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Schwämmchen

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Schwämmchen

Bd. 18, Sp. 103
Schwämmchen (Soor), durch einen Pilz (Monilia candida, Oidium albicans) hervorgerufene Affektion der Mundschleimhaut. Bei Kindern findet man S. in den ersten Tagen und Wochen des Lebens, selten im zweiten Monat, besonders bei vernachlässigter Mundpflege. Auf der innern Fläche der Lippen, auf der Zunge und dem Gaumen bilden sich weißliche Pünktchen oder ein zarter, reifähnlicher Beschlag, bei hohem Grade käsige und schmierige Massen vom Aussehen geronnener Milch. Anfänglich lassen sich diese Massen leicht entfernen, später sitzen sie fest auf der Schleimhaut und hinterlassen nach der Entfernung blutende Flächen. Vom Mund aus pflanzt sich der Belag auf den Schlundkopf und die Speiseröhre, gelegentlich auch auf den Kehlkopf fort. Die mikroskopisch kleinen Fäden, aus denen der Soorpilz besteht, liegen oberflächlich in der Schleimhaut, können aber auch in tiefere Schichten hineinwuchern. An S. erkrankten Kindern ist fast immer das Saugen schmerzhaft. Die Sporen des Soorpilzes gelangen durch die Luft oder mit säuerlichen Speisen, mit unsaubern Saugpfropfen etc. in die Mundhöhle, einen günstigen Boden finden sie durch Mundkatarrhe, durch das Verbleiben von Resten schlechter Milch in der Mundhöhle etc., wobei die Pilze in abnormen Zersetzungsprodukten einen geeigneten Nährboden finden. Die Behandlung bezweckt die Entfernung des Pilzes und die Beseitigung des Mundkatarrhs. Erstere geschieht mechanisch mit einem um den Finger gewickelten nassen Leinwandläppchen, die weitere Bekämpfung des Pilzwachstums und des Mundkatarrhs durch häufiges Ausspülen und Auswaschen der Mundhöhle mit Boraxlösungen oder auch durch Betupfen der ergriffenen Stellen mit schwacher Höllensteinlösung. Die Saugpfropfen, oft die Träger der zersetzenden Stoffe, müssen nach dem Gebrauch durch Auskochen stets sorgfältig gereinigt werden. Bei erwachsenen Schwerkranken oder bei Greisen begünstigt die Trockenheit der untätigen Mundschleimhaut Zersetzungsvorgänge und damit Erkrankung an S., hier ist Vorbeugung durch große Reinlichkeit sehr wichtig. Auch die aphthöse Mundentzündung (Aphthen) wird manchmal als S. bezeichnet. Sie kommt ebenfalls am häufigsten bei Kindern vor, und besteht in meist rasch heilenden, bis linsengroßen, flachen, graugelben, von gerösteter Schleimhaut umgebenen Geschwürchen.
2298 Zeichen · 20 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    schwämmchenn.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    schwämmchen , n. , dim. zu schwamm: schwämmichen, spongiola, fungulus Steinbach 2, 550 ; im munde der kinder ( siehe sch…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schwämmchen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schwämmchen ( Soor ), durch einen Pilz ( Monilia candida, Oidium albicans ) hervorgerufene Affektion der Mundschleimhaut…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schwaemmchen

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von schwaemmchen

schwamm + -chen

schwaemmchen leitet sich vom Lemma schwamm ab mit Suffix -chen, mit Umlaut-Wechsel.

Zerlegung von schwaemmchen 2 Komponenten

schwa+emmchen

schwaemmchen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schwaemmchen‑ als Erstglied (1 von 1)

Schwämmchenflechte

Campe

schwaemmchen·flechte

Die Schwämmchenflechte , Mz. — n , eine Art Flechten in Norwegen und Schweden, deren Absud den kleinen Kindern mit Milch als ein Mittel gege…