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schübel

mhd. bis sprichw. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schübel m.

Bd. 15, Sp. 1814
schübel, m. zu schieben, was geschoben wird, mhd. schübel, schubel Lexer mhd. handwb. 2, 808, ahd. scubil Graff 6, 409, gebildet wie schiebel, schaufel, schlägel, schlüssel, zügel, kein deminutiv, vgl. Kluge nom. stammbildungsl. § 90. Wilmanns gramm. 2, § 207, später aber anscheinend auch so aufgefaszt, heute nur landschaftlich, auch mit pp. Tobler 400b. Schmeller2 2, 362 (Weihers). 11) was als verschlusz vorgeschoben wird, riegel Adelung (unter schübling, als landschaftlich bezeichnet), obex Steinbach 6, 409, scubila, pessuli Graff 6, 409, bildlich: wen deʒ alten flûches schiubel het unser heil verschoben. Hugo v. Langenstein Mart. 255, 78; auch fensterladen, bildlich: sô wir daʒ venster der gehügede verrünen mit irdischen schübelen ûʒers gescheftes übervlüʒlîchen, sô enmac der wâre sunne schîn in unser herze niht milteclîchen gevlieʒen unde trœstlîchen. myst. 1, 323, 21; karkeit ist himel venster schübel. Hugo v. Trimberg renner 991. im sinne von riegel 2 (s. dies oben th. 8, 924), verbindendes querholz, aarg. trischübel, das hinter fenster- und thüröffnungen oben übergelegte querholz, auf dem weiter gemauert wird Hunziker 59. 22) was als stopfen in eine öffnung geschoben wird, schübel (der) von wullen, miesz unnd dergleychen, darmit ein loch oder spalt und schrunden verschoppet wird, spissamentum. Maaler 362c, spissamentum, damit man etwas verstopfet. Schottel 1410, propf Stalder 2, 352. Bühler Davos 1, 138, auch zapfen Hunziker 231: darausz (aus leinen) macht er ein schübel (für die wunde). quelle bei Lexer mhd. handwb. 2, 808. bildlich: rew ist ein zuschopffender schübel des weiten gruntlôsen hellischen loches. quelle bei Schm.2 2, 362. aargauisch ist bolleschübel der aus wolfstope (lycopodium clavatum) gemachte milchfilter Hunziker 34 (von bolle, knospe ebenda), baslerisch folleschübel Seiler 119a, daher heiszt auch die dazu gebrauchte pflanze selbst volle schübel Pritzel - Jessen 226b (Entlibuch). 33) was zusammengeschoben, zusammengeballt wird oder erscheint. 3@aa) büschel, bündel: ein schübel heu, pugno di fieno Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 514a; ein schübel haare, wolle. Höfer 3, 116. Schm.2 2, 362. Schöpf 607; hanff und flachs sie (eine faule magd) schendlich verbutzelt, gantz schubel wercks sie mir versteckt. H. Sachs 1 (1558), 509b; zerschnidens bley bey mir gehabt hab, welches ich in ein pfannen legt und mit eim schübel flachs zudeckt. Ayrer 2633, 22 Keller. bildlich: des ist sellschaft ein gantzer schübel zusam gebunden aller ubel. H. Sachs 1 (1558), 321d. schübel ohne zusatz wird auch im sinne des wahrscheinlich etymologisch verwandten schopf, haarbüschel (s. dies oben sp. 1527) gebraucht: wart, i nim di' beim schübel! Schm.2 2, 362. 3@bb) erdklumpen, scholle Stalder 2, 352. Schmid 481. Sartorius 113, groszes stück Seiler 264a, stück käse, wurst Hunziker 232, pille: mache dar aus schubel, dî sol er în schieben. quelle bei Lexer mhd. handwb. 2, 808. 44) im engen anschlusz an 3, soviel auf einmal in den mund geschoben wird, gabelvoll Klein 2, 144 (Hohenlohe), mundvoll Stalder 2, 352: einen schübel oder zween salat essen, mangiar' un boccone ò una pironata, forcinata d' insalata Kramer 2, 514a. 55) freier wie 'haufen, menge' Schm.2 2, 362. Höfer 3, 116. Schöpf 607. Bühler Davos 1, 138. Frommanns zeitschr. 6, 266, 41 (Nürnberg). Schmid 453. Stalder 2, 352, auch in der schweiz. deminutivform schübeli: was ihm dann das schübeli geld hülfe? Gotthelf Uli der knecht 116 Vetter; ein schübel leute, schafe, gänse, hühner Höfer 3, 116; a schübăl Davâsăr wôrt. Bühler Davos 1, 138; des ist der bösen zungen schübel wurtz und ursprung schier aller ubel. H. Sachs 1 (1558), 302a; zu hell yetzt von jn (den schlemmern) schwitzen musz jr zutrincken und uberflusz .. jr abweisz und unsinnigkeyt, jr gröltzen, kotzen grosse schübel. 357a. bildlich: der sunder suntlich laster wirt noch beweret vaster mit der wernden schanden schubeln. Hugo v. Langenstein Mart. 204, 47; mich reidt des gantzen unglücks schübel. H. Sachs 1 (1558), 319b; möcht es müglich sein das aller menschen angst und übel zusamb wird tragen auff ein schübel. 391c; o Clas wie geht es uns so ubel, sich hat des gantzen unglücks schübel bey uns gar wol gesiebenfeltigt. 3 (1561), 1, 241c. mit groszem schübel, mit schübeln, haufenweise, in menge: jr (der mönche und pfaffen) bösz wandel macht grosz gestenck, das drung als auff mit grossem schübel, erstenckt die hell gar leichnam ubel. 1 (1558), 358d; wie gar nichts gutes in jm wohn und sich auch nit beschützen kon vor leiblich noch geistlichen ubeln, so doch teglich kommen mit schübeln, den menschen anfechten und plagen. 2 (1570), 1, 62b; jedoch so gschwind gleich wie ein boltz wachsen der kifferbeisz noch mehr, je lenger gewaltiger sehr, so mit grossem schübel und hauffen, dasz ich jn entlich musz entlauffen. 5 (1579), 378d. e schübel schweizerisch auch fast adverbial wie 'tüchtig, sehr': e schübel lachen Seiler 264a. Hunziker 232, bei Stalder 2, 352 einen schübel voll lachen. ähnlich in der Lausitz ich werde ein schübel zu dir kommen, ein wenig, einen augenblick Anton 4, 8. 66) einfältiger, tölpischer mensch Schmid 481. Stalder 2, 352, wol im anschlusz an 3, b, also eigentlich ein ungeschlachter; aber auch ein schwerhöriger Hunziker 232. Stalder 2, 352. vergl. schübelohr.
5403 Zeichen · 97 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    schübelstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +2 Parallelbelege

