Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
skafreita
‚Schafstall, Schafhürde; caula, ovile, vervical‘
(vgl. mndd. schâpestal m. ‚Schafstall, Kirche‘).
Determinative Zusammenrückung aus dem
Gen.Pl. von skâf und stal (s. dd., s. auch skâf-
stal). – skafreita f. ō-St., in Gl. seit dem 9. Jh.:
‚Gestell, Schrank; armatria, toreuma, vasa
tornata‘ (mhd. schafreite st.f. ‚Küchenschrank,
Gestell für Gefäße‘, nhd. dial. schweiz.
schaf[f]reiti, schaf[f]ereiti f. ‚Küchenschrank,
Geschirrschrank, umständliche Einrichtung
v. a. am Webstuhl‘ [Schweiz. Id. 6, 1654 ff.],
vorarlb. [veraltet] schaffreite f. ‚altmodischer
Küchenschrank, kleiner, an der Wand hängen-
der Schrank für Lebensmittel, Trog für Dörr-
obst u. dgl.‘ [Jutz, Vorarlberg. Wb. 2, 858 f.];
as. skaparêda f. ‚Geschirrschrank, Kannen-
stock‘; frühmndl. scaprade ‚Vorratsschrank‘,
mndl. schaprede ‚Geschirrschrank‘). Determi-
nativkomp. aus skaf² und einem KHG, das auch
in antreita vorliegt (s. dd.; vgl. B. Meineke
1991: 147 ff.). – skâfstal m. a-St., in Gl. seit
dem 12. Jh.: ‚Schafstall, Schafhürde‘ (mhd.
schâfstal st.m. ‚Schafstall‘, nhd. Schafstall m.
‚Stall für Schafe‘). Determinativkomp. aus skâf
und stal (s. dd., s. auch skâfostal). – skâfstîga f.
ō-St., in Gl. seit dem 12. Jh., auch im SH:
‚Schafstall, Schafhürde; caula, ovile‘ (mhd.
schâfstîge f. ‚Schafstall‘). Determinativkomp.
aus skâf und stîga (s. dd.). – Splett, Ahd. Wb. 1,
741. 828. 840. 920. 937; eKöbler, Ahd. Wb. s. vv.
skafreita, skāfstal, skāfstīga; Schützeichel⁷ 284;
Starck-Wells 530 f.; Schützeichel, Glossen-
wortschatz 8, 266 f.