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stehauf

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

stehauf m.

Bd. 17, Sp. 1394
stehauf, m. 11) bezeichnung eines spielzeugs, 'ein ding, welches wieder aufstehet, auf seinen fusz oder sein unteres mit blei versehenes ende zu stehen kömmt, wenn man es auf die seite legt oder auf den kopf stellt. besonders legt man diesen namen dergleichen kleinen stücken holundermark etc. bei, welchen man die gestalt eines männchens gegeben oder ein gesicht angemahlt hat, und welche man auch wol stehmännchen, wippermännchen nennt' Campe; ähnlich Heinsius wb. der d. spr. (1818) 4, 765b (auch kobold); 'stehauf m., stehaufmännchen, n. ein länglich rundes stückchen weichen holzes oder fliedermarkes, mit einem gesicht bemalt und mit etwas blei, einem nagel oder pechkügelchen oben versehen. wenn es die kinder aufrichten, so stellt es sich immer wieder wie ein purzelmännchen auf den kopf ... nd. wippermänneken, schwäb. stehauferle' Hoffmann v. Fallersleben in Wagners archiv 1, 276; so auch mundartlich, berl. stehuf Hans Meyer d. richtige Berliner6 118b; in Posen der sti-uff Bernd 294 f. (erklärung wie bei Campe); 'auch die (aus böhm. bädern oft mitgebrachten) gläser, die sich von selbst aufrichten, heiszen stehauf' Albrecht Leipz. mundart 216b. im plural: solche kerls, wie mein schwiegersohn, fallen immer wie die stehaufs und die katzen auf die beine, man mag sie auch herum werfen, wie man will Tieck 15, 65 (Pet. Lebr. 2, 8). — so übertragen: 'ach', sagte der bärnhäuter, ... 'es ist mir nur eine verfluchte arbeit, so einem kleinen stehauf, wie du bist, auf der welt zu dienen ...' — 'ei was', sagte der allraun, und kam unter dem rocke der alten hervor, 'ich bin nicht eben zu klein, aber du bist zu grosz' Arnim 1, 56. dafür auch: 1@aa) deminutivbildungen, bes. stehaufchen, n., so in Augsburg, korkmännlein Birlinger 410b (schwäb. auch stehauferle, s. oben); thür., s. Hertel sprachsch. 234a; in Leipzig auch entstellt zu 'stehäffchen, stehaufchen, stehuff, das, spielzeug; hollunderröhrchen, an einem ende mit blei beschwert, so dasz es sich von selbst aufrichtet', auch stehmännchen und anderswo puttermännchen, kögelmännchen genannt Albrecht 216b. auch in der schriftsprache: und dieses ist freylich nur ein vorzug solcher kleiner, niedlicher, witziger und freyer werkchen, wo die materien überall am rechten orte stehen, eben so wie die stehaufchen, diese zum zeitvertreib der kinder erfundenen nützlichen werkzeuge Lessing 4, 271 Lachmann-Muncker; ich sende sie (die präsente) doch erst von Muskau aus, nämlich eine schlange, die sehr schöne ringe macht, und ein stehaufchen Pückler briefw. u. tageb. 7, 169. 1@bb) die weitere zusammensetzung stehaufmann, übertragen: diese figuranten und stehaufmänner, deren jeder staat bedarf, bleiben es nicht immer, sie bekommen nur zu oft eigenes leben und eignen willen, und rebelliren dann gegen die, welche ihre schöpfer waren (vorher: welch ein süszes gefühl, so manche vogelscheuche in amt und würden zu sehen!) Alexis ruhe ist d. erste bürgerpfl. (1852) 1, 241 (15. cap.). — häufiger stehaufmännchen: plastische nachbildungen der kobolde sind die hölzernen nuszknacker und die aus hollundermark geschnitzten stehaufmännchen Ad. Wuttke volksabergl. (1860) 411; der baron hatte einen schwankenden gang, stülpte auch wohl manchmal um, stand aber gleich wieder wie ein stehaufmännchen auf den füszen E. Th. A. Hoffmann 9, 210 Grisebach; unverdiente kinderkränkung wirkt nicht etwa blos äuszerlich auf den stolz und duckt gleichsam ein stehaufmännchen in seine schachtel Gutzkow ges. werke (1872) 1, 97; hundertmal da und dort abgewiesen, gleichen sie den stehaufmännchen, die, stelle man sie auch hundertmal auf den kopf, immer wieder auf ihr dickes ende fallen 3, 13 (bezw. 11, 212 in d. ausg. v. 1846; 'die wellenbraut'). oberlaus. stehufmandel Anton 13, 7. 22) als pflanzenname, salepwurzel, orchis morio Pritzel-Jessen (in Siebenbürgen). — so gewöhnlicher die wortgruppe steh-auf-und-wandle, bezeichnung von heilkräftigen pflanzen in anlehnung an Matth. 9, 5 f., und zwar: 2@aa) kreuzenzian, gentiana cruciata Campe (auch heilallen-schaden) und Nemnich im wörterb., dagegen im text zu gentiana verna, frühlingsenzian, himmelstengel, danach Pritzel-Jessen; 'steh-auf-und-wandle, name des kreuzenzians, wegen seiner heilkraft' Heinsius 4, 765b. 2@bb) meistens ehrenpreis, veronica officinalis Pritzel-Jessen. 'diese pflanze galt für so heilkräftig, dasz sie gichtbrüchige von ihren leiden befreie, daher ihr name aus dem evang. Matth. 9, 5—6. der ältere name ist wol, im sinn übereinstimmend, grundheil' Hoffmann v. Fallersleben, vgl. in Wagners arch. 1, 276. dafür nd. (hamb.-holst.) sta(h) up un ga(h) weg, ehrenpreis, veronica Richey 285; 'welchem kraute eine schnellheilende kraft zugeschrieben wird, in geschwülsten im räucherkraut' Schütze 4, 179; s. auch nd. korrespondenzbl. 2, 50 f. als sta up un ga darvan bei Walbaum idiot. Lubecense (Lpz. 1747), s. Pritzel-Jessen.
4909 Zeichen · 85 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    StehaufDer

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Х Der Stehauf , ohne Umendung oder — s, Mz . gl. ein Ding, welches wieder aufstehet, auf seinen Fuß oder sein unteres mi…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Stehauf

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Stehauf , Trinkgefäß, s. Tummler .

  3. modern
    Dialekt
    Stehauf

    Bayerisches Wörterbuch

    Stehauf Band 1, Spalte 1,700

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stehauf

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von stehauf 2 Komponenten

ste+hauf

stehauf setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

stehauf‑ als Erstglied (1 von 1)

Steh=auf=und=wandle

Campe

♁ † Steh=auf=und=wandle , o. Umend. u. Mz . ein Name des Kreuzenzianes, wegen seiner Heilkraft (Gentiana crucista L .); auch ♁ Heil=allen=Sc…

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APA
Cotta, M. (2026). „stehauf". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/stehauf/dwb?formid=S42240
MLA
Cotta, Marcel. „stehauf". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/stehauf/dwb?formid=S42240. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „stehauf". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/stehauf/dwb?formid=S42240.
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