Eintrag · Althochdeutsches Wörterbuch
siften sw. v.
sw. v. (ae. beeinflußt, s. u.), mhd. sihten, nhd. sichten (aus dem Nd. entlehnt), dial. schweiz. siften Schweiz. Id. 7,370; mnd. sichten (zum Wandel von ft zu ht vgl. Krogh, As. S. 263 ff., bes. S. 267), mnl. siften, sichten; ae. siftan.
Verschrieben: gi-sistit: part. praet. Gl 1,375,2 (Carlsr. Aug. CXXXV, 9. Jh.; vgl. Leydecker S. 42; wohl für gisiftit, vgl. siftit crebrat u. siftid crefrat (l. cribrat) Sweet, OET S. 48,213 u. Anm. z. St.).
etw. sieben, in der Verbindung gisiftit melo gesiebtes Mehl (für ein aus Mehl hergestelltes Gericht): polenta .i. subtilissima farina .i. sinesduma uel gisiftit melo [zu: filii Israel ... comederunt de frugibus terrae die altero, azymos panes, et] polentam [eiusdem anni, Jos. 5,11]; das zum Lemma polenta gehörende lat. Interpretament subtilissima farina ist für die Übersetzung durch ein Syntagma verantwortlich, vgl. Mikeleitis-Winter S. 102; zur Gleichsetzung von polenta, das eigentlich die Bed. ‘Gerstengraupen’ hat, mit subtilissima farina vgl. Frings, Germ. Rom. II,461 f.; zu sineduma (Hs. sinesduma mit übergeschr. s für saxonice) vgl. Bosw.-T. S. 888 s. v. smedema ‘feines Mehl’.
Vgl. sib.
Vgl. Mikeleitis-Winter S. 101 f.