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schlitzäugig

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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

schlitzäugig

schlitzäugig

Schlitz m. ‘Riß, Spalt’, ahd. gisliz ‘Zwiespalt, Riß’ (um 800; vgl. auch ahd. sliz ‘Zerstörung’, um 1000, das jedoch wohl als Rückbildung aus dem Verb, s. unten, aufzufassen ist), mhd. sliz, slitz ‘Schlitz, Spalte, Zerreißung, Ende, Untergang, Tod’ steht mit expressiver Konsonantenverschärfung neben aengl. geslit ‘das Bersten’, engl. slit ‘Schlitz, Spalt’, anord. slit ‘Riß, Bruch’, die sich wie unter verschleißen (s. d.) behandeltes schleißen als Auslautvarianten auf ie. *skleid-, eine erweiterte Form der unter 1Schale, 2Schale (s. d.) genannten Wurzel ie. *(s)kel- ‘schneiden’, zurückführen lassen. – schlitzen Vb. ‘der Länge nach aufreißen, mit einem Schlitz versehen’, ahd. slizzen (Hs. 12. Jh.), mhd. slitzen, Intensivbildung zu (ver)schleißen. schlitzäugig Adj. ‘mit schmalen, spaltförmigen Augen’ (um 1800). Schlitzohr n. ‘Betrüger, Gauner’ (19. Jh.). Betrügern das Ohr abzuschneiden, ist eine alte Rechtshandlung. Eine Strafminderung in Gestalt des Ohrschlitzens ist nicht bekannt. Auch eine Beziehung zum Brauch der Zimmerleute, einem der ihren, der gegen die Zunftehre verstieß, den als Zunftzeichen links getragenen Ohrring auszureißen, läßt sich nicht belegen. Daher eher ein bildlicher Ausdruck mit affektischer Lautverschärfung für einen gerissenen, teufelsähnlich mit gespaltenen Bocksfüßen und gespaltenen Ohren vorgestellten Gauner. schlitzohrig Adj. (19. Jh.).
1383 Zeichen · 37 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schlitzäugigadj, adv

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    ○ Х Schlitzäugig , adj . u. adv . Schlitzaugen habend. Schlitzäugige Mogolen.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schlitzaeugig

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Ableitung von schlitzaeugig

schlitzaugen + -ig

schlitzaeugig leitet sich vom Lemma schlitzaugen ab mit Suffix -ig, mit Umlaut-Wechsel, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von schlitzaeugig 2 Komponenten

schlitz+aeugig

schlitzaeugig setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Keine Komposita gefunden — schlitzaeugig kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

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APA
Cotta, M. (2026). „schlitzaeugig". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schlitzaeugig/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „schlitzaeugig". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schlitzaeugig/pfeifer_etym. Abgerufen 10. May 2026.
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Cotta, Marcel. „schlitzaeugig". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schlitzaeugig/pfeifer_etym.
BibTeX
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