Eintrag · Rheinisches Wb.
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Schnur II das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk -ūr, –ūă [uNahe w. einschl. Kreuzn-Nussbaum Burgsponh Allenf Winterb -ouər; OWend, Ottw, OSaarl -ōuər; Mosfrk in Saarl -o·u.-, –ū:r; weiterhin an der Saar -ū:r, –ō:-, –o·u.ər; weiterhin WMosfrk -ū:r, –ō:- [um Bernk -o·u.ər]; OMosfrk -ō:r u. -ū:-; Rip durchweg -ū:- [Köln-Stdt, NBergh, Jül, Aach -ō:-]; Berg -ū-; -ō:- [ORande -ouər]; SNfrk -ō:r [WSelf -o·u.ər; Kemp-Dülken -ǫ·u.-; Kemp-Stdt -uγər]; Klevld -ūr; Pl. mit Umlaut -īr, –eiər, –ēi-, –ī:r, -ē:-, –ȳ:- usf., sehr oft fehlend; im Berg auch -ūrən, Demin. -īrχə(n) usf.; SNfrk, Klevld, NBerg -ø·r.kə, –y- f. [Aach, Geilk, Selfk n.]: 1. wie nhd. a. schmales, flaches, aus verschiedenen Stoffen gewebtes Band an Kleidern (gegenüber rrip., nfrk. Lint schmäler), zum Besatz oder als Bindemittel, z. B. bei Schürzen, als Strumpfbänder; die Krämer halten Besatzschn. in Stücken von bestimmter Länge feil, weshalb solche Schn. nicht meterweise, sondern in ganzen Stücken gekauft wird (en Stick Schn.); en leine, seire, bawele (baumwollene) Schn. Rhfrk, Allg.; en golde Schn. Seidenschnur, goldene Kette, woran ein goldenes Kreuz hing Geld 1890. RA.: Wenn et Spöll op et Bes es, sprengt der Schn. Geld. Schenke, sch., nit meh gen (geben), siewe Ile (Ellen) Schn. g.! sagen die Kinder, um das Schenken nicht rückgängig machen zu sollen Zell-Sohren. Va der Schn. lewe von der Hand in den Mund Siegld-Obersd. — b. hanf-, flachsgedrehte Schn., zum Befestigen an Stielen udgl., z. B. Schn. mit Angel, Angelschn.; die straff geflochtene Schn. am Peitschenriemen, die den Knall erzeugt (s. auch Schnärre) Verbr. (s. Wk. VII 38) [-ȳ:r Rheinb-Arloff, Köln-Buschbell Efferen, Sieg-Much, Düss-Grossenbaum], auch der ganze Peitschenriemen, dann oft die Schmicke als Fürschn. Kobl-Dieblich, Neuw, Düss-Grossenbaum, Jül-Mersch, Onnerschn. Altk, Schleid unterschieden; Schn. um den Scherrahmen des Webstuhls Kref; Violinsaite (scherzh.) uWupp; Zündschnur Allg.; en Schn. Bretzeln mittels Bindfaden aneinandergeschnürte Br. NBerg, Ahrw-Landskron; die Schn. des Rosenkranzes, der Halskette Allg. RA.: Dat remt (riemt) sich wie en Schn. fügt sich alles wie gewünscht Schleid-Hellenth. Dat muss immer förangohn wie de Schn. am Rusekranz Köln-Stdt. Dat gäht him wie om Schnirchen planmässig, ordnungsgemäss Mosfrk, Allg. De kann et (dat hät he) am Schnürrken kann es gut Elbf, Allg. De wett (weiss), wat he drifft, wenn he en Lus an e Schn. hät SNfrk. Dat wor em et Fett op der Schn. geschmiərt kam ihm gelegen Bergh-Kirchherten. Sech durch de Schnör gevve, — mache sich aus dem Staube machen; durch de Schn. gonn Bergh, Grevbr, MGladb; sech dorch de Schn. wirke Jül-Hasselsw. — c. hanf-, flachsgedrehte Schn. u. Schn. aus verschiedenen Stoffen zum Verschnüren, Umbinden von Gegenständen, z. B. Paketen (gegenüber der runden, geflochtenen Korde(l) ist die Schn. gewöhnlich flach u. breiter; im WMosfrk et Fissäl »dünnste Kordel«), Päckelches-, Weckelschn. für den Säugling Rip, Allg. RA.: Geff mer e Schnürche, dat ich der et op de Nas bönge (binde)! zum neugierig Fragenden Eusk, Rheinb. Övver jedderenne et Schn. lege über jeden schwätzen Aach-Merkst. — d. Massleine, kräftige Kordel, Zemmermanns-, Gardeschn.; (de) Schn. schlage Rip, Allg. RA.: Dat eas aus de Schn. aus der Ordnung May-Kollig. Dat geht as wie no der Schn. in gerader Richtung Rip, Allg. Iwer de Schn. haə (hauen) über die Stränge schlagen Rhfrk, Allg., iwer de Schn. komme im Gedinglohn mehr verdienen, als der Grubenbeamte vorausgesehen hat, in der Bergmspr. Siegld, Altk; dat Mäde es iwer de Schn. gedräht (gedreht) ist schwanger Trier-Mettnich. — 2. übertr. a. sachl. α. Schnier Pl. minderwertiger, schmaler Lederstreifen Simm-Ebschd. — β. Schnurverzierung, z. B. Gabel mit einer Schnur am Helm; geschnürter Fechter, veralt. Sol. — γ. en Schn. Schnäpse acht Gläs-chen Schnaps voll; sieben Gl. kosteten 49 Pf; en Schn. aber nur 50 Pf; en halwe Schn. = vier Gl.; hatte einer eine ganze Schn. getrunken, dann wurde er ermuntert: noch en Bängel (Bändel) dröm, also noch einen neunten Schn. Gummb-Berghsn. — δ. der Schleim, der trüb aus dem Uterus der Kuh abfliesst, ehe sie melk wird, und klar, wenn sie wieder brünstig wird Siegld. — ε. in der Wend.: He hät jet op et Schn. etwas ausgespürt, eine Bekanntschaft mit einem Mädchen angefangen Geilk; op Schn. goəhn aufs Freien ausgehen Kemp-Süchteln; den Schnüren striken (streichen) etwas im Sinne haben Gummb-Stdt. — b. persönl. verächtl. α. listiger, verschlagener Kerl Heinsb-Breberen (n.). — β. liederliches Weib Kemp-SPeter. — γ. ful Schn. träges Dienstmädchen; öm St. Victur (20. IV.) treckt männig f. Schn. van en Flander (schlechte Herrschaft) na der ander Geld-Straelen.
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DialektSchnur IIf.
Lothringisches Wb. · +1 Parallelbeleg
Schnur II [šnúr fast allg.; šnua Vbg. ; šnúər, šnóuər D. Si. — Pl. šníər, šnûrən] f. Schwiegertochter. Rda.: et is keïn …
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Cotta, M. (2026). „schnurii". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 20. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schnurii/rhwb
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Cotta, Marcel. „schnurii". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schnurii/rhwb. Abgerufen 20. May 2026.
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Cotta, Marcel. „schnurii". lautwandel.de. Zugegriffen 20. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schnurii/rhwb.
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