    schübel stm. das womit man eine öffnung verstopft, wie moos, heu und dgl., das womit man etwas versperrt, riegel. Frisch…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    SchübelDer

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Der Schübel , — s, Mz . gl. 1) Ein Ding, welches sich schieben läßt. So wird der Riegel ein Schübel oder Schiebel genann…

  3. modern
    Dialekt
    Schübel

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Schübel [ʿSewl Dü. ] m. 1. Erdklumpen, mit Pflanzenwurzeln durchzogen. M i r hän d e r alt Kleeacker um ge broche n , s …

  4. Sprichwörter
    Schübel

    Wander (Sprichwörter)

    Schübel Einen Schübel lachen.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schuebel

9 Bildungen · 8 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von schuebel 2 Komponenten

schue+bel

schuebel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schuebel‑ als Erstglied (8 von 8)

schübelen

Lexer

schue·belen

schübelen swv. ib. stopfen, häufen. sch. ûf Renn. 21758. zesamen sch. ib. 22424 ;

schübelig

ElsWB

schübelig [ewlik Dü. ] Adj. grossschollig, vom Acker. Do is t nit guet rüe h re n , s is t gar s.

schübelinc

Lexer

schuebe·linc

schübelinc , schubelinc stm. ib. wurst, bratwurst: hilla, inductilis, salsucium Dfg. 277 b . 295 b . 509 a , n. gl. 203 b . 214 b . 325 b . …

schübelohr

DWB

schuebel·ohr

schübelohr , n. , schweiz. ein schwerhöriger mensch Stalder 2, 352 , eigentlich wol ein mit einem schübel verstopftes ohr. s. dies 2 und 6.

schübelvoll

DWB

schuebel·voll

schübelvoll , adj. ò geschübelt voll, colmo, piegno à pugni e manciate Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702) , 514 a . vgl. schübel 5 und schü…

schübelwurst

DWB

schuebel·wurst

schübelwurst , f. eine wurstsorte, hilla, rosen- vel schübelwurst Dief. nov. gloss. 203 b ( von 1468), schübelwurst quelle des 15. jh. ( von…

Ableitungen von schuebel (1 von 1)

schübele

BMZ

schübele swv. stopfe, häufe. swer tag unde naht nâch guote grübelt und ein pfunt ûf daʒ ander schübelt Renner 21758.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schuebel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schuebel/dwb?formid=S18088
MLA
Cotta, Marcel. „schuebel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schuebel/dwb?formid=S18088. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schuebel". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schuebel/dwb?formid=S18088.
BibTeX
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