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sackermentalisch

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

sackermentalisch adj.

Bd. 14, Sp. 1674
sackermentalisch, adj. : es ware hülfe in der noth, ihr könnts nicht schäzen. ihr hättet sollen — den strick um den hals — mit lebendigem leib zu grabe marschiren wie ich, und die sakermentalischen anstalten und schinders ceremonien, und mit jedem schritt, den der scheue fusz vorwärts wankte, näher und fürchterlich näher die verfluchte maschine, wo ich einlogirt werden sollte, im glanz der schröklichen morgensonne steigend. Schiller räuber 2, 3 schauspiel. sackermenter, m., s. sakramenter. sackermenten, verb., mundartlich schelten, fluchen, lärmen, entstanden aus sakramenten. Frommann 5, 461. mundartlich ist auch die verkürzung ramenten. sackermentisch, adj.: der sacramentische kerl, maledictus ille homo. Frisch 2, 141b; de sakkermentse kërel hed mî dâr gôt anfrd. ten Doornkaat Koolman 3, 81b. sackermentskerl, m. wie sackermenter (s.sakramenter). vgl. auch malefizkerl theil 6, 1500. sackermentsleiter, f.: ihr steht da, und gafft, und könnts nicht träumen — ich war auch nur drey schritte von der sakerments-leiter, auf der ich in den schoos Abrahams steigen sollte. Schiller räuber 2, 3 schausp. bb) saffremech, sappremech: sobald er mit den hallischen tausend safremech anbunden ghabt hat, habns ihm than, dasz er hat murexen müessn. Schwabe tintenf. vorrede B 6a; wer tausend sappremech kunt von eim christen menschen präsentirn so ein hottentottn-sprach zu verstehn. 39; wer tausend saffremech hett das von enck mit viere zwantze mistgabeln unter mir suchen solln. 6, 1; aber tausent saffremech gewöhnts enck das dunerisch resenirn ab, wans mit mir zthun habt. 70. cc) sapperment Frommann 2, 280. 506. Spiesz 201. Jecht 90a sapperment! herr don Sylvio, schrie Pedrillo, indem er sich mit der faust vor die stirne schlug, entweder bin ich ein narr, oder sie sind nicht recht klug. Wieland 11, 173; sapperment! ich denke, es (das maul) ist gewaschen genug, und mehr als mir lieb ist. 178; Spiegelberg. Razmann! ich rieche pulver. Razmann. sapperment! ich riechs auch schon lang. Schiller räuber 2, 3 schauspiel; tausend sapperment! wer hätte das denken sollen? Kotzebue dram. spiele 3, 180; aber, sapperment! was wird der doctor sagen. 3, 788; sapperment, kein könig in der christenheit kann's besser verlangen, als ich (von den flöhen) gebissen bin. Shakesp. könig Heinrich IV. 1. th. 2, 1; sapperment, du fetter wanst, wenn du mich eine memme nennst, so erstech' ich dich. 2, 4; sapperment, das denke ich auch. 2. theil 5, 3; auf ein mal rief er ganz betreten: potz sapperment! wo kommen von den beeten die schoten mir und wurzeln hin? Bürger 90a. zu dem substantivisch gebrauchten sappermenter s. sakramenter. dd) schlapperment, botz schlapperment. Stieler 2021; potz schlapperment, ich habe doch eine getrewe frau. engl. komed. u. tragedien (1624) Vv 2b; potz schlapperment schand, haltet bessere ordnung. bauernstands lasterpr. 93; dasz dich, potz schlapperment, ist das der grosze schatz? Arnim schaubühne 2, 69; verstärkend zu einem adverb: ey hertzen lieber herr könig, habet mir doch nichts für übel, ich habe es zu hause schlapperment wol gekönnt, ich wils mit meinem weibe und allen mitgesellen bezeugen. Gryphius Peter Squenz 21 neudruck. ee) sacker die wend: der edelmann flucht aus zorn dem knecht alle die sacker die wend am hals, und heist ihn reiten. M. Hammer hist. rosengarten (1654) 8. ff) sackerlot, sapperlot. Frommann 2, 280. 