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schnäbeln

nhd. bis spez. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schnäbeln verb.

Bd. 15, Sp. 1148
schnäbeln, verb. mit dem schnabel berühren, früher als die vorige unumgelautete form und schon im späteren mhd. als snäbeln nachgewiesen (vgl. nachher). 11) von vögeln gebraucht, liebe, zärtlichkeit durch berühren der schnäbel kund geben: schnäbeln, primario dicitur de columbis rostra sua jungentibus, lusitare labellis morsicatim. Stieler 1894; transitiv: komm (anrede an eine taube), hüpfe schön auf meine brust, komm, wölb' die seidnen flügel und schnäble mich! Fr. Müller 2, 358. sich schnäbeln, einander schnäbeln: sich miteinander schnäbeln, ora oribus insertare Stieler a. a. o.; allein die dame sah, bis sie vorüber war, zur linken im gebüsche zwey schönen gehaubten täubchen, die dort sich schnäbelten, zu. Wieland 5, 20; siehe, wie bey seinem bette selbst die tauben traurig sind, die sich sonst so fröhlich schnäbeln! Göttinger musenalm. 1771 83 neudruck. subst. infinitiv: diu taub enzünt ir lieb mit snäbeln sam die menschen mit küssen. Megenberg 180, 2; wie buhlen dort die turteltauben! wer kann ihr girren nicht verstehn? die liebe macht es doppelt schön, und will und soll uns auch erlauben, das schnäbeln ihnen abzusehn. Hagedorn 3, 35. 22) übertragen auf menschen, 2@aa) durch zärtliches küssen seine liebe zeigen: schnäblen, küssen, labra labellis componere, einanderen schnäblen, collabellare Maaler 358d; ich schnäbele, columbor, collabello oscula, sie schnäbeln sich wie die tauben, columbatim conferunt oscula labris Steinbach 2, 471; reiche deinen hals mir her und deine augen, dasz ich dich schnäbeln kann. Gesner 3, 39; und kann nicht genug sagen wie sich mein erdgeruch und erdgefühl gegen ... die zuckende, krinsende, schnäbelnde, und schwumelende mägdlein, und gegen die hurenhaffte, strozzliche, schwänzliche und finzliche junge mägde ausnimmt. Göthe briefe 3, 46 Weim.; sobald sie aufhörten sich zu schnäbeln. Keller werke 7, 52; er schleicht stets mit jhr in ein eckn und thun die mäuler zammen reckn, schnebeln mit einander wie taubn. Ayrer 2737, 22 Keller; wo gleich und gleich sich sucht, und gleich und gleich sich findet, da wird so lang' geschnäbelt und gegirrt, bis dasz feins liebchen sich die schürze höher bindet. Kl. Schmidt kom. dicht. 57; subst. infinitiv: die stunde, worinnen umarmung und schmeicheln, behägliches schäckern, empfindliches heucheln, und stärckender athem, und brünstiger wind, und redliches schnäbeln verschwenderisch sind. Günther 925; unser gott ist nicht die liebe; schnäbeln ist nicht seine sache, denn er ist ein donnergott und er ist ein gott der rache. H. Heine 1, 472 Elster. die lippen schnäbeln, berühren sich im kusse: halt deine lippen doch auf meine lippen, dann, Damon! schnäbeln beyde. Gesner 3, 39. 2@bb) schwatzen, plaudern: fiengen sie an auff gut parisich zubetten, zufluchen und zuschweren, dasz es donneren möcht, ... schnatterten, tadderten, kläpperten, unnd schnäbelten zusammen, wie die vögel wann sie dem garn entwischen, und etlich gesellen dahinden lieszen. Fischart Garg. 1, 233 neudr.; niederd. snäbbeln, schwätzen Woeste 244b. 33) mit einem schnabel versehen; gewöhnlich im particip prät.: geschnäbelt, als ein schiff oder dergleichen, rostratus Frisch 2, 210c; secht wie schön der geschnäbelt könig gutterschnatteret. Fischart Garg. 1, 150 neudruck; der knabe schien seine flöte versuchen zu wollen, ein instrument von der art, das man sonst die sanfte, süsze flöte zu nennen pflegte; sie war kurz geschnäbelt wie die pfeifen. Göthe 15, 323.
3466 Zeichen · 49 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schnäbeln

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Schnäbeln , verb. reg. act. 1) Als ein Reciprocum, da es nur von den Vögeln üblich ist, welche sich schnäbeln, wenn sie …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schnäbeln

    Goethe-Wörterbuch

    schnäbeln übetr iSv affektiert (u fortwährend) Küßchen austauschen; PartPräs da bin ich nun in Leipzig..und kann nicht g…

  3. Sprichwörter
    Schnäbeln

    Wander (Sprichwörter)

    Schnäbeln Gschnäbelt is noch nit buckt.

  4. Spezial
    schnäbeln

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    schnä|beln vb.tr. (mit dem Schnabel berühren) fá aicia cun le bech .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schnaebeln

1 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitungen von schnaebeln (1 von 1)

beschnäbeln

DWB

beschnäbeln , rostro tangere, sich beschnäbeln, rostra conferre. man zieht heute vor: sich schnäbeln, ahd. snapalôn.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schnaebeln". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schnaebeln/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „schnaebeln". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schnaebeln/dwb. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „schnaebeln". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schnaebeln/dwb.
BibTeX
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