schlechtlich,
adv. (
doch siehe unten 5),
wie das vorhergehende, ebenfalls nur der älteren sprache angehörig und den bedeutungen des adv. schlecht folgend. mhd. slehtlîch, slehtlîche, slehtlîchen.
mhd. wb. 2, 2, 395
a. Lexer
mhd. handwb. 2, 969;
die letzte der drei formen begegnet z. b. noch bei Logau,
s. die stelle unten unter 3; slehtlîch
fortgebildet zu slehtentlich Mone
anz. 4, 155 (15.
jahrh.).
schon bei Steinbach 2, 441
erscheint das wort als ungebräuchlich und veraltet. 11)
in gerader, aufrichtiger weise, gerade zu: slechtleich nain, slechtleich jâ. Suchenwirt 19, 68; getrewlich und slechtlich und als on geverde. Schm. 2, 503; deutlich, schlechtlich, einfeltig,
aperte, simpliciterque dicere. Henisch 683, 27; einfeltigklich, schlechtlich, rund herausz on falsch und betrug. 843, 60;
vgl. noch die beispiele bei Haltaus 1535. 1636;
nd. ic sal slechtelic seggen, al gheuestu al dyn ghuet den armen.
quelle bei Schiller-Lübben 4, 237
a. 22)
ohne gepränge, ohne aufwand, einfach (
s.schlecht 8,
a): (
der burggraf von Nürnberg) wart schlechtlich gen Halszbrun gefürt und da begraben.
d. städtechron. 1, 407, 25; sie (
die ehefrau) sol sich auch schlechtlich, unnd in seiner (
des gatten) liebe unnd freundtschafft halten.
buch der liebe 298
a; (
dasz) etliche jr unzimlich gezierde hinlegeten, und sich darnach schlechtlich unnd demütiglich bekleydeten. 289
c; also verachtete er auch äuserlichen pracht, und pflag sich schlechtlich zu kleiden. v. Birken
ostl. lorbeerhayn (1657) 197;
in neuerer mundartlicher sprache: wie er mit allem zufrieden sei und vorlieb nehme, wie schlechtlich sie es ihm auch geben könne. Gotthelf
Käthi 2, 65 (1847). 33)
verblaszt, im sinne von '
einfach, ohne umstände, ohne weiteres, blosz, nur, gerade': und so jr des gebäts schon vil machend, so erhör ichs schlächtlich nit.
Zürich. bibel (1530)
Jes. 1, 15; doch wirt sy (
die stadt) auch ettwan in der schrifft schlecht Dan geheyszen, on zuosatz, als auch ettwan schlechtlich Lezen. Franck
weltb. 166
b; aber solches träget sich nicht schlechtlich zu jeder zeit zu, sondern erst, wann die ungerhatene weiber alsdann einander besuchen und versuchen. Fischart
ehez. (1597) E 2
b; multiplicir schlechtlich in sich quadrate.
coss Christoph Rudolphs von M. Stifel 17
b (1553); indem sie ihre ordentliche ligerstatt nicht so schlechtlich entberen wolte, wie ihr herr und frau gethan.
Simpl. 1, 439, 18
Kurz; die jung sprach: ja so spricht er schlechtlich, er wisz kein wörtlin mehr darumb. H. Sachs 1 (1590), 334
c; soll ich dann all mein gut verlirn und so schlechtlich dahinden lohn? Ayrer 2349, 10
Keller; so schlechtlich gehts nicht ab, denn warnnen das so gut setzt manchen ausz gefahr in gottes hold und hut. Logau 1, 232, 16.
in geringfügiger weise: dieweil man hie die herrlein strafft, wenn einer seine zeit verschlafft oder sonst schlechtlich sich vergreifft. Fischart 1, 222, 3543
Kurz. nicht schlechtlich,
nicht wenig: gesteht er, grober fall sey nur ein klein verbrechen, so hat sein ansehn er nicht schlechtlichen gekränckt. Logau 3, 218. 44)
verschlimmert: schlächtlich, groblich, nachgültigklich,
crasse, jejune, exiliter, tenuiter. Maaler 354
c; schlächtlich oben an hin ein ding thuon, nun (
l. nur) dʒ einer bald darvon komme,
defunctorie vel perfunctorie aliquid agere. ebenda; gröblich, schlechtlich,
leviter, obiter, secorditer, inepte, crasse compositum aliquid. Henisch 1747, 62; so magstu sie (
die wunde) wol hefften, doch nicht schlechtlich wie gemeinlich geschiehet, sonder creutzweisz uber einander, und starck zusammen gezogen. Würtz
wundarznei 120; wurde ich erkandt, angesprochen, schlechtlich (
flüchtig) durch meinen obristen bekleidet und unserm alten herrn provosen gefänglich überliefert.
Simpl. 1, 212, 11
Kurz; die rechts-gelehrten unterscheiden den beweis und sagen, das solcher entweder vollständig und zur genüge; oder halb; oder gar schlechtlich, und nur vermutlich beygebracht. Butschky
Pathm. 346.
schärfer: schlechtlich ..
misere, tenuiter, pauperrime Stieler 1850; die frauw sprach: ey, lieber freund, wie gehts jm, meim guoten Hansen? der student antwort und sprach: schlechtlich gnuog! der arm tropff hat weder gelt noch kleider. Wickram
rollw. 180, 28
Kurz; ach solt so schlechtlich jr umkommen, die so aus mancher schlacht sind kommen. Fischart 2, 61, 2257
Kurz; das hatt er (
Jonas) bald hernach gar schlechtlich zugenüsen, er must' es in dem mer und in dem wahlfisch büsen. Rompler 155. 55)
vereinzelt mit adjectivischer kraft: wir müssen nur bekennen, dasz solche den herrn fürsten und ständen gar schlechtlich und geringe fürkommen würde.
verhandl. d. schles. fürsten u. stände von 1619,
s. 210.