Hauptquelle · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)
Schicksalsdramen
Schicksalsdramen nennt man eine Gruppe dramatischer Werke, besonders aus dem zweiten und dritten Jahrzehnt des 19. Jahrh., in denen eine spukhaftgrauenvolle Auffassung des Schicksals hervortritt. Dieses Schicksal wird als unentrinnbar, als vorherbestimmt und durch geheimnisvolle Anzeichen vorausverkündet gedacht, und es übt eine solch überragende Gewalt aus, daß ihm gegenüber die in vernunftgemäßer Entscheidung des Menschen liegenden Ursachen der Lebensvorgänge ganz ausgeschaltet werden, ja es drängt den Willen des Menschen mit unwiderstehlichem Zwang in eine ihm verhängnisvoll werdende Richtu…