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schon I

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RhWB
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Eintrag · Rheinisches Wb.

schon I

Bd. 7, Sp. 1710
schön, schon I das Wort ist allg.; man beachte die Geb. mit nicht umgelauteten Formen (ursprüngl. die Form des Adv.), die nicht nur geschlossen im Nfrk lrhn. n. Benr.-L. u. rrhn. n. Ruhr auftreten, sondern auch in der WEif; man beachte auch hierbei die Bedeutungsunterscheidung zwischen umgelauteter und nichtu. Form; Rhfrk šēn [uNahe auch -ī-; Wend-Sienhoppstädten šī; Langw N- u. OEisenb šēi; Kreuzn-Kirn šun]; Mosfrk šēn, –ē:-, –ī:- [an der uSaar n. einschl. Saarbg-Eft Hellend OLeuken Collesleuken Rodt Taben, Merz-Saarhölzb Bessering Brotd Merching Riml Wehlen u. in Saarl-Fürw Guerlfang -e·i.-; dies auch um Bernk (Mos); Saarbg-Wehing šu·n.; Bitb ši·ŋ., –e- (Kyllbgw Usch -u-; Schleid Sefferweich -o-; Irrel Ferschw ši·n.; Sülm -ø-); Prüm šu·ŋ., –o- (Prüm auch -ū:n, –u-; Wallersh -ø-; Schönecken Kopp Kalkenauel -ī:-; Jucken Mauel ši·ŋ.); WDaun šū·ə.n (šu·ŋ. Meisbg); Koch-Roes u. um May-Kollig Trimbs šu·n., sonst May vielfach -i-]; Westerw šī:n, nicht entrundend -ȳ:-, –ȳ·ə.-; Siegld šēă, šă, šīə, šȳə; Rip šy:n, –ȳ·ə.- [Köln-Stdt š:n u. šø:; Aden šu·n.; Malm-Mürring -ū:-; sonst Malm šu·ŋ., –o- wie in Prüm; im LRip vielfach šø·n., –y-; in Monsch, Dür-Winden -o- für Bed. 2 b, im Gegens. zu -ø- für Bed. 1 (ebenso Wittl-Binsf šu·ŋ. : šī:n) wie auch Schleid für Bed. gross, dick šū·ə.n hat, im Gegens. zu -ȳ:- für Bed. 1]; Berg im rip. Teil šȳ·(ə.)n, im nfrk. Teil š(ə)n [Barm šȳ·ă.n; Elbf -·ă.-]; SNfrk n. Benr.-L. šū·ə.n [neuer šø·n., –:-; in Kref, MGladb auch -ȳ·ə.-; doch hört man in der Selfk šū·ə.n nur noch gelegentl., bes. von älteren Leuten u. weiter nach der WGrenze hin; šø·n., –:-, obgleich häufig, wird als Entlehnung empfunden; für Bed. 1 ist nęt beliebter; nett, daneben steht šo·n. in der Bed. 2 b (sauber)]; Klevld šōn u. in Entlehnung -- (mehr moj); Steigerung Rhfrk, Mosfrk šēnər, šēnst, –št (Vokallautung je nach Gegend); Rip šȳnər, –ndər, –ntər, šøndər, –y- [Sieg-Lohmar -ū-], šȳnts usf.; Berg šøndər, šønts; SNfrk -ǫ·n.dər, šǫ·n.ts; Klevld šǫndər, šǫnts Adj.: 1. in rein sinnl. Bed. die Empfindung des Gesichtes oder Gehöres angenehm berührend (beim Geschmack, Tastempfinden neben selteneren sch. mehr fein, gut), neben fein, nett, moj, im Gegens. zu schrah, wüst. RA.: Je schräər der Bock, je schener et Zeckel (s. weiter bei schrah) May-OMendig. — Su sch., dat et sch. wor wirklich sch. Prüm, Allg.; et es ze sch., för ze dure (dauern) Aach; dat ös duər et Sch. her unbeschreiblich sch. Kemp. Sch. as dack (oft) net sch., et Gefalle macht sch. Wittl, Verbr. We sch. deht, es sch. Tugend macht sch. Sieg; me es licht sch. genoug, wenn me gode Dinge deht Gummb. — Im bes. von Menschen. Dat Mädchen as sch. wie der Dag, de Sonn, den Himmel Bitb, Verbr., — en Kiərsch Rip, Allg., — e Narr Bernk-Weitersb, — e Wickel Woll vom gesunden Aussehen Wend-Dörrenb, — gemolt (gemalt) Allg.; se es tem stehlen sch. Elbf. Der es net sch., awer domm Westerw. Se es sch. von Angesicht, awer se hot e Bockel, on ech mag se nicht! Bernk-Wehlen. On dau mänscht (meinst), de wärscht sch.; awer et es jo net wohr, on dau hascht e kromme Bockel on fuchsrore Hor! Wend-Baltesw. En sch. Frau on en sch. Katz zieren en Haus Prüm. Sugor dat schingst Mädchen kan net mih liewern, wie et hot man kann nicht mehr leisten, als man vermag Bitb-Seimerich. Et gäht wie mat de sch.