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schrill

nhd. bis spez. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
7 in 7 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schrill adj. und adv.

Bd. 15, Sp. 1751
schrill, adj. und adv., von ton und stimme, acutus, acer; mundartlich niederdeutsches wort, erst seit dem 18/19. jahrh. in die schriftsprache verpflanzt, noch Campe hat es nicht verzeichnet, dafür aber das unserm schrill zu grunde liegende niederdeutsche schrell in der bedeutung scharf vom schalle und geschmacke, trocken vom holze (besonders im osnabrückschen), dann auch trocken, rauh im halse; form und bedeutung entnahm er dem brem. wörterb. 4, 694, und Strodtmann 206; von neueren verzeichnet es ten Doornkaat Koolman 3, 146b als schrel, schrill, scharf, laut und durchdringend tönend, schreiend, kreischend, u. s. w., also in einer, dem schriftdeutschen entsprechenden einengung der früheren allgemeineren bedeutung, womit auch Stürenburg 234b übereinstimmt, der schrell nur noch als überlaut, schrill kennt; denselben sinn hat das engl. shrill (schon mittelenglisch als shril bezeugt), und es ist augenscheinlich, dasz gerade diese form bei der aufnahme des mundartlichen schrell in unsere schriftsprache einflusz sowol auf die änderung des stammvocals, als auf die einengung des begriffes geübt hat. sie zeigt auch auf die zeit, zu der diese aufnahme erfolgte, als auf die zeit des englischen einflusses in der deutschen litteratur; und in der that ist, wenn nicht das adjectiv, doch das dazu gehörige verbum schrillen (s. d.), damals schriftstellerisch zuerst verwendet worden, so dasz es aussieht, als ob das verbum erst den gebrauch des adjectivs nach sich gezogen hätte; wie denn auch Campe nur das verbum, nicht schrill als adj. kennt. zur abstammung vgl. oben schrallen sp. 1625, ags. scralletan, norweg. skryla und skræla, laut schreien, auch unten schrulle. in eigentlicher verwendung, nur als wort der gebildeten oder gewählten sprache: Fritz Nettenmair meinte den alten herrn noch zu übertreffen, wenn er noch schriller auf dem finger pfiff, noch grimmiger hustete und noch entschiedener ausspuckte. Ludwig 1, 200; ein schriller wind pfiff durch ein fensterlein der krypta unter dem hochaltar, ein heulender ton kam herauf. Scheffel Ekkeh. 183; lieszen sie ihren kriegsmarsch ertönen, wobei die mehr sanfte als schrille flöte immer denselben sehnsüchtigen satz wiederholte. G. Keller 2, 187; seine tochter gewahrend, pfiff er derselben schrill und gebieterisch durch die finger. 4, 87; der herr präsident, dem der schrille laut in den ohren wehe that. 8, 142; weit auf steht des verderbens thor, die todeskugeln singen; und er hörts an sein lauschend ohr wie schrille worte dringen. Grillparzer5 2, 146; da tönt schrill ein pfeifen. Freiligrath dicht. 1, 51; wenn der wind sich drein (in der trompete) fieng, dasz sie schrill anhub zu tönen. Scheffel trompeter 28 (1. stück); übertragen: die volltönendste saite seiner seele war in schrillem miszklange zerrissen. Auerbach dorfgesch. 1, 314.
2835 Zeichen · 35 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    schrilladj. und adv.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    schrill , adj. und adv. , von ton und stimme, acutus, acer; mundartlich niederdeutsches wort, erst seit dem 18/19. jahrh…

  2. modern
    Dialekt
    schrill

    Mecklenburgisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Wossidia schrill gellend, schrillend Mi 77 a .

  3. Spezial
    schrill

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    schrill adj. penetrant (-nc, -a). ▬ schrill es Knarren cigognamënt m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schrill

9 Bildungen · 6 Erstglied · 1 Zweitglied · 2 Ableitungen

schrill‑ als Erstglied (6 von 6)

schrillen

DWB

sch·rillen

schrillen , verb. schrill tönen, schrillen laut von sich geben; in älterer mundartlicher form schrellen, die sich auszer im niederdeutschen …

schrilletönig

DWB

schrilletönig , adj. schrillen tones: so heiseren lautes, schrilletönig, Karkotaka sprach. Rückert (1882) 12, 71 .

schrillig

DWB

schrillig , adj. schrill: stimmest auch die schrillge leier der cicaden, ewges licht! Rückert ges. ged. 2, 463 .

schrillpfeife

DWB

schrill·pfeife

schrillpfeife , f. signalpfeife mit schrillem tone, auf eisenbahnen, beim sicherheits- und nachtdienste u. a. gebraucht.

Schrilltöne

Meyers

Schrilltöne entstehen beim Gleiten zweier Körper auseinander mit starker Reibung, z. B. wenn ein mit der Schneide aufgesetztes Messer rasch …

schrilltönend

DWB

schrill·toenend

schrilltönend , part. : drüben erscholl, aufweckend den zorn, der wölbigen muschel schrilltönendes horn. Leuthold ged. 4 273 .

schrill als Zweitglied (1 von 1)

Geschrill

Campe

Das Geschrill , des — es , o. Mz . das Geräusch, welches die Grillen verursachen. Allenthalben war es still, Auf der Haide kein Geschrill . …

Ableitungen von schrill (2 von 2)

Geschrill

Campe

Das Geschrill , des — es , o. Mz . das Geräusch, welches die Grillen verursachen. Allenthalben war es still, Auf der Haide kein Geschrill . …

geschrille

DWB

geschrille , n. scharfer, greller ton: dasz sie einen hellen durchdringenden unarticulirten laut von sich geben, der mit den consonanten brr…