scheulich,
adj. scheu empfindend oder erregend, mhd. schiuhlich,
md. schûhlich, schûhelich,
adv. schiuhlîche, -lîchen, schiuhelîchen Lexer
mhd. handwb. 2, 761,
wol vom subst. schiuhe,
daneben vom adj. schiechlîche,
adv. 724,
frühnhd. auch scheuhlich Dasypodius, scheuchlich: beweget sich ein groszer überschwencklicher scheüchlicher dicker dampff in dem gewülck. Franck
chron. 195
b.
mundartlich in der Schweiz schüli, schueli, schuelig Stalder 2, 315. Tobler 401
b,
in Ruhla schüllich, schüllch Regel 269.
vgl. unten 2. 11)
scheu habend, empfindend, vgl. scheu,
adj. II, 1.
adverbial: er wart sô antsæʒic, daʒ manneclîcher von im zôch und man in schiuhelichen flôch.
Reinfr. von Braunschweig 15705.
abgeschwächt zu der bedeutung '
lau, langsam': ob das gepot nicht scheuchlich (
var. lâʒlich, laulich) volpracht wird (
non tepide efficiatur).
quelle bei Lexer
mhd. handwb. 2, 761. 22)
scheu erregend, fürchterlich, häszlich, garstig, vgl. scheu,
adj. II, 2.
heute nur noch in der zusammensetzung abscheulich
üblich, horridus Dasypodius, scheulich,
ut abscheulich,
detestabilis, abominandus, execrabilis Stieler 1765: joch woltestu (
Christus) also getempert leben haben an eʒʒen, an gewande und an den lîplichen arbeiten, daʒ beidiu den hœhsten hôhe wære und den kranken niht ze schiuhlich.
myst. 1, 344, 38; nun kam ouch ain engel mit ainem schüchlichen rosz und ertratt in daʒ er starb.
historienbibeln 570
Merzdorf; im bilde: das schif ist scheulich den groszen reythengsten. Keisersberg
schiff d. penit. 10
b; auf das auch das angesicht hinfürt nimmer so scheulich und heszlich sei.
Celsus übersetzt von Khüffner (1531) 94
a; da du als eyn unmenschlicher schewlicher aussetziger von allen menschen verworffen.
herzmaner 99
b; Chariclia voller sorgen und angst, kundte nicht schlafen, zu dem, so kamen jhr zu gesicht schnöde, ungöttliche und schewliche ding.
buch d. liebe 206, 3;
appenzell. er chond no i-na schuligs elend,
stürzt sich noch in unabsehbares elend. Tobler 401
b;
in Ruhla ä klänner schüll'cher muir,
kleiner häszlicher mohr. Regel 269; so viel der (
stände) tadelhafftig send, und die man scheulich acht darneben, dennoch thut man sich drein ergeben. Ayrer 2186, 29
Keller; auch ist mein schmertz so scharff greulich, dasz darvon zureden scheulich. 2528, 36. scheuliche tage
der adventszeit, in denen man böse geister fürchtet, vgl. E. H. Meyer
germ. mythol. (1891) 140: dise nächt hat man für scheülich und verworffen tag, förcht sich vor gspänst, unhulden, trutten, hexen und zauberin. Franck
weltb. (1542) 130
b.
in adverbialem gebrauch: die gestalt des menschen ist auch nicht schewlich trotzig, sondern aufrichtig gehn himmel.
kriegb. d. friedes 71; wann der zorn als fast überhand nympt, das du dich auszwendig beweiszt mit tobung und mit unzuchtigen geberden, es sey scheuchlichen sehen, schreyen.
quelle bei Scherz-Oberlin 1641.
düringisch in der Ruhl schüllich
häszlich Regel 269.
mundartlich auch im sinne von '
überaus, sehr'
üblich (
vgl.scheu,
adj. II, 2,
b),
so in der Schweiz Stalder 2, 315. Tobler 401
b.