ə Mädercher; et danzt net lang Bitb-NWeis. Sch. Mädsches on terriəte Kleier (Kleider) blive övverall honge Kemp, Allg. (s. weiter bei Mädchen). Sch. Lück (Leute) un zerresse Kl. bliven üvverall hange Köln-Stdt. Sch. L. han sch.ə Sache; de se net han, de losse se sich mache ebd., Allg. Dat wear noch sch.ər wie sch.! das wäre doch zum Lachen Siegld. Wu later (später) op den Dag, wu schonder Volk scherzh. Vorwurf für den Zuspätkommenden Klevld. Ze Cönen (Trier-Cönen) sein de Sch.ən! Neckspr. Wecker (welcher) sch. well bliwen as en Nunne, mott sek wahren för Märzluft un Aprilsunne Lennep, Verbr. Sech sch. machen sich aufputzen, gute Kleider anziehen Rip, Allg. Wen sch. (in guter Kleidung) geht werke (arbeiten), g. schmerig (lelk, beschete) te Kerke (Kirche) Klevld, SNfrk. Ene sch.ə Bom, en sch. Katz, ene sch.ə Appel; dat es sch., sch. gemach; en sch. Musik; he sengk sch.; dat hürt sech sch. an (usf.) Rip, Allg.; häbb je't all kermesschuən (sonnes-) kirmes-, sonntagschön, habt ihr schon zur Kirmes (zum Sonntag) geputzt u. geschmückt? Kemp. Sch. op der Mart (Markt) es half verkaut (verkauft) bei sch. Ausstattung MGladb-Bonnenbr. Et es kiən sch.ər Deng as en ful (träge) Frau on en brav Kengk (Kind) Mettm-Kuchhsn. Sch. Feadere mache sch. Vigel sch. Kleider zieren den Menschen WBitb. Was nitzt dich e sch. Schissel, wenn neist drin is! eine schöne Frau ohne Geld Wend, Verbr.; van ener sch.ən Schöttel frett me nich, werd me n. satt Berg. En sch. Gesich, en netten Mann sött an en Disch un ett dovan! dass. Ess. Em schünste Appel setz der Wurm Sieg (u. viele a. RA.). — 2.a. angenehm, erfreulich, prächtig, durch physische oder andere Eigenschaften; de Froch (Getreide) steht (es) sch.; de Böm hange sch. voll; en sch. Wedder; mer han höck (heute) ene sch.ə Dag; enen sch.ə Dags (op ene sch.ə D.); enes sch.əs Morgens formelhaft für »einmal«; morn (morgen) wiərd et sch.; de Sonn schengk (scheint) sch.; dat wor ene sch.ə Ren ein fruchtbarer Regen; dat Feld hät sch.ə Grond fetten Boden Rip, Allg.; sch. Drauwen reicher Behang des Weinstockes Mos; sch. Stan gute, brauchbare Steine, die sich gut bearbeiten lassen Mayf, Allg.; en sch. Ei, ene sch.ə Appel (udgl.) dick, entwickelt Allg.; en sch. (Stöck) Arbeit (Werk) ordentlich hergestellt; en sch. A. (W.) leichte, bequeme A. Rip, Allg.; he hät ene sch.ə Duət gehat im Gegens. zum schwoəre D. SNfrk, Allg., der kann sch. ärbede (bei dem kammer sch. ä.) tüchtig, bequem arbeiten Rip, Allg.; din (diesen) Dag es et sch. an der Arbet; de Hückeln (Garben) stonnt sch. in der Reih (sch. binen); de Kuken es sch. opgegangen; der hät en geärgert, et wor nich meh sch.; et es sch., dat et rent (regnet) Gummb, Allg.; dat wor sch., wie mer bei de Zaldate wore; dat es all got on sch., ävver mer kann net dervan levve; sch., dat de mer helpe wells; dat es sch., dat de küs (kommst); et schüns(te) es et (an em), dat e emmer de Wohrhet sät; der hät et sch. (got) bei dem; dat