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Schussel II

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Eintrag · Rheinisches Wb.

Schussel II

Bd. 7, Sp. 1940
Schussel II, Schüssel II das Wort, aus lat. scutella »Trinkschale« entstanden, ist allg. u. weist drei Grundformen auf: α. zu ahd. scuzzila, mhd. schüzzel Rhfrk šisəl, –e-, eine Form, die der rhfrk. NGrenze folgend, bei Zell an die Mos reicht, rrhn. sw. ausschl. Neuw-Rockenf Hüllenbg Wollend Gönnersd (mit -ø-), einschl. Irlich NBieber Engers, Kobl-Bendrf (mit -e-); β. zu asächs. (u. überhaupt nd.) scutala zunächst mosfrk. Saar. Hochw Mos u. südl. Mos noch im vorderen Hunsr bis zur Bopparder L. Bernk-Merschd, Simm-Buch; šosəl (in Saarl reicht diese Form bis einschl. Schaffhsn Hostenb Bous Griesborn Lisd Ensd Hülzw Saarwelling Körperich, ausschl. Buprich Hüttersd Aussen; weiterhin ist die östl. Grenze des trier. Hochw. die Scheide; rrhn. beginnt diese Form erst sö. der OGrenze von Neuw; Trier-Stdt -os- u. -øs-) eine Form, die eine Mischform darstellt zwischen der Form α u. der Form γ. šotəl, die n. einschl. der mosfrk. Eifelorte unmittelbar n. der Mos u. Kobl u. rrhn. n. Neuw (s. o. die Südgrenze von šesəl) Altk, Siegld herrscht, u. zwar im mosfrk. Teil -od-, –ot- [Altk-Sieg auch -ǫd-]; Siegld -od- [oFerndorft u. Littfet -ø-; Hickengrund -os-]; Rip, Nfrk -ot- [Berg -øt-; MülhRuhr -yt-; sonst Ruhr -øt-; n. ausschl. Ruhr -ǫt-, auch vielfach Mörs; Rees-Wesel šødəl, –y-]; Pl. -ələ, –əln, SNfrk, Klevld -əlts [in MGladb zum Sg. -ot- auch der Pl. šȳətələ], Demin. šisəlχə(n), –e-, šøtəlχə, –əlkə, –əlochə, –əltjə [im SNfrk vielfach šødəlkə] [urkdl. schottelen Köln 1379; schuttelen Aach 1394; baschlaigen schottel Köln 1519; die schüttelen Dür-Nideggen 1554] f.: 1.a. Schüssel jeder Art u. Form, das einzige Wort für diesen Begriff Rhfrk, Mosfrk (nicht rrhn., wo Kump daneben steht); es gibt hier die Bireschmier-, Deig-, Fleisch-, Gemüs-, Grumbire-, Kässchmier-, Kuche-, Salat-, Sauerkraut-, Suppesch. [im WMosfrk nennt man eine sehr kleine, tiefe Sch. Zalättchen (frz. saladier) für Salat, Gemüse; die ganz flache Sch. mit erhobenem Rand Plätel für Fleisch, Bratkartoffeln; die ganze grosse, tiefe Sch. mit Deckel Zoppekomp für Suppe (s. dazu Kump II 1 b ζ) Rip, Nfrk u. Westerw, wo Kump daneben steht, ist Sch. eine grosse, nicht bes. tiefe, also flache Schüssel, zum Auftragen von Kartoffeln, Salat, Fleisch, von runder oder länglicher Form, aus Ton oder Porzellan (älter auch von Zinn), en erden, postelinge (zenne) Sch., im Gegens. zur Komp »tiefe Schüssel«, die hatte nöcks om Desch wie en Komp Zupp on en Schottel Erpele (Kartoffeln); früher wurde gemeinsam aus der Sch. gegessen, statt jede Portion erst auf einen Teller zu schöpfen; heute ist es so, dass die alten Schotteln für den Tisch kaum mehr in Gebrauch sind (in wegwerfendem Tone für »Kump«, a. RA. darüber sind noch lebendig); noch freilich hat man die Schloter- (Salat-), Gemös-, Fleschsch.; man knetet noch die Butter in einer Sch. u. füllt sie wohl noch in die Bottersch., wie man auch noch die Kässch. hat; auch die Kochesch. für die Pfannenkuchen, Spöl- (Spül-), Wäschsch. sind noch im Gebrauch; dem Hunde, der Katze setzt man ihr Fressen in einer Sch. (Katzensch.) vor, oft aus Holz gedreht oder ein alter Teller Rip, Nfrk, Westerw; Tartesch. (Torten-) Eusk; de Sch.