Eintrag · Mecklenburgisches Wb.
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Wossidia Schöttel1 , Pl. Schötteln (gesprochen Schöttel), Schöttels f. Schüssel, rundliches Gefäß, bes. für Speisen; Syn. Schal und bei flacher Form Satt; in SW-Meckl. zum großen Teil durch Schal verdrängt Jac. 2, 150; Schöttel Mi 76b; verzierte Schüsseln auf Jahrmärkten gewonnen und auf dem Wandbrett in der Stube aufgestellt: Jb. 2, 119; im 14. Jh. aus reinem Zinn hergestellt: 'so schal en iestlik kannengheter ... gheten to vlasschen, to vaten ... to schotelen ... clar fyn tyn sunder ienegherleye vormenghinghe' (Wi 1387) UB. 21, 127; Schüssel mit Essen bei großem Begräbnisschmaus: 'dat de provist scal ... dun en unde eren vrenden kost tu viftich schotelen' (1355) 13, 609; bis Anfang dieses Jh.s aßen bei Tische mehrere oder gar alle aus einer Schüssel: in Vitense (SchöSchönberg@VitenseVit) stünnen bloß twee Schöttel up 'n Disch, up jede Eck een, dor langten se all' rin mit 'n Läpel SchöSchönberg@FalkenhagenFalkenhagen; Zurückweisung der Anrede 'du': wennihr heff ick mit di ut een Schöttel äten? RoRostock@RibnitzRibn; bildl.: dat Strit un Stank dor ball mit uns ut ein Schöttel eten (bei uns alltäglich waren) Seem. Leb. 79; Heilzauber: mit 'n Hund ut ein Schöttel äten, vgl. proost 1 (Bd. 5, 610); die nd. Tischzucht tadelt die Unsitte, sich bei der Mahlzeit tief über die Schüssel zu lehnen: 'Welkere syk aver de schottel henget unde der spyse unardigen yn dwenget Myt dem munde' (1521) Beitr. Rost. 7, 9; bildl. in Rdaa.: Du hest to Hus de Schöttels vull (brauchst keinen Hunger zu leiden) Bri. 1, 60; dee (Gastgeber) hadden sœben Schötteln up 'n Disch, dree leddig un vier nicks in bewirteten uns sehr mager Wa; Sprww.: Grohte Schotteln un wenig darin Gift schmalle Backen un eenen spitzen Kinn Mantz. Ruh. 24, 62; Wenn dei Schötteln lerrig sünd, hett de Mund Fierabend Bri. Volkssp. 23; Wenn 't Supp rägent, sünd dei meisten Schöttels ümstülpt ebda; oft mit Pott gekoppelt; im Krähenruf: Gark ... to Mark ... Schöttel un Pött köpen Wo. V. 2, 742 b; dee (Mudder) maakt alle Schöttel un Pött intwei (Wiegenlied) 3, 11; Willn Korlien de Schöttel un Pött kort slahn (Neckreim) 4, 318; Abfertigung auf die Frage Wennihr wir dat? — Anno Kruk, as Schötteln un Pött noch keen Mod' wiren Wa. Bes.: Schöttel n. im Verwunderungslied: De Hund dee wüsch dat Schottel (so!) up Wo. V. 2, 1590; De Hund dee lickt dat Schottel 1572; dat Schöttel 1579; dei Schöttel in der Bedeutung Untertasse sei in RoRostock@WarnemündeWarn üblich (1913) Ro; vgl. Kü. 3, 75; in a. Spr. Teilnehmer am Gildenmahl, Gildenmitglied: 'eine islike schottel schal geven einen penning thor spende' (1307) UB. 5, 335; in den FN. Schottelfelder, Schöttelgrund, -wisch Graburne Jb. 12, 421; Wo. Sa. Zss.: Äten-, Döp-, Kohl-, Melk-, Pötter-, Satt-, Schillings-, Sempschöttel; Rumschöttel. — Mnd. schötel(e), schöttele. — Br. Wb. 4, 684; Dä. 410b; Da. 187a; Kü. 3, 75 n. und f.; Me. 4, 390 n. und f.
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DialektSchöttel1
Mecklenburgisches Wb.
Schöttel 1 , Pl. Schötteln (gesprochen Schöttel ), Schöttels f. Schüssel, rundliches Gefäß, bes. für Speisen; Syn. Schal…
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Cotta, M. (2026). „schoettel1". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 20. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schoettel1/meckwb?formid=S02631
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Cotta, Marcel. „schoettel1". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schoettel1/meckwb?formid=S02631. Abgerufen 20. May 2026.
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Cotta, Marcel. „schoettel1". lautwandel.de. Zugegriffen 20. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schoettel1/meckwb?formid=S02631.
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