sothanig,
adj. solch; gleichbedeutende weiterbildung zu sothan,
s. dieses und sogethan,
sp. 1407, solch,
sp. 1428.
besonders nd.: mnd. sodanich Schiller - Lübben 4, 283
b,
neben sodân: de openbaren sunders dat synt sodane menschen, de sodanyghe puntte unde stucke an sick hebn, dat se voer den menschen bekant synt voer sunders. Veghe 31, 17.
so noch neund., besonders in den küstenmundarten, auch als adv.: sodanig
auf solche weise. Mi 83
b;
ostfries. sodanig, sodannig,
so sehr, solchergestalt, dermaszen, doch auch 'n sodanig minsk. Stürenburg 247
b f. ten Doornkaat Koolman 3, 253
b. zoodanig
herrscht heute im holl. s. Franck 1215.
im ältern hd. nicht vorhanden (
vgl. köln. susdanig
d. städtechron. 13, 351, 19).
dagegen ist es zuweilen in die nhd. schriftsprache aus dem nd. eingedrungen, neben dem gewöhnlicheren sothan,
s. das. (Kramer, Stieler, Adelung): sotahnige dinge,
res pariles, aequales, similes. sotahniger schimpf,
talis et tanta contumelia. bey sotaniger beschaffenheit,
rebus sic stantibus. Stieler 2051; wenn sotahnige dinge vorkommen. ich werde ein sotahniges mich nicht underfangen.
ebenda. in der litteratur nur bei Zesen
bekannt, vgl. Gombert 2, 18: o elende gebrechligkeit sotahniger starr-köpfe!
Rosen-mând (1651) 80; sonderlich hat man harte dinge ... mit harten knallenden, ... liebliche mit lieblich klingenden worten, und solche worte mit sotahnigen buchstaben, die dergleichen klang sichtbarlich entwürfen, ausgebildet. 181.
adverbial: nachdem ... die natur selbst durch den schatten gemahlet und die dinge entworfen, ja selbige sotahnig die menschen gelehret. 62; welches seind dan die fremden buchstaben, die sie sotahnig verwürren? 81; itzund schreiben die meisten auch etliche hochgedachter geselschaft mitglieder selbst, guht- und muht-willig sotahnig, dasz sie vor die guhten auch längst üblichen deutschen wörter lieber fremde gebrauchen.
derselbe bei H. Schultz
sprachgesellsch. (
Göttingen 1888) 66.
mundartliche formen: schweiz. setig
und sötig Hunziker 240, sötig Bühler
Davos 1, 149. Frommann 4, 15
a (
vgl. Grimm gramm. 3, 48,
anm. 2),
tirol. söttig Schöpf 671. 680,
schwäb. a sötteger
Bayerns mundarten 1, 60,
thür. sötcher Keller 42,
altenburg. sidch Hertel
sprachsch. 229,
obersächs. (
um Halle und Schkeuditz) suttch, sittch Albrecht 220
b.