Eintrag · Althochdeutsches Wörterbuch
selbâza sw. f.
sw. f.; mnl. selfete (vgl. Keil-Müller, ZfdA. 108,18 f. u. Anm. 48); ae. selfǽte.
selb-eza: nom. sg. Gl 3,471,4 (Bonn 218, Gll. 11. Jh. (?); zu mfrk. -e- für umgelautetes â vgl. Braune, Ahd. Gr.16 § 34 Anm. 2; anders Splett, Ahd. Wb. I,2,804 u. Gl.Wortsch. 8,150 s. v. selbezza). — selu-eza: nom. sg. Mayer, Glossen S. 18,10 (Breslau III F 19, Gl. 10. Jh.; zu mfrk. -e- für umgelautetes â s. o.).
Gemeines Kreuzkraut, Senecio vulgaris L. (vgl. Marzell, Wb. 4,276 ff.): selbeza senecion Gl 3,471,4 (vgl. geruncia sinicion, CGL III,591,13 u. sinicion (h)erba (h)ortula, ebda. 595,19). Mayer, Glossen S. 18,10; zu selb- zur Bez. einer Pflanze, die von sich aus, d. h. ohne Unterstützung durch andere Heilmittel, in der Lage ist zu heilen, u. zu âza als Benennungsmotiv für die ätzendeiterziehende Wirkung vgl. Keil-Müller, ZfdA. 108,183 f., Riecke, Med. Fachspr. 1,483.
Vgl. selblâhha.
Vgl. Fischer, Pfl. S. 284, Keil-Müller, ZfdA. 108,180—187.