ə spöle, wäsche, uskratze (krapen); us der Sch. esse Rip, Allg. RA.: Sch. on Schap die gesamte Kücheneinrichtung Mörs, Klevld. Sch. we Bröh einer so schlecht wie der andere Eup. Völl Möng (Münde), leəg (leere) Sch.ə Aach, Erk, MGladb. Wat notzt (bat) mich eng schön Sch., wenn't nicks dren es! gesagt, wenn einer ein schönes, aber armes Mädchen heiratet Aach-Merkst, Allg., — en moje (fine) Sch., wenn necks (Guts) drin es (drop leckt)! Klevld, — en selvere Sch., wenn ech necks drop hane! Eup. Leəge Sch.n geəwen gutt Weər (Wetter) för morgen Gummb-Berhsn. Wenn et Brei rennt (regnet), lit sinn Sch. öm Eup, — hät hej de Sch. op de Sölder Rees-Ringenbg, — under't Dak Dinsl-Gahlen, — hät me gen Sch.ə Mörs-Xanten. Gebaschte (geborstene) Sch.ə halden et längs Menschen mit Gebrechen leben am längsten SNfrk, Rip. De hät Sch.ə Geld verdent sehr viel verdient Rip. Der Leit, halt Sch.ə uf, et rent (regnet) Kerschebrei (Kirschen-)! vom Verschwender gesagt, der seine Genossen frei hält Simm-Laub. Der iss de Sch. noch met der gierige Esser Rip, Allg. Tellerche geleck un Sch.cher gespolt (gespült), dat het dem Lis-che got geschmack Neuw (kurköln.). Schöttelke spöle einen flachen Stein über eine Wasserfläche hüpfen lassen Heinsb-Erpen, Erk, Kemp-Süchteln, MGladb-Viersen, Neuss-Hackenbr, Malm-Vith, — wäsche Düss-Lintorf, Duisb, — schmite Erk-Stdt, Kemp-Dülken Waldniel, Duisb, — werpe Schleid-Dreiborn, Monsch-Rohren, Jül-GrBoslar, Erk-Lövenich; hierbei der Spr.: Schöddelke op der Weier, du bös der Düvel sine Freier Heinsb-Erpen; auch, wo das Spiel nicht so bezeichnet wird: Schöttelche om W., der Deuwel es dei Fr.! Altk-Willr, — de Schinner es din Fr.! Siegld-Hilchenb; Schesselchen, Sch. iwer de W., den D. eəs dei Fr.! Merz-Losh. Die han grusse Sch.ə on wennig ze fresse von armen Grosstuern Rip, Allg. Er hot en Sch. gebroch (verbroch) ist beim Gleiten über die Eisbahn gefallen Rhfrk, — de Arschschissel verbroch Simm-Laub. He hät en Sch. zerbroche ein Mädchen verführt Sieg-Seelschd, Siegld. Se sing am Sch.n benge (binden) tuscheln miteinander Gummb-Dieringhsn. Frage: Wer war'sch? Antw.: Der Nimmand, der wo die Sch.ə bricht, d. h. man kann den Schuldigen nicht ermitteln Wend-Dörrenb. An eng au (alte) Sch. es nicks miəh ze flecke an alten Menschen Aach-Merkst. Ein Kalb un (an) der Sch. zielen mit Milch auffüttern Bitb-Mettend. We et noddste (nächste) a gen Sch. sett, sennt (segnet) sech et irscht Eup. Dou wells et so pront (genau) häbbe wie drej Eier op en Schöttelke Geld-Walbeck. Ut (aus) (van) der Sch. op den Teller Gummb, Allg. Met enem us ener Sch. eisse mit zur Familie gerechnet werden Monsch. Met dem lässt sech net aus der Sch. esse er ist unverträglich Koch-Greimersbg. Aus er schiner Sch. kann mer och net e., wann neist dran (drin) as der Schein trügt Daun-Neroth. Schonheit kömmp nit allein van Gott, se k. ock ut de Sch. on de Pott Mörs. Dem han se de Katze dur de Sch. gejaət (gejagt) ihm nichts vom Essen übrig gelassen; er hat das E. verpasst OBerg, Sieg. En de Sch. kennt en de Sträch (Streich, Dreschertakt) besser as beim Schaffe er ist beim Essen eher zur Hand als bei der Arbeit Koch-Lutzerath; de kann leter (leichter) en der Sch. ärbede Eusk-Eschw. Jo, met der Maul un (in) der Sch. (brengt den dat ferdig)! von einem Prahler, der etwas mit Leichtigkeit vollbringen zu können behauptet Bernk-Neumag. Et os ener Katz Neggd (Neid), wonn de anner on de Sch. segt (sieht) Prüm-Ihren. Wat hon ich da mat er lediger Sch. ze duhn, wu neist dran (drin) as! ein Mädchen ohne Vermögen heirate ich nicht Bitb-Dudeld. Van er schüanen (netten) Sch. werd me nit satt, frett me nit dass. Berg. Van der Sch. op den Köttel (Kot) vom Tisch sogleich zum Abort Sol. Wat gön eich fir en Sch., wen neist dran as! für ein Mädchen ohne Vermögen Trier. Et as en Schan (Schande) fir die schen Sch.! gesagt, wenn jmd. stirbt, der sehr geachtet war Trier-Mehring. — Sich Schösselches legen sich in den Schoss des andern legen Trier-Stdt. — Im Kinderld. Sch.