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stellen II

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RhWB
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Eintrag · Rheinisches Wb.

stellen II

Bd. 8, Sp. 619
stellen II das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk -ęlə, Part. gəšdęlt, im Hunsr veralt. -šdalt; Mosfrk -ę:l.(nə), Part. gəšdalt [WBitb -ā:-, Trier-Stdt -ę-]; Siegld -ęln, Prät. šdaldə, Part. gəšdalt; Rip -ę·l.ə, Prät. -alt, Conj. -ę-, Part. jəstalt [mErft, uWupp -ā(:)lt, jəšta(:)lt]. OBerg -ęlən, Prät. -altə, Part. jəštalt [in Gummb-Schwarzenbergisch auch -ālt, jəstālt]; NBerg -ęlən [Elbf daneben veralt. -ęi-], Prät. -ǫult, Part. xəštǫult [Barm stolt, xəštolt]; SNfrk -ę·l.ə, Prät. -a·l.t, Part. jəšta·l.t; Klevld -ęlə, Prät. -alt, Part. γəštelt; doch ist SNfrk, Klevld setten (setzen) echte MA., für sich st. stoəhn goəhn schw.: 1. etwas (einen) st. Bewegtes zum Stehen bringen; et Blot st. stillen; et Wasser st. stauen; enen st. einem Flüchtigen Halt gebieten, einen zur Rede st.; der Jagdhund stellt et Weld (den Has usf.) Rip, Allg. — 2. an eine bestimmte Stelle bringen. a. der Stal as iwerstalt überfüllt von Tieren Bitb. — b. aufstellen, in eine bestimmte Stellung bringen; die Hühner st. de Feəre (Federn) sträuben die F., plüstern sich Rhfrk, Daun; de Katz stellt de Hor Ottw-Uchtelfang; de Uhr st., richtig st., op zwei Uhr st.; de Sag (Ses »Sense«) st. Rip, Allg.; wenn einer zum ersten Mal Tabak raucht u. nicht recht Geschick zeigt, erhält er den Rat, zum Schmied zu gehen, dat der em dat Maul stellt; loss dir et M. st., dann därfste ach (auch) rache! Hunsr, Koch, Kobl. Bom st. Purzelbaum schlagen Sieg-Leuschd; Bollesbom st. dass. Wittl. Krinkhf; Kapunzel st. dass. Daun-Wallenborn; dat Doch stellt den Bom ist steif gebügelt Wittl-Binsf Manderschd; dat rich sech no gestallte Sache nach den Verhältnissen Sieg-ODollend, — no gestallde Sach Birkf. — Enem ene Fot (Fuss), e Ben, en Fall st. ihn hinterlistig zu Fall bringen MGladb, Allg.; der Muddergoddes un ach (auch) dem Deiwel en Kerzche st. es mit beiden Seiten halten, mit niemanden verderben Goar-Weiler. — Gewöhnl. mit Ortsangaben; den Pott (udgl.) dar-, drop-, drus-, derbei-, derhender-, dronder-, derfür-, dervan-, derzo-, hin-, heraf-, heran-, herop-, herus-, useren-, heronder-, nidder-, füran-, fort-, weg-, fasst. Rip, Allg.; etwas, einen (z. B. den Arzt) widderst. abbestellen Aden-Kelbg; jet (enem) an de Sit, op den Desch (usf.), en de Eck, bei Sit st. Rip, Allg. RA.: Ech well och sehn, wo de letzte Stohl hingestallt werd ich bleibe bis zuletzt, um zu sehen, wie die Sache ausläuft Neuw-Datzeroth. Äne hinst. blossstellen Rhfrk. Dat os an üch gestallt das ist eure Sache Schleid-Hellenth. Der stellt dat ganze Hus op de Kopp richtet Verwirrung an, es geht da drunter u. drüber her; der stellt alles op de K. verwirrt, verdreht alles; mer kann en op de K. st., dann fällt och net ene Penneng herus so arm ist er Rip, Allg. Jet us der Hangk st. es beiseite stellen Rip. Der Bessem en de Eck st. aufhören mit der Arbeit, sterben, von der Frau Jül. Se hatten mir de Wösch en et Döppe gestallt mir nichts vom Essen übrig gelassen Aden-Kaltenborn. De Hihner st. de Feddere gent (gegen, zu) Berg plüstern sich Prüm. Ebbes iwer Seit st. mit in Kauf nehmen, ausser Acht lassen Bitb-NWeis. Alle Reime ze Boə(rd) st. alle Kräfte anstrengen Aach, Eup, Dür, Berg, Sol. Ene ze Redd (Rede) st. Rip, Allg. — Mit abstraktem Obj.; enen Andrag st., Anspröch, Bürgschaf, en Frog st., auch jet en Rechnong, Ussich, Afredd st.; seng Senn en Rauh (Ruhe) st.; enem jet für Oge st.; enen onger (unter) Polizeiopsicht st. Rip, nach dem Nhd. Verbr. RA.: Mer stellt ken At (Acht) drop schenkt ihm keine Beachtung, Fürsorge Prüm. — Mit Prädikat; enem