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Scheiße

nhd. bis spez. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
6 in 6 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Scheiße

Scheiße

scheißen Vb. ‘den Darm entleeren’ (als sehr derb empfunden), ahd. biskīʒan (s. unten), mhd. schīʒen, mnd. schīten, mnl. scīten, nl. schijten, afries. skīta, aengl. scītan, engl. (mundartlich) to shite (neben to shit), anord. skīta, schwed. skita (germ. *skītan) sind an die Dentalerweiterung ie. *skē̌id- der unter scheiden (s. d.) genannten Wurzel ie. *skē̌i- ‘schneiden, trennen, scheiden’ anzuschließen. Die Ausgangsbedeutung ist wohl ‘sich teilen, zerfließen’. – Scheiße f. ‘Kot’, in moderner Zeit verbreiteter (häufiger als das Verb gebrauchter) Kraftausdruck der Umgangssprache für alles, was als mißlich empfunden wird, spätmhd. schīʒe ‘Durchfall’. Daneben aus dem Nd. aufgenommenes und als weniger derb angesehenes Schiet m., Schiete f. ‘Kot’, aber auch ‘Dreck, Schmutz, unangenehme Sache’, mnd. schīt(e), mnl. scīte, anord. skītr ‘Kot, Dreck’. Scheißkerl m. Scheltwort ‘kraftloser, mutloser, feiger Mensch’ (18. Jh.). Schiß m. ‘das Scheißen, Blähung’ (16. Jh.), ‘Angst’ (19. Jh.). Anschiß m. ‘grobe Zurechtweisung, Tadel’ (1800). bescheißen Vb. ‘mit Kot verunreinigen, betrügen’, ahd. biskīʒan ‘besudeln’ (11. Jh.), mhd. beschīʒen ‘besudeln, betrügen’; beschissen Part.adj. ‘besudelt, beschmutzt’, bildlich ‘entehrt’, dann ‘unangenehm, peinlich, unerträglich’. Beschiß m. ‘Betrug’, spätmhd. beschiʒ. verscheißen Vb. ‘mit Kot beschmutzen’ (17. Jh.). Bildlich verscheißern Vb. ‘zum Narren halten, betrügen’ (20. Jh.). Entsprechend in der Studentensprache Verschiß m. ‘Verruf, Mißachtung’ (18. Jh.). Daran anknüpfend in derber Umgangssprache verschissen Part. Prät. in der Wendung es verschissen haben ‘es mit jmdm. verdorben haben, jmds. Gunst verloren haben’ (20. Jh.).
1677 Zeichen · 71 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Scheiße

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    † Die Scheiße , plur. car. in den niedrigsten Sprecharten, so wohl Menschen- und Thierkoth, besonders von dünnerer Art, …

  2. modern
    Dialekt
    Scheißef.

    Pfälzisches Wb.

    Scheiße f. : 1. a. = Durchfall , von Tieren, seltener (eher derb) auch vom Menschen, Scheiß [verbr. (außer lothr. SWPf),…

  3. Sprichwörter
    Scheisse

    Wander (Sprichwörter)

    Scheisse 1. Dat is Schîte, dat häw ick schon an'n Geruch, söä de Bû'r, doa ha'r sich in de Buxen schöäten. – Schlingmann…

  4. Spezial
    Scheiße

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Schei|ße f. (-) 1 (Kot) merda (-des) f. , escremënc m.pl. 2 (Dünger) ciorda (-des) f. 3 (Unsinn) stupidada (-des) f. 4 (…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit scheisse

11 Bildungen · 7 Erstglied · 4 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von scheisse 2 Komponenten

sche+isse

scheisse setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

scheisse‑ als Erstglied (7 von 7)

Scheissecke

RhWB

scheiss·ecke

Scheiss-ecke -ęk Saarbr-Völkl f.: enger Raum, Schlupf zwischen zwei Häusern.

scheißegal

PfWB

schei·s·segal

scheiß-egal Adj. : 'völlig gleichgültig, einerlei (Steigerung von egal 2)', derb, umgspr., scheißegal [verbr.].

scheissen I

RhWB

scheissen I -ēi-, –e·i.- = schiessen (s. d.).

scheissen II

RhWB

scheissen II das Wort ist allg., doch nur allein herrschend im Rhfrk u. Mosfrk u. in der Selfk, neben drītə, šītə Geld , Mörs , Klevld; im R…

Scheisserei

Wander

scheisse·rei

Scheisserei 1. Et is man Schiterei, wenn 'n mit Dreck handelt. – Eichwald, 1674. 2. Geh mit deiner Scheisserei in die Küche und mache Mittag…

scheißerig

PfWB

schei·s·serig

 scheißerig Adj. : ' Bedürfnis zum Scheißen habend '. Es is ihm scheißerich warre [ Beam Penns 91]; vgl. scheißig , schisserig 1. Rhein. VI…

scheisse als Zweitglied (4 von 4)

Hundescheisse

Wander

hunde·scheisse

Hundescheisse Hundescheisse, oaber kê Broata. ( Hirschb. Kreis. ) Derbe Abweisung eines Begehrens oder Ausdruck für getäuschte Erwartung.

Männerscheisse

Wander

maenner·scheisse

Männerscheisse Er hat die Männerscheisse. ( Lausitz. ) Von jungen Ehemännern, die bald nach der Verheirathung am Durchfall leiden und die ge…