häste sch. gesat (gesagt) (gedohn, gemach, gestivvelt udgl.) prächtig Rip, Allg. RA.: Nen Dag so sch., öm Eier te legge! ein herrliches Wetter Kref. Sch. es et unger (unter) freiem Himmel, säte de Reihjunge, do worfe se de Musikante an der Finster erus Köln-Stdt. Schäng (Jean), de Sonn schingk (scheint) schonn sch. Schnellsprechübung Bo-Dransd. Of dem Siwet es et sch., wo die Leis spaziere gehn, wo de Fleh exerzieren un de Wanze kommandieren Neckspr. Bernk-Morschd. Wat es et schünste am Backovven? Dat he et Brut net friss MülhRh. Er hat's schener wie e junger Hund Rhfrk. Et as all got un sch., awer Hohner leien Eier nicht nur Worte, sondern auch Taten Bitb. Schöne, sch., seit de Möhne, wann se gut geschlopen hät OBerg. — Erfreulich, da ansehnlich, kräftig, gross, viel; en sch. Kuh ansehnliche K.; dat es en sch. Weit ein kräftiges Kind; et ös en sch. Sak (Sache), wenn mer völ verdennt; dat es en sch. Geld, wat de doə krig häs; ene sch.ə Groschen drut make; en sch. Verdenns (Verdienst) Kemp, Allg.; en sch. Aler (Ält) hohes Alter Rip, Allg.; deə es va sch. (Leuten) von angesehener Herkunft Aach; sei Fra hot em sch. Sach metbrocht Rhfrk, Mosfrk; de Wirt hot heit sch.ə Leit (viele Leute) in seiner Wirtschaft uNahe [in Schleid, Monsch šū·ə.n, šo·n., nur in Anwendung auf Tiere u. Sachen; en sch.ə Oəss grosser, starker Ochse; sonst für schön -y·ə.-, –ø-]; hierher auch sch. zur Verstärkung von Adj., die Gutes bedeuten; sch. satt, zefridde, rut, gel (gelb), klor, sur (herzlich sauer) usf.; wegwerfend auch bei Adj., die Böses bedeuten; du bös sch. frech, besoffe, gemein usf. Rip, Allg.; lo es et derschenst drocke am trockensten (usf.) Rhfrk; schonder fine hübsch Eup-Stdt (in Eup hat schuən nur die Bed. »sauber«; nur in dieser Verb. schonder f. die Bed. »schön«, wofür ohne diese Verb. fine steht). — Erfreulich durch Gesundheit; wat häste noch sch. Täng (Zähne); e sch. Zort (Sorte) Eərpel gesunde, kräftige Art Kartoffeln Kemp, Allg. — Erfreulich, bei ästhetischem Wohlgefallen; en sch. Prädig; en sch. Redd; en sch. Lich prächtiges Leichenbegängnis; he redd sch. (usf.) Rip, Allg. — Erfreulich, bei sittlichem Wohlgefallen; dat es sch. van dir, dat de denger Motter got bes; do häs net sch. domöt (an dem) gehandelt (gedohn), dat de em net geholfen häs; de lüg (lügt udgl.), dat es net mih sch.; sch. brav sen; sch. folge Rip, Allg. — Erfreulich, da in rechter Ordnung, bes. in der Verb. et sch. Händchen das rechte H., zu Kindern; gef der Tant et sch. H.! Allg.; blif sch. setze; leg dech sch. hin (usf.) Rip, Allg.; do musste sch. van bliwen; nu gangk ok sch.; g. sch. hem Gummb, Allg. — b. rein, sauber, durchweg in zwei Beziehungen. α. Frucht sch. machen das gedroschene Getreide von der Spreu u. sonstigem Abfall, bes. auf der Wannmühle reinigen Simm, uMos, Eif, SNfrk, Mörs. — β. sich sch. m. die Nachgeburt von sich geben, von weibl. Tieren, bes. der Kuh; se es sech am sch. m.; se hat sech sch. gemacht Verbr. nach Wk. V 4 in Goar, Trier, Wittl, Eif, Malm, Schleid, Monsch (in beiden letzten Kr. šū·ə.n, šo·n. gegenüber šȳ·ə.n, šø·n.) Eup, Dür-Bürvenich OZier, Selfk; rrhn. Neuw (šū:n Lorschd Lingerhöhe), Altk-OLahr Peterslahr Seelb, Siegld-Würgend (šō); et Schüne küt (kommt) Neuw-Ehrenst. — γ. in weiterer Verwendung; den Flachs sch. schwangen den Fl. zum letzten Male schwingen, um das Werg von den anhängenden Tüllen zu befreien Prüm; wei habben de Fl. sch. Kemp; Wiesen schonn (meist -ȳ:-) mache von Steinen u. Gehölz reinigen Dür-Winden; Grombire schonn m. (nicht -ø-) Kartoffeln schälen Monsch-Witzerath; der mach für der Dür sch. er sucht die Schwangerschaft zu verhüten Prüm-Burb; sch.