ə wäschen, Panne schuren, dat sall duren (dauern) bös sewen Uhren, ka, ka, kitsch (fitsch)! gesungen beim Gehen mit verschränkten Armen; bei ka ... wird Kehrt gemacht Mörs, Nfrk, Aach, — bis negen (neun) Uhren, ka, ka, fitsch, widde, witsch! Barm. Plätzen, platzen, Sch.ə wassen, Hüs ütkehren, allesduhn, dat soll ons klän N. duhn! gesungen, indem zwei Kinder auf ihren verschränkten Armen ein drittes Kind tragen, beim letzten Vers wird es heruntergelassen Klev-Goch. Schöttelsche, Sch. van Wesel, lott de Saldote dressele (drechseln), gef se Water, g. se Brot, g. se enne harte Tustot, en T., twee T., drej T., gej sid frei! Abzählr. Geld-Kevelaer. A.: Schöttelchen om Weiər. B.: Der Düvel os denge Freier. A.: Sch. om Padd (Pfad). B.: Der D. os denge Patt (Pate). A.: Sch. om Pöhlche (Pfuhl). B.: Der D. hät den Stöhlche (Stuhl). A.: Sch. en der Trapp (Treppe). B.: Der D. hät deng Kapp. A.: Sch. en der Tröt (Jauche). B.: Der D. hät den Flöt! Schleid-Hellenth. A.: Scheddelche of der Trappe! B.: Der D. es din Padde! Siegld. A.: Schöddelchen op der Gardendür! B.: Leck mech em Arsch on wart derfür! Altk-Wissen. Te Strole (Geld-Straelen) es necks te hohle, leəge (ledige) Sch.ə en dor necks drin; den Düvel mag te Str. sin! Neckspr. (verbr. bei andern Orten). Hottebach (Bernk-Hotteb) hot de Krach; grosse Sch.ə, wenig dren, de D....! Geweroth (Kreuzn-Gebr), trocke Brot, gr. Sch....! — Scherzfr. Wie können dri Kender dri Eier onder sek deilen, dat jeder en Ei krigt on noch en Ei in de Sch. blifft? zwei nehmen ein Ei, das dritte die Sch. mit dem Ei Dinsl. — b. Schöttelche (-əlkə, –əlšə) Untertasse, auch Kaffesch. Rip in Malm, Monsch, Eusk, Köln-Stdt, Bergh, Eup-Raeren, Aach, Sieg-Seelschd Süchterschd, uWupp, NBerg in Sol, Mettm-Wülfr, SNfrk, Mörs, Mülh-Ruhr, Emmerich; sonst Schälchen, Schöllchen; Schöttelche Desserttellerchen Aach-Merkst; Buttertellerchen MülhRh-Kierd. — 2. übertr. a. sachl. Schüsselartiges. α. Geheimfach in einer Truhe Geld-Kevelaer. — β. Bestandteil der Zentrifuge Koch-Laub. — γ. et Schöttelche der im Lagerkästchen der Mühleneichenbalken eingelassene stählerne Behälter, darin mit flüssigem Blei u. Eisenkeilen befestigt, worin die Spitze der Mühlenachse läuft Sieg-ODollend. — δ. Fülltrichter, durch den von der Gichtbühne aus der Möller in den Schacht des Hochofens gestürzt wird Altk. — ε. hölzerne Scheibe am Handgriff der Sicht, Schlagsense für Getreide Mörs-Neuk. — ζ. breite Pflugschar, die die Ackererde umwirft Jül-Barmen, Erk-Körrenz. — η. Bohnenhülse Barm. — θ. breiter, schwarzer Hosenknopf Bitb-Badem. — ι. scherzh. der halbe Mond Bernk-Wolf. — κ. verächtl. Pl. plumpe Schuhe Köln-Stdt. — b. persönl. verächtl. ein dummes, gedankenlos handelndes, ungeschicktes, ungehobeltes Weib; en domm, dof (taub) Sch.; al Sch. altes W.; en geck (doll) Sch. verliebtes W. Prüm, Rip, Grevbr, MGladb, Kemp-Breyell, Geld-Issum, Sol, Mettm, Düss.
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