schäfen,
adj.,
und schafen,
was vom schafe kommt, ovinus, ein besonders im oberd. verbreitetes wort; ahd. scâfîn, scâphîn, scâffîn, schevin, scephen Graff 6, 442;
mhd. schæfîn,
md. schêfîn, schâfîn Lexer
handwb. 2, 633;
ovinus schefen, scheffeiner, scheffin, schaeffin, scheeffen, scheuffen, schäfern, schapen. Dief.
gloss. 403
c, schepen
nov. gloss. 275
b,
nhd. schäffen, das von schaffen ist,
ovinus Dasypod.,
aber noch im voc. von 1618 schäfin Schm. 2, 377; schäfin, schäficht,
und verschäfen,
ovillus Stieler 1709,
niederl. schaepen
ovillus Kilian,
noch cimbr. schafen
cimbr. wb. 226
b.
häufig mit einem folgenden substantiv zusammengeschrieben. 11)
allgemein: schäfen fleisch,
schaffleisch; ovine carnes scheffein fleisch Dief.
nov. gloss. 275
b, schaepen vleesch Kilian; es sol im der vorster geben einen vierdenteil schâffis fleisch. Grimm
weisth. 1, 10;
auch allein: schäffis, schaafffleisch,
pecorina caro Maaler 345
a; ein yeder sein fleisch het bsunder schäffen, kelbren, rindren, schweinen. Schmelzl
lobspruch 89. schäfiner schlegel,
lumbi ovilli sale macerati Stieler 1709; die schweinen schuncken, sonderlich aber die schäfenen schlegel, werden also frisch eingemacht. Hohberg 1, 211
a.
bair. e schâffens brâ'l
schafsbraten, e schâffene schwaes
schafsblut Schm. 2, 377; schaepen kaese,
caseus ovillus Kilian; da waren semeln auffgelegt, zwey braten hüner, ein schäffen käsz. B. Waldis
Esop 4, 66, 35. 22)
besonders vom fell, pelz und dem daraus bereiteten leder: ain schæffenʒ vel wirt nümmer guot ze pirmet (
pergament). Megenberg 156, 6; und legt eʒ auf ain schæffein vel. 377, 9;
bildlich: idoch steckit in der schafinin hiute das wulvine herze.
entechr., s. fundgr. 2, 111, 33; schaepen vel, schaeps vel,
pellis ovina Kilian; schäfin vel Stieler 1709; nit wie des königs Eumenis zwey hundert tausend bücher ... inn geisz oder schäfin leder ... gebunden.
Garg. 275
a;
sprichwörtlich, mit bezug darauf, dasz schafleder leicht reiszt: ach weh! wir zwen armen verrähter rissen ausz wie das schäffenleder. Ayrer 1607, 1
Keller. daher auch: seine frau, welcher ehre von schwachen schäffen leder zugerichtet, darum sie auch gern auszreiszt.
exorcist. 2. 33)
aus schafleder gemacht, scaphinis
pergaminis Graff
a. a. o.; auch in schafleder gekleidet: etliche (
mönche) sind gantz wüllin, etliche leinen, etliche schäfin, etliche schweinin. Fischart
bienenk. (1588) 29
b; schäfen kleid, schäfen schuh, schäfen gürtel
u. s. w.: schæfîn kürsen für den vrôst koment uns von Tsechen.
Seifried Helbling 3, 234; do waz, da mitte er gurte sich, ein scheiffin reim (
riemen) ungegar. Walther v. Rheinau
Marienl. 118, 31; dann solch ein heszlich haudermutz, welche sicht wie ein schäfenbutz. Frischlin
Susanna 256;
[] item ainleft schaffeine decken und ain kitzene.
urk. von 1445
in Germ. 16, 76;
bildlich, vergl. schafskleid, schafpelz
und: der teufel führet zweierley formen und gestalten .. entweder er verstellet sich in eine schlange .. oder in ein schaff, denn er zeuget scheffen peltze
an. Luther
tischr. 208
b; er hiesz wol und war auch ain reisender wolf, gleichwol er mit eim scheffinen klaidt überdeckt war.
Zimm. chron. 3, 224, 27; kert euch nicht an jhr (
der falschen propheten) schäfenkleid, kunst, gaben und dergleichen. Ringwaldt
evang. Bb 5
a; hilff herr das alle diener dein, jhrs ampts getrewlich walten ... den wolff beschrein im schäffenkleid. Hh 6
b; sie (
die falschen propheten) sint iu in anarâtinin scâfînen giwâtin. Otfrid 2, 23, 9. 44) schäfen,
wie ein schaf; schäfin, schäficht, verschäfen ..
metaph. hebes, tardus, pingvis, simplex, quia oves imbelles et mansvetae sunt. Stieler 1709;
einfältig: nu bekennet ir mich doch, mîn herte end mînen sin, dat ich so skapen niet enbin. Heinr. v. Veldeke
Eneit 9700;
in gutem sinne: die welt ist ein stall voller buben und stinckender böcke. wer da wil schäffin seyn, wird bald gezauset. Hayneccius
schulteufel vorr.; das sind aber heuchler, welche sich auswerts fein lämmern und schäfen stellen, inwerts aber sind es gewisz reiszende wolffe. Mathesius
catech. 221.