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stachlig

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

stachlig adj.

Bd. 17, Sp. 407
stachlig, adj. mit stacheln versehen. in der bedeutung von stachlicht nicht unterschieden und wie dieses seit dem 16. jahrh. ( Luther) bezeugt, vgl. Weigand 2, 789. in der ältern sprache herrscht die schreibung mit ch, die auf stachel-lich zurückweist, so bei Luther gewöhnlich stachlich (seltener stachlicht, s. das. 4), auch bei Mathesius und noch bei Jacobsson und Alexis; stachelich findet sich im 17. (Corvinus) und im 18. jahrh. (Felsenb., der junge Göthe, s. die belege). über den superlativ stachlichst s. unter stachlicht. sonst hat sich in der neuern zeit die schreibung mit g festgesetzt, wie überhaupt bei den adjectiven, deren stammwort auf -l ausgeht, und zwar ist hier die form mit erhaltenem mittelvocal häufiger als die syncopierte. so vereinzelt schon bei Henisch (1616): dörnen, dornig, dornicht, dornächtig, stachelig, das vil dörner hat, spineus, spinosus. 733, 40, und Opitz (s. 3). sonst erst seit mitte des 18. jahrh.: stachlig, spinosus, aculeatus, spinis hirsutus, pungens. Frisch 2, 314b. Adelung hat stachelig und stachlig, Campe stachelig. in den litteraturbelegen ist stachlig bei Wieland und Arnim, stachelig von Schiller an belegt. 11) von naturgegenständen. 1@aa) von thieren, die einen stachel haben oder deren haut mit stacheln bedeckt ist: (im bilde:) darumb sol man den gifftigen, stachlichen schlangen auff den kopff tretten. Luther 8, 119b. dazu: stachlich sein wie ein igel. Mathesius Syrach (1586) 2, 50a. 1@bb) von pflanzen und pflanzentheilen: (im bilde:) es sind wol widerspenstige und stachliche dornen bey dir, und du wonest unter den scorpion, aber du solt dich nicht fürchten, fur jren worten. Hesek. 2, 6; spina alles was an kräutern oder sträuchen stachelich oder dornich ist. Corvinus fons latin. 625a; 'stachliches blatt, spinosum, (gärtner) heiszt dasjenige blatt, welches am rande mit pfriemenförmigen, steifen, stechenden spitzen besetzt ist'. Jacobsson 7, 418b; 'in der pflanzenlehre heiszt stachelig (aculeatus) ein stock, wenn die überbleibsel des laubes stacheln daran zurücklassen; ein stengel, wenn spitzige mit der haut sich ablösende verlängerungen daran befindlich sind; ein blatt, wenn die oberfläche desselben mit stacheln besetzt ist; eine allgemeine blumendecke, woran die ränder der blättchen mit kurzen steifen stacheln bedeckt sind; ein allgemeiner fruchtboden (apiculatum), wenn er mit fleischigen stechenden kurzen spitzen besetzt ist.' Campe; onkels häuschen lag stumm und tot unter den breiten kastanien, von denen die stacheligen früchte auf das dach prallten. Ilse Frapan jugendzeit 104; sie war wie ein wildes exotisches kraut, das einsam in schluchten wächst, mit dunkeln, harten, stacheligen blättern. Ric. Huch von d. königen u. d. krone 13. 1@cc) von körpertheilen lebender wesen: ein aufgeworfener mund, der so wie das kinn mit einem schwarzen stachelichen barte besetzt ist. Göthe briefe 1, 21 (an Cornelie d. 6. dec. 1765); sie (das meerweib) sagte aber, sie esse es (das herz) lieber roh, und bisz sogleich ein groszes stück ab mit ihren scharfen, stacheligen zähnen. Ric. Huch teufeleien 149. 1@dd) auch von mineralien: stachliche krystalldruse, quarzum echinatum; kleinere krystalle, die um einen andern körper so herumsitzen, dasz sie dessen ganze oberfläche bedecken und mit ihren nach auszen gerichteten spitzigen pyramiden ihm ein stachliges aussehen geben. stachlicher markasit, marcasita aculeata. Jacobsson 7, 418b. 22) von werken der menschenhand: dichte verhacke und stachelige pallisaden verrammelten die zugänge zu dem steil anlaufenden berge. Schiller 8, 274; das ganze haus erschien ihr so stachelig, starr und finster wie die eisengitter vor den fenstern. Auerbach dorfgesch. 2, 202. 33) in bildlichem sinne (vgl. stachlicht 4), 'beissend, spitzig', so besonders stachelige worte, welche eine bittere beissende empfindung in dem gemüthe zurück lassen'. Adelung: da spottet der prophet des königes seer hefftig und mit stachlichen worten. Luther 19, 421, 28 Weim. ausg.; inspice verba et opera eorum. nihil est quam quod sie uns stechen, ut sanguis sequatur ... si dant ... stachliche wort. 27, 291, 4; ihr (der satyra) vornemstes aber ... ist, die harte verweisung der laster und anmahnung zue der tugend: welches zue vollbringen sie mit allerley stachligen und spitzfindigen reden, wie mit scharffen pfeilen, umb sich scheuszt. Opitz poeterei s. 23 neudr. (in der ausg. von 1690 dafür: stachlichen); an dem herrentische blieb es freilich bei einigen stachligen reden. Arnim 3, 355 (kronenw. 3, 1); weil ich mich aber erinnerte, ihr ... noch andere pretieuse sachen ... auf die treue gegeben zu haben, so konte doch nicht unterlassen, einen stachelichen gratulations-brief an dieselbe zu schreiben, und meine sachen wieder zurück zu verlangen. Felsenb. 2, 224. daher auch: zwar inkommodirte ihre stachliche zunge weniger, wo so viele stachlicht sind. W. Alexis Isegrimm 133. ferner: solchs sey gesagt vom stumpffen und rauchen antwort, so man sol den halstarrigen Jüden geben, auff jre stachliche gifftige frage. Luther 8, 124b; sein witz wurde nach und nach so stachlig, dass ihm keine biene mehr gewachsen war. Wieland 12, 175 (don Sylvio 6, 1); und David psalm 81. heisst es einen stachlichen oder bittern geist, wie die Jüden wider Christum hatten. Luther 6, 12b.
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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    stachligadj.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    stachlig , adj. mit stacheln versehen. in der bedeutung von stachlicht nicht unterschieden und wie dieses seit dem 16. j…

  2. modern
    Dialekt
    stachlig

    Schweizerisches Idiotikon · +1 Parallelbeleg

    stachlig Band 10, Spalte 1564 stachlig (II) 10,1564

  3. Sprichwörter
    Stachlig

    Wander (Sprichwörter)

    Stachlig Er ist stachlig wie ein Igel. – Mathesy, 250 a .

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stachlig I

Idiotikon

stachlig I Band 10, Spalte 1213 stachlig I 10,1213

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Cotta, M. (2026). „stachlig". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/stachlig/dwb?formid=S38791
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Cotta, Marcel. „stachlig". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/stachlig/dwb?formid=S38791. Abgerufen 15. May 2026.
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Cotta, Marcel. „stachlig". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/stachlig/dwb?formid=S38791.
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