Wossidia
proost das
lat. prosit!, glückwünschender Zuruf 1. beim Zutrinken:
prost! Mi 65
b; Na, Prost ok, Jungs! Hey. Punsch. 230; proost up 'n schäbigen Rest Ro; proost, un wenn 't min Läben kost't Ro;
proost Swinägel GüGüstrow@GülzowGülz; oft gereimt oder als Beispielsprw.: Proost Rest, Denn' wi nu krigen is de best Wo. Sa.; Proost up 'n Hupen, Min Fru will mal supen Wi;
Prost is ok en Trost Derb. 2, 260; Proost, Johann, Ut de blanke Kann SchöSchönberg@SchlagsdorfSchlagsd; proost, säd' de Jung' un drünk ut 't leddig Glas Wa; ..., säd' de Pölitzer Buer, dor drünk he sinen Brammwin ut 'n Seilpott Wo. Sa.; Proost, seggt Joost Un drinkt ut 'n Kros Wa; ..., seggt Joost, Schönen Dank, seggt Frank MaMalchin@GnoienGnoi; ..., seggt Joost, Sup ut, seggt Stut, Schenk in, seggt Brink, Schönen Dank, seggt Blank, Hal mihr, seggt — Bier Rempl; Wechselrede: Proost, ick seih di. — Dat freut mi Wo. Sa.; Proost, ick sup di to. — Dat do. — Ick heff di tosapen. — Hest 'n rechten drapen. — Ick mag nich mihr. — Denn giff mi mal her HaHagenow@LankLank; Volksbrauch beim Trinken: man nahm den Pfropfen von der Flasche, rieb sie damit, daß es quietschte, und sagte 'Karline lebt noch, proost!' Ha; man nahm einen Schluck, bevor man dem Toten das letzte Geleit gab: proost, nu will w' eenen nähmen, un denn sall he (der Tote) weg Lübth; als Heilmittel gegen Fieber goß man Milch in eine Schale, trank dreimal abwechselnd mit einem Hunde davon und sprach dabei jedesmal: Prost, Brauder Hund, Du 't Fewer un ik gesund Bartsch 2, 395. Als Subst.: denn so nützt Se dat grad so väl as 'n gesägenten Prost (nämlich nichts) Bri. 7, 16. 2. wenn jem. niest: proost! Wa; Gü; dazu als Entgegnung schönen Dank, kann 'ck ok allein (1887) WaWaren@PenzlinPenzl; meist in der Koseform zum Kinde gesagt: pröösting, bald gröting GüGüstrow@TarnowTarn; ...
seggt Jöösting Ma Malchin@TeterowTeter;
prößing, Sundheit GüGüstrow@LalendorfLüningsdorf; prößing, slah 'n Hamel dot Wo.
V. 3, 646;
Dim. prööschen statt proost als Zuruf für einen Niesenden Schmidt Gad. 3, 118. Als Subst.: nimm di 'n lütt Prööschen! eine Prise Schnupftabak ebda. 3. nicht üblich, aber in Resten und Sonderbedeutungen greifbar ist proost als Zuruf bei Beginn oder Schluß einer Mahlzeit;
subst. so noch bei Bri.: as ick ... min Möhme eenen gesegenten Prost wünschen un 'n Kratzfot dorto maken ded (nach der Mahlzeit) 2, 116; der Eintretende begrüßt die Essenden mit goden Dag, proost (1887) HaHagenow@RedefinRed; mit proost üm de Hälft SchwSchwerin@PampowPamp; Lu; dazu der scherzhaft erklärende Zusatz all' kann 'ck 't jo doch nich mihr krigen (1937) LuLudwigslust@ZiegendorfZieg; all' krig' ick 't doch nich Ro. Die Grußformel proost Mahltit, proost de Mahltit ist in ironischer Verwendung lebendig geblieben: proost Mahltit, säd' de Jung', kek in 'n Pott, dor wir nicks mihr RoRostock@NiendorfNiend; Firm. 3, 72
a; ... säd' de oll Fru, donn haakt de Hund mit 'n Kalwsbraden ut HaHagenow@RedefinRed; wi wullen sei mäud un mör maken — ja, prost de Maltid! — den Nacken hewwen w' ehr stiwt Reut. 3, 186; äwer prost dei Mahltied! sei finnen nicks Wagtsm. Mart. 103;
Je, Proste Mahltid! Reut. 5, 109; als Subst. ironisch eine schöne Bescherung:
dor hewwen wi de Prostmaltid! Mi 65
b;
de ganz Prostemahltid Derb. 1, 177; dat (wenige wertlose Sachen) was de ganze Proste Mahltit Bri. 6, 110; 2, 189; de ganze Proostmahltit der ganze Haufen RoRostock@KlockenhagenKlock; Schw; he hett mi ne schöne Proostmahltit vör de Dör sett't wertloses Zeug angehandelt, mich übervorteilt Sta; unüblich in
eig. Bedeutung: wur dat nich ne fidele Proste Mahltit (Mahlzeit, Festessen)
würr Bri. 7, 229. — Dä. 360
a; Da. 161
a; Kü. 2, 576; Me. 3, 1122.