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sasze

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

sasze f.

Bd. 14, Sp. 1805
sasze, f. sitz, wohnsitz, lager, hinterhalt. ableitung von sitzen mit der ablautstufe des plur. prät. wie sasse, m., mhd. sâʒe, ahd. sâʒa in hûssâzza, waltsâzza Graff 6, 303 f., mnd. sate in abweichender bedeutung (beruhigung, ruhe, friede, vertrag, festsetzung u. s. w.) Schiller-Lübben 4, 28 f. ferner ags. st und altn. sát, beide in der bedeutung 'hinterhalt' (s. 4). während das wort früher eine häufige und reich entwickelte verwendung hatte, ist es jetzt nur noch in einer eng begrenzten bedeutung (lager eines hasen, s. 3) üblich. Bedeutung. 11) sitz, wohnsitz (vgl. mhd. wb. 2, 2, 339a und ahd. hûssâzza, s. oben): das die von Danzig die Scharfau sollen bestellen, auf das das volk widerum in seine sasse möge gebracht werden. Schütz beschr. d. lande Preuszen (Eisl. 1599) 202; diu tiefe und ouch des starken steines sâze, diu hœh, diu mittel mâze ... der waldent die drî clammen (die dreieinigkeit). meisterl. 162, 15 Bartsch. zu sasze kommen, nach hause kommen: so er nu zu saze quam, des dages lieht ein ende nam. Elis. 233 Rieger; so der furste lobesam eins dages nu zu saze quam. 3870. 22) letztere wendung vermittelt den übergang in die bedeutung 'ruheort', und weiterhin 'ruhe, feierabend, beruhigung, frieden', welche im mnd. vorherrscht, s. oben. sass siesta bei Schm. 2, 329. 33) besonders in der jägersprache, der aufenthaltsort, das lager eines hasen. diese bedeutung, in mhd. zeit noch nicht bezeugt, ist im spätern nhd. die einzig übliche. Adelung. Campe. Schm. 2, 329. Schöpf 581: wenn er (der hase) die sasz in den äckern und saaten macht, bedeutet es gutes wetter. Hohberg landl. 2, 629a; sie machen ihnen eine solche sasz, dasz sie vor dem wind und ungewitter mögen sicher seyn. ebenda; so man einen hasen in der sasz findet. 630b; der hase hat eine sasse und sonst kein wildpret. daher sagt man auch: der hase sitzet oder drücket sich in seiner sasse. er rucket, rutschet und fährt aus seiner sasse zu feld ins geäse. Heppe leithund (Augsb. 1751) 104; seine (des hasen) sasse, auch lager genannt, ist eine mit den vorderläufen in den boden gescharrte vertiefung, welche so tief, breit und lang ist, dasz der darin mit ausgestreckten vorderläufen ... und mit unter dem leib zusammengezogenen hinterläufen liegende hase nur den obern theil des rückens etwas sichtbar werden läszt. Thüngen waidm. pract. 98. so wol auch: und würden demnach die feint all obeinander auf aim haufen (als in einer sâs) begriffen, die möchten als die unvernünftigen tier, in ainer grueben erschlichen .. werden. Aventinus chron. 2, 12, 18 (doch vgl. 4). 44) der ort, wo man sich in ähnlicher weise duckt, versteck, hinterhalt, lauer; auch die handlung des auflauerns, nachstellung. so besonders im mhd.: untriuwe ist in der sâʒe. Walther v. d. Vogelweide 8, 24; ach got! daz uns ze laid ye tet des grimmen todes sazze! Suchenwirt 2, 51. (im reim auf strazze, im glossar und bei Schm. 2, 330 fälschlich als 'sasse, dienstmann' erklärt). so auch ags. st, altn. sát, vgl. oben. 55) vertiefung, niederung. Schöpf 581. 66) mhd. in mannigfachen übertragenen bedeutungen: lage, stellung, lebensweise, art und weise; einrichtung, regel; verhältnis, masz, s. mhd. wb. 2, 2, 339 f. Lexer handwb. 2, 618 f.: wilder tiere sâʒe (lebensweise), swer volget dir die lenge mit, der vil hôhen strâʒe, diu hin vür gotes ougen gât, der wirt er gar verwîset. Frauenlob 21, 10; und swer in sînem muote gesanc hât schône bereit, die rîme schône gemeʒʒen und dâr an niht vergeʒʒen wie daʒ si stên in rehter sinne sâʒe. meisterl. 200, 50 Bartsch.
3574 Zeichen · 98 Sätze

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    saszef.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    sasze , f. sitz, wohnsitz, lager, hinterhalt. ableitung von sitzen mit der ablautstufe des plur. prät. wie sasse, m., mh…

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Cotta, M. (2026). „sasze". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/sasze/dwb?formid=S02138
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Cotta, Marcel. „sasze". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/sasze/dwb?formid=S02138. Abgerufen 11. May 2026.
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Cotta, Marcel. „sasze". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/sasze/dwb?formid=S02138.
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