506. ten Doornkaat Koolman 3, 81a. Spiesz 201. brem. wb. 4, 581. Lexer kärnt. wb. 211. Stalder 2, 297. Jecht 90a: ja, freylich, wär' der gnädige herr hier? — sackerloth! da sollt's erst gehen — heisasa! Ch. F. Weisze kinderfreund 8, 103; je wo sapperloth, ist denn das Dorchen auf einmal hergekommen. kom. opern (1771) 3, 286; sackerlot! das heisz ich rennen. Stephanie der jüngere singspiele (1792) 337; sackerlot! ist der zurücke? 346; (das lied) ist doch so alt und, sackerloth! so wahr und kräftig. F. Müller 1, 229; sapperlot, das ist mir ein fetzen. 1, 282; sackerlot, wenns so gilt, so bedank' ich mich für die kommission. Wieland 11, 187; sackerlot! ich will mich fressen lassen, wenn .. 12, 13; aber gott's sackerlot, schrie der pferdehändler erbos' t, aus fordern und bieten besteht doch der handel. Immermann Münchh. (1838) 1, 258; musz man den mund doch, ich sollte meynen, nicht weiter auf machen zu einem helf gott! als zu einem kreuz sackerlot! Schiller Wallenst. lager 8. auch hierzu ist mundartlich ein adjectiv gebildet: so'n sakkerlôtsen krâm hebb' 'k mîn läfen nog nêt sên. ten Doornkaat Koolman 3, 81b. hierzu die weitere umbildung schlapperloth Weise überfl. ged. anderer gattung 541 bei Gombert bem. zu Weigands wb. 2, 11. gg) sackerdam: botz sackerdam, solt uns einer antasten. Fischart Garg. ...; gotz sacra magdt! Katziporus 69. hh) noch weiter geht die entstellung in den glimpfflüchen: fickerlatz (s. th. 3, 1618): botz tausend fickerlatz. Hallmann Adonis 49; — fickerlot (s. dass. theil 3, 1618): husch! wer kömmt? fickerlot! die gnädige frau und fräulein Malchen! Weisze kinderfreund 8, 102; fickerlot! da möchte sich einer krum und lahm ärgern. Gotter der jahrmarkt 85; — fickerment (th. 3, 1618): dasz dich der hagel erschlag! lebstu auch noch, bruder? potz fickerment, wie führt uns der teufel hier zusammen? Simpl. 1, 153 Kurz; fickerment, wenn ich so ein huhn hätte, ich schlüge den hahn maustod und träte es selbst. ped. schulf. 82. auch fickrament und fickrement kommen vor: potz fickrament, jetzt sehet, frau, was vor ein geist in unserm haus gehet! Simpl. 4, 70. ii) raschparment, rasperment (s. sp. 130. 143): potz rasperment, wer komt uns dort? Hollonius somnium vitae humanae 20. kk) weiter wird mit weglassung des zweiten bestandtheiles gebraucht: sacker Frommann 6, 197; saggra Schöpf 576; botz sacker menschenkopf, das ist ein zunselgespenst. Fischart Garg. 231a; herr, botz sacker und element, den pelz hab ich umgewendt, dasz er mich vor der kält decken soll behend. Schweinichen 3, 117. davon abgeleitet mundartlich das adjectiv saggrisch, sakrisch Lexer kärnt. wb. 211: a saggrischer pue, aufgeweckter, listiger bursch Frommann 6, 198; einen sakrisch (wild, zornig) machen Schöpf 576; im schnadahüpfel erscheint es bei Schm. 2, 222. substantivisch gebraucht: du pist a rechter saggra! Lexer kärnt. wb. 211. zusammensetzungen mit sacker:
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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    sackermentalischadj.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    sackermentalisch , adj. : es ware hülfe in der noth, ihr könnts nicht schäzen. ihr hättet sollen — den strick um den hal…

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