ər Owend Polterabend, an dem die Verlobung geregelt wird Altk-Seelb. — In allgemeiner Anwendung in Eup u. in der Selfk (hier gegenüber -ū·ə., –:-, –ø-, dann oft hierfür -o-), mak dech de Föt (Füsse), de Nas sch.! putze sie; mak et Keind sch.! lege das Kind trocken; sid er an't sch. make? am Zimmerputzen; eine de Nas sch. halde; ene sch.ə Krag, e sch. Hemme reiner, frischer Kragen (Hemd) min Schuəhn sind noch sch. — c. schwach vom Körper Sol 1870. — d. freundlich, liebenswürdig; ech danke dir och sch.; gröss (grüsse) mer en sch.; enem ene sch.ə Gross bestelle; sch. dohn (met enem) schmeicheln; sch. schwätzen (sprochen, kallen); sch. Wort mache dass. (aber verächtl.); der Hond mach sch. stellt sich bittend auf die Hinterbeine Allg.; sich sch. machen sich einen guten Anschein geben, wenn man etwas verbrochen hat, sich unschuldig stellen, sich herausreden, sich selbst loben Mosfrk; en hot sich do de sch.ə Männche gemat sich verstellt Saarbg-Wellen; de Sch.ə spiele Saarbr; er well sich sch. mache bei em sich anschmeicheln Saarbr; du bös och sch. lieb, zu Kindern Sieg-Leuschd; dat es sch. van dir, dat de mir helfs (usf.) Allg. RA.: Van »sch. dank« kann de Frau ken Blagen (Kinder) furen (füttern) jede Arbeit ist ihres klingenden Lohnes wert Mörs. Met sch. Wort ka mer schlechte War verkaufe Köln-Stdt. Sch. schwätze brengt e jeder ferdig Ottw-Wiesb. — e. in ironischem Sinne; dat wör doch noch sch.ər wenn das Ungeschick noch dazu käme Gummb, Allg.; dat ös noch sch.ər wie sch. das ist doch stark Kemp; du bes mer ene Sch.ə! zu dem, der einen irgendwie enttäuscht hat, — de Schünste! Rip, Allg.; dat es en Schōnəkə ein unordentliches, verrufenes Weib Klev; dat werd mer ebbes Schings gen was nicht taugt, noch ein Ungemach Bitb, Allg.; dat es jet Schönes, dat du de ege Broder bedrügs (betrügst) MüEif, Allg.; du bes mer e sch.ən Heiligen (Hech, Hans, Kunde)! Allg.; de hat sech en sch. Sopp (jet Sch.əs) engebrock! eine nette Bescherung May, Allg.; do häs de ävver e sch. Stöckelche gemach einen dummen Streich Sieg; do han se dech emol sch. derbeikregen; do beste ävver es sch. herengefalle; den han se sch. angeschmert; ech sall mech sch. höde (hüten), dat ze dohn Rip, Allg.; dat steəht dich ävvel sch. bei tadelnswertem Benehmen Aach; dann beste sch. domm (udgl.) Rip, Allg.; eich hun et awer sch. nöt (nicht) zeröckkreit Saarbg-Wellen; he woərd schönnchens usgelacht; blif sch. dova! Aach-Stdt; dofür däht ech mech schünstens bedanke Rip, Allg. RA.: Dat is de Sch.ste no dem Deiwel May-Hatzenport.
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schonicheit

KöblerMnd

schonicheit , F. Vw.: s. schȫnichhēt*

schonisch

DRW

schon·isch

schonisch, adj. zu Schonen gehörig, aus Schonen stammend ene halue mark schonesch 1368 Danzig(Hirsch) 278 Faksimile so wie binnen L. scoensk…