchronica (1591) 13
a; gewisz hat noch nie ein frommer auf dem sterbebette es bereut, dasz er fromm gelebt hat J.
M. Miller
pred. fürs landvolk (1776) 3, 268; eine ... sünderin, die auf dem sterbebette ihr ... gewissen ... zu erleichtern suchte Schopenhauer 3, 467
Gr.; auf dem sterbebette bekannte er sein verbrechen Gaudy
s. w. (1844ff.) 15, 137; ehe auf dem st.,
eheschlieszung zwischen zwei personen, von denen die eine lebensgefährlich erkrankt ist Wetzer-Welte 11, 779.
in weiterer verwendung jede stelle, wo ein mensch stirbt: sie küszt das lebensholtz (
das kreuz Christi), des sohnes sterbebette Treuer
Dädalus (1675) 1, 288; das ... breite sterbebette der völker (
schlachtfeld) Jean Paul 19, 192
H.; das schlachtfeld ist das schönste sterbebette Tieck
schr. 2, 131; im kothe war einst seine (
des armen) wiege und wird sein sterbebett auch sein H. Arent, H. Conradi, K. Henckell
mod. dichterchar. 236;
metonymisch für todeskrankheit, sterben, letzte stunde: meine absicht ist hier nicht, beispiele frommer ... sterbenden aufzustellen, sonst würde ich vieles von Sannchens sterbebette sagen können Jung Stilling
s. schr. (1835
ff.) 6, 297; am herrlichsten zeigt sie (
die religion) sich auf dem sterbebette, wo sie anfängt unser alles zu werden Gottschedin
br. 1, 118
R.; es ist aber um das sterbebett eines jeden menschen eine sehr ernste sache Görres
ges. schr. (1854ff.) 6, 199; kein sterbebett ist ohne rührung 3, 545; vergessen sie nie, wie erst das christenthum es war, das aus dem sterbebett ein marterbett gemacht hat Nietzsche 4, 77. wohl mir, dasz mir ward vergönnt, den zu sehen, dem zu danken, der mir meine letzten tage, mir mein sterbebett verschönt Grillparzer
werke4 3, 33
S.; das kissen für mein sterbebett, du hast es weich gelegt (
du machst mir das sterben leicht) A. v. Droste-Hülshoff
ges. schr. (1878) 1, 75.
metaphorisch sterbebett der sonne
für untergang der sonne: plötzlich ging es vom sterbebette der sonne kühl wie aus einem grabe daher Jean Paul 7/10, 356
H.; 1, 167. —