stallknecht,
m. knecht, der für die arbeit im stalle gehalten wird, besonders im pferdestalle, valet d'écurie, der die pferde zu warten und den stall zu reinigen hat, gewöhnlich vom reit-, fuhr-, ackerknecht
u. s. w. unterschieden. Adelung,
vgl. Krünitz 169, 236
f. mhd. mnd. stal-,
auch stalleknecht Lexer
mhd. handwb. 2, 1131 (
seit dem 14.
jahrh.). Lübben
handwb. 373
b,
vgl. nl. stal-knecht.
stabularius, stabuli custos. Kilian 2, 628
a.
nhd. stallknecht,
equiso, stabularius Dasypodius; stallknächt (der),
stabularius, agaso. Maaler 384
a; stallknecht,
m. vallet d'estable. Hulsius 305
b;
hippocomus, ein stall- oder reutknecht, der der pferde wartet. Corvinus
fons lat. 236
a;
stabularius, stabuli custos, ein stallknecht, stallmeister. 634
b;
famiglio, garzone di stalla, stalliere, stabulone. Kramer
dict. 2, 904
b;
stabularius, mediastinus. Apin.
gloss. 509;
vgl.: ein rosz kämmer (stallknecht,
equiso) im pferdestall, wenn er
das pferd mit einer halffter angebunden, oder mit der maulkorbe (wenn er beissig ist) angehefftet, so butzt er es aus mit einer zänichten striegel (roszkam) decket es mit einer pferdedecken, mit dem habern ... füttert es, und reitet es darnach zur träncke. Comenius
sprachenth. 450.
belege: so ist mir nüt lustlicher ... denne daz ich iren orden (
der '
Johanser') an mich nemme, wanne leider ich enwart sin nie wirdig daz ich ir stallekneht solte sin. Nic. v. Laufen
an Nic. v. Basel s. 287
Schmidt (
a. 1371); unfleissige hirten, wächter, pförtner, büttel, stallknecht, feldschützen und dergleichen.
weisth. 1, 488; ja wan diesze warheyt wurd angefochtenn von den pawren, hirten, stalknechten, unnd geringen menschenn, wer wolt und mocht sie nit bekennen? Luther 6, 275, 2
Weim. ausg.; das wir die maultreyber, stalknecht, ja hurn unnd bubenn zu Rom mit unserm armut reych machen mussenn. 322, 28; (
der samariter,) der den halb lebendigen menschen auff sein thier legt ... unnd dem stalknecht befalh, sein zu warten. 7, 337, 16; 'pasce oves meas'. der bapst szol des vihes goths stallknecht seyn, sal uns das futter furlegen. 9, 459, 4; ein fürst sitzt etwan zuospilen mit spilbuoben, mit burgern, ein ritter mit dem stalknecht. Pauli
schimpf und ernst s. 115
Österley (
c. 145); wüssend, das die stalknecht truncken wǎrend und entschlieffend, das sy der rossen kein acht hattend.
Haimonsk. 42, 30
Bachmann; dasz heutiges tags ein lackey oder stallknecht eher den Vergilium ... in der hand hat, alsz ein paradiszgärtlein oder anderes herrliches gebettbuch. Philander 1, 372; ja eben, (
als) ob jhr ausz einem bessern taig gebacken, als der wüsteste stinckendeste tropff und stallknecht auff erden! 404; ein stalknecht hatt es (
d. schreiben) im stall vergessen. Elisab. Charlotte 3, 300 (29.
jan. 1713); in ietzt gedachter belagerung von Tortona, wolte der kayser (
Friedr. I.) einen gemeinen stallknecht wegen seiner tapfferkeit zum ritter machen. Hahn
hist. 3, 321; so bald ein stallknecht sich fühlt, dasz er feiner denkt, als die viehmagd; so wird er sie mit seinem spasze aus der bibel ... überraschen. das ganze gesinde schreyt vor lachen, alle bewundern ihn bis auf den ochsenjungen ... der satyrische stallknecht! Rabener 1, 105; (
beim wettrennen:) nun werden die pferde nach gelooseter ordnung von geputzten stallknechten in die schranken hinter das seil geführt. Göthe 29, 262 (
vgl. das folgende); wehe genug würde es mir thun, wenn ich (
auf d. theater) ... meines räubers majestät in der stellung eines stallknechts müszte erzwingen sehen. Schiller 2, 7 (
räuber 1.
vorr.); der zugang zu ihm (
Rudolph II.) war jedem ohne ausnahme versperrt, dasz man sich in einen stallknecht verkleiden muszte, um sich seiner person nur zu nähern. 8, 26; vor dem stall werden die stallknechte liegen, aber sie werden schlafen ..., und du kannst geruhig das goldene pferd herausführen. Grimm
märchen s. 229 (
nr. 57); von der reinheit des blutes will ich garnicht einmal sprechen: philosophen und stallknechte haben darüber gar seltsame gedanken. Heine 3, 109
Elster; dasz letzterer (
der deutsche baron) wirklich nichts als ein stallknecht ist, der von stallknechten stammt und nach dem stalle riecht. 555; er wäre nicht mehr dieser einzige mensch, wenn er nerven und muskeln hätte, wie ein stallknecht. Heyse
kinder der welt 1, 109; so wetten (
wollten) wir unser statrecht bruchen mit disem stalknecht.
fastn. sp. 837, 29 (
auch 821, 9. 839, 6); es hieng ein stallknecht seinen zaum gar hoch an einen tannenbaum. Uhland
volksl. nr. 151, 1; am stallknecht will ichs heben an, was er mir zuo laid hatt gethan. als ich in d herberg ynkeren thet und ihm mein rOesslin befolhen het, ... da thet er ihm den habern steln. Montanus
schwankb. 453, 25
Bolte (
v. untr. wirten B 6
b); stalknechte, scherschliper, kockedrengen (
küchenjungen), de laten sick nu all mit monsörs behengen. Lauremberg
schertzged. 3, 221; so dass zugleich auf éinem ruhebette der stallknecht und die favoritin keicht. Wieland
Oberon 5, 53.
im bilde: ich bin aufseher von bücherschätzen; und möchte nicht gern der hund seyn, der das heu bewacht: ob ich schon freylich auch nicht der stallknecht seyn mag, der jedem hungrigen pferde das heu in die rauffe trägt. Lessing 10, 125.