jet frei st.; et Eisse wärm st.; jet ferdig st.; jet oprech (pil en de Hüht) st.; ene kalt, zefridde st. Rip, nach dem Nhd. Verbr.; äne schlecht hinst. verleumden Rhfrk. RA.: Stell mich frei, da drihn eich fir drei sagt der Baum, Weinstock Mos. — c. besorgen, liefern; he krijt de Kost (Essen u. Trinken) gestallt; ainem en Woăhnung st.; enem ene Wagen st. Siegld, Allg. — d. etwas (einen) zurechtmachen, in den gehörigen, saubern Zustand bringen, zurechtlegen, bereitstellen; ser der Ranze st. den Tornister für den Schulgang; de Lamp st. die Lampe zum Brennen zurechtmachen; der Herd st. den Herd putzen; det Hus st. anstreichen oder tünchen, erneuern zum Bewohnen; de Stōab st. die Wohnstube tapezieren u. weissen; det Feld st. den Acker pflügen u. eggen, bis zur Aufnahme der Saat oder Pflanzen fertigmachen; dat Mos, der Salot st. Gemüse, Salat anrichten; gequallde Gestallde geschnittene Pellkartoffeln, in einer Speck- u. Zwiebeltunke aufgekocht Siegld, Westerw; die Schess (Schüsse) st. mit der Hütchenzange die Zündhütchen um die Zündschnur festkneifen u. die Z. in der erforderlichen Länge abschneiden; en Arwet op Baue st. einen Gang unterfahren mit ungefähr einem Meter voneinander gestellten Türstöcken mit Kappen versehen, darauf Berge auffüllen u. dann darüber den Eisensteingang bis zur nächsthöheren Sohle abbauen; der Grubenbeamte stellt de Gedinge got vereinbart beim Abschluss eines Gedinges Lohnsätze, bei denen der Bergmann bei normaler Arbeit einen guten Monatsverdienst haben kann; de Hett st. die früher übliche Hüttenzeit vorbereiten durch Besorgung des Brennmaterials usf.; den Möller st. die einzelnen Bestandteile eines Möllers (s. d.) in den richtigen Verhältnissen zusammenbringen, in der Bergmspr. Siegld, Altk; der Weg würd en gestallt hergerichtet; et Hus utwennig un inwennig st. erneuern lassen; Geräte aller Art (Sense, Säge, Pflug) st. in Ordnung bringen; den Kaffee st. bereiten; do moss wat für gestallt weren zugerichtet werden; en gestalt Feld bebaut Gummb, Waldbr; et Land gestallt han zur Aussaat fertig haben; et Essen g. han Sieg; im Rhfrk: den Wan (Wagen) st. den Erntewagen herrichten, mit den Leitern versehen, auch Läder (Leiter) st.; Hor st. die Haare in Ordnung bringen, kämmen Simm-Leideneck; Runkelrübenpflänzchen st. (u. änzel, dinn st.) die überflüssigen ausrupfen Verbr. Nahe, Neuw-Linkenb Welsb. — Gestallt sein fertig, bereit sein; mach dech g., ech sen net dafür g. Siegld, Altk, Gummb, Waldbr, Sieg; wann ek morgens en düchtigen Eərpelskuken krie, sin ek den ganzen Dag gestalt Gummb-Berghsn; ich ben ougestaut darop darauf nicht eingerichtet; en de Köuch es et esu kaut (kalt) en o. unwirtl., ungemütl. Eup. got (net g., schlech) g. sen sich körperl. gut (schlecht) befinden Eusk, Rheinb ongestallt von hässlicher Gestalt, schwer beweglich, gewaltig gross, von Lebendem u. Leblosen Rip, Berg. — e. dat Mähe, et Haumache (Heu-) st. eröffnen, die Reihenfolge feststellen, in welcher die einzelnen Wiesengründe geöffnet werden Hunsr. — f. mehr oder minder übertr. α. ek well ens st. mal annehmen Kemp-Hüls; verungerst. Selfk. — β. de härrət gestallt dem sind die Wege geebnet, läuft alles nach Wunsch, lebt in guten Verhältnissen Siegld; der kann et (got) st. ist wohlhabend uWupp, Sol; der hät et fein gestalt hat es gut, lebt nobel, hat Geld; bi den es et f. g. er hat eine feine Wohnung, hat gut zu leben Gummb-Schwarzenburgisch; se kossen (konnten) et gut st. konnten sich gut durchschlagen Geld-Kevelaer. — γ. dor häj (habt ihr) ok wat met te st. met sönne Koppel Blage (Kinder) habt ihr viel Arbeit, Sorge, um sie in Zucht zu halten Geld, Elbf. — δ. etwas festst., ein bestimmtes Urteil abgeben, nach dem Nhd. Allg. — ε. et es gestellt es tritt ein, in der Wetterregel: Allerhelligemess