ständling,
adv. stehend, im stehen. eine ableitung, die dem oberd., besonders dem alemann. (
els. schwäb.)
gebiete eigen ist. die litteraturbelege gehören zumeist dem 16.,
einige der ersten hälfte des 17.
jahrh. an: stātim. voc. v. 1618
bei Schm.
2 2, 765; niendert decket man kein tisch (
in Jerusalem während der belagerung 70), sunder alles ausz den öfen gezuckt, stendling gessen, kaum halb gebachen. S. Franck
chronica (1531) 39
a; er (
der jude) soll
auch nit ständling das wasser abschlagen, uff dz jms wasser nit auff die füsz spritz.
weltb. (1542) 144
a; jecz nymbt salvator und die junger wasser, essen stendling, haben steb in henden.
Brixener passion vor 627,
s. Wackernell
passionssp. aus Tirol s. 367; bald schwang er sich durch die hinderste bein ... auff des pferds rucken, stellt seinen arsz gegen dem kopff, unnd das gesicht gegen dem schwantz, nam den zigel inns maul und die hengriemen inn beide händ, zog also ständling den sattel wider hinauff, unnd stellt sich mit gleichen füssen darauff.
Garg. s. 364
neudr.; ich halt nichts von eim der nit auff eim fusz ständling drey masz wein kan trincken. 398; sie (
die pfauen) legen jre eyer nicht sitzling, sonder das mehrer theyl ständling. Sebiz
feldb. 115.
zuweilen mit casusendungen: zuo dem ersten hat er den buoben
stendlingen gericht.
d. städtechron. 23, 109,
var. 22 (Sender
chronik zu 1505,
var. zu der unter ständig
mitgetheilten stelle); dessen erschracken die bawern sehr, besassen das gericht auff der stett also stendlingen, unnd fragten umb.
Schiltbürger (1598) 167
bei Bobertag
volksbücher 398, 8; der (
schnee) so thieff ist gewesenn, ... das sich das gwild hatt verstigen .., das es an dem ortt, da es gesprungen ist, gleich da hatt miesen bleiben stan, sein leben da lasen, auch frey im schne so thieff gestanden und so auffrecht, wer es hatt gesechenn, der hatt vermeintt, es lebe noch, ist also
stendlings gestorbenn. Dreytwein
Eszling. chronik 168, 17
Diehl (
zum j. 1556).
in folgenden stellen scheint ständling
adjectivisch gebraucht zu sein (
von einem '
stehtrunk'?): wirfft uns der wein schon inn treck nider, gehn wir doch morgen zu jhm wider: hieher jhr unfläter, es soll noch diesen ständlingen gelten.
Garg. s. 148
neudr.; die füsse, die offt hingegangen da andere gelegen, die müssen jetzt ligen da andere stehen: das ständling wincken, das ständling trincken, was solte es anders geben, als hincken? Philander 2, 479. —
so noch in alemann. mundarten: schweiz. ständlingen, ständlings
stehenden fuszes. Stalder 2, 392;
in Basel ständleze, ständlige, z'
oder ase g'ständlige. Seiler 277
a;
schwäb. ständlingen,
stando. Schmid 507,
vgl. auch: 's mädle von Wendlinge schlauft (
schläft) so leicht ständlinge, ist se denn net so g'scheit, dasz se 'nan leit?
schelmeliedle (
bei E. Meier
schwäb. volksl.) 96.