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schwindlig

nhd. bis Dial. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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9 in 7 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

schwindlig

schwindlig

schwindeln Vb. ‘sich schwindlig fühlen, betrügen’, ahd. swintilōn ‘in Ohnmacht fallen, Schwindel empfinden’ (um 800), mhd. swindeln ist Iterativbildung zu dem unter schwinden (s. d.) dargestellten Verb. Bereits im Ahd. stehen persönliche Konstruktion (swintilōmēs ‘wir schwindeln, fühlen uns schwindlig’) und unpersönliche mit Dativ der Person (uns swintilōt) nebeneinander. Durch freieren Gebrauch entwickelt sich im 18. Jh. ‘sich (wohin) versteigen, abenteuerliche Entwürfe oder Versprechungen machen’ und unter Einfluß von Schwindel ‘Betrug’ und Schwindler ‘Phantast, Flunkerer’ (s. unten) die heute vorherrschende Bedeutung ‘die Unwahrheit sagen, lügen’. – Schwindel m. ‘Taumelgefühl, Lüge, Betrug’, mhd. swindel ‘drehendes Gefühl im Kopf, Taumelgefühl’, aus dem Verb rückgebildet. Übertragen ‘Taumel der Erregung, der Begeisterung’ (18. Jh.). Ausgehend von einer Verwendung ‘unbesonnenes Handeln’ (vereinzelt bereits 16. Jh.) entwickelt sich über ‘unlauteres Handeln’ die heute vorherrschende Bedeutung ‘Lüge, Betrug’ (18. Jh., geläufig seit dem 19. Jh.). Schwindler m. ‘Schwärmer, Phantast’ (17. Jh.), ‘unbesonnener, leichtsinniger, unlauterer Mensch’ (Ende 18. Jh.), ‘Betrüger, Lügner’ (19. Jh.). Aus dem Dt. entlehnt engl. swindler für ‘unbesonnener, leichtsinniger Mensch und Geschäftemacher’ (18. Jh.), danach auch ‘Hochstapler, Betrüger’, das über Hamburg auf das Dt. zurückwirkt. Schwindelei f. ‘Lüge, Betrug’ (2. Hälfte 18. Jh.). schwindlig Adj. ‘körperlich Schwindel empfindend’ (16. Jh.).
1503 Zeichen · 48 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schwindlig

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Schwindlig , -er, -ste, adj. et adv. den Schwindel habend, mit dem Schwindel behaftet. 1) Eigentlich. Schwindelig seyn, …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schwindlig

    Goethe-Wörterbuch

    schwindlig auch -lich; meist ‘jd/jdm ist s.’, ‘jdm wird s. (im Kopf)’ oä a konkr; ‘S-e’: von Höhenangst betroffene, nich…

  3. modern
    Dialekt
    schwindlig

    Elsässisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    schwindlig [wentlik Su. ] Adj. schwindlich. Ër liegt (lügt) ei ne m a n , d ass es ei ne m s. wurd.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schwindlig

1 Bildungen · 0 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von schwindlig

schwindlen + -ig

schwindlig leitet sich vom Lemma schwindlen ab mit Suffix -ig, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

schwindlig als Zweitglied (1 von 1)

g(e)schwindlig

Idiotikon

g(e)schwindlig Band 9, Spalte 1956 g(e)schwindlig 9,1956

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schwindlig". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schwindlig/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „schwindlig". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schwindlig/pfeifer_etym. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schwindlig". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schwindlig/pfeifer_etym.
BibTeX
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