es den Wenter gewess; wenn et wat later (später) fällt, es et op St. Märten (Martin) gestellt Rees-Schermbeck. — ζ. wat an enen st. ihm die Entscheidung überlassen; me mott alles an de Mann dorbowen (Gott) st. Mörs, Klevld. — {η}. op ebbes (enen) net vill st. nicht viel drum geben, es (ihn) wenig beachten; op Fraulecktskränkden on Hondslämden (-lähmungen) stellt mer net vill Prüm, Bitb. — 3. refl. a. mit persönl. Subj. α. sich hinstellen; sech noch grad derfür st.; stell dech jet nöhter (näher); sech onderst. beim Regen Rip, Allg.; Stelldefer (stell dich tiefer) Spottn. für ein Schulkind, das einen Platz tiefer gerückt wurde Sieg-ODollend; sech an de Spetz st.; sech op de Hennerben st. Widerstand leisten; dat geschüch net, on dann könnste dech op der Kopp st. Rip, Allg., — on dich met de Bän verwonnere Rhfrk, Mosfrk, — on met de Ben waggele Bo-Stdt; se hant sech op sech selfs gestault haben sich selbständig gemacht, geheiratet Berg; de stellt sech lewer henner de Heck bleibt im Verborgenen Koch-Greimersbg; sech te (zu) Bonke (Banken 2a) st. sich widersetzen, auch von Pferden Kemp. — β. sich melden, bei den Soldaten; die mudde sech en Wesel st. Kemp. Allg. — γ. sich benehmen, betragen, verhalten; mer wess net, wie mer sech dozo st. sall wie man sich verhalten soll, welche Massnahmen man ergreifen soll; stell dich es dono! mach voran Rip, Allg. RA.: Dat es ere ene, de stellt sech grad, wie de Wengk (Wind) sech drieht MülhRh. Wemmer sich stellt wie die Leit, dann geht's äm wie de L. Rhfrk, Allg. — Bes. sich närrisch, dumm, ungeschickt, sonderbar benehmen; he stellt sech domm derzo, geckig, affig usf. Allg.; ene steələ Geck einer mit gerader Haltung, weil er sich nicht krumm gearbeitet hat Heinsb. RA.: En hot sech gestalt wie en Nor (Narr) Mosfrk, Nfrk, — ene Geck Rip, Nfrk, — e beschesse Kend May-Kollig, — e Aff Rhfrk, Allg. ,— en Hohn Koch-Bremm, — en Bock May, Allg., — e Kalf Allg., — en Hond zom Feuerfressen Altk-Bachenbg, Waldbr-Bladersb, — de Esel tum Hosenstricken Gummb-Stdt, — en Ochs beim Bretzelbacke Neuw-Dattenbg Dierd, — der Deiwel am Weihwasserkessel Bitb-Geichl. Stell dech we en Hongk (Rüə), dann kriste och en Sterz stelle dich als Mensch, wirst du auch als M. geachtet Wermelsk, Lennep, im gleichen Sinn: St. deck as en Ossen, krieste ouk Hörner Gummb-OWippen. — δ. sich verstellen; stell dich nor nit so; e stellt sich, als wenn e kän Geld hätt (usf.) Rhfrk, Allg.; das Mädchen stellt sech ziert sich Erk, Allg.; sech krank st. Rip, Allg.; do well he sech mit st. sich wichtig machen, wenn er z. B. sagt, kein Platt zu können Erk. — ε. stell dich mär zefreə! sei zufrieden Aach; sech got met enem st. seine Gunst erstreben Rip, Allg. — ζ. sich fertig machen, bereit sein zum Ausgehen, Mitgehen, zu einer Arbeit; häste dech och gestallt (dozo)?, zom Mötgohn, mötzegohn (usf.) Sieg. — b. mit sachl. Subj. das Eis stellt sich das Treibeis bildet nun eine einzige Eismasse Rhfrk, Allg.; et Saft stelt sich der Safttrieb stockt Mos; de Bretcher (Brötchen) st. sich treiben nicht mehr Hunsr, Kobl. — c. dat (et) stellt sech andersch (ömgekihrt) es verhält sich anders Rip. — d. der Pris stellt sich op hondert Mark Rip, nach dem Nhd. verbr. — Abl.: die Stellerei, dat Gestell(s).
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Cotta, M. (2026). „stellenii". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/stellenii/rhwb?formid=S24181
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Cotta, Marcel. „stellenii". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/stellenii/rhwb?formid=S24181. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „stellenii". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/stellenii/rhwb?formid=S24181.
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