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runsîg

ahd. bis nhd. · 3 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

EWA
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Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)

runsîg

runsaAWB f. ō-St., im I, in NBo, NMC, Nps
und seit der 2. Hälfte des 9. Jh.s in Gl.: ‚Lauf,
Strom, Bach, Flut, fließendes Wasser, Strö-
mung, Strudel, Bach, Fluss; alveus (amni / flu-
minis), amnis, cursus (amnis / aquae / aqua-
rum), fluentum, fluor, ictus fluvii, lapsus,
meatus, pes, sulcus, vertex‘, zisamanequemanto
runsa ‚Zusammenfließen (von Flüssen); con-
cursus‘ (mhd. runse st./sw.f. ‚das Rinnen, Flie-
ßen, das Fließende, Quell, Fluss, Flussbett,
Rinnsal, Wassergraben, Wasserleitung‘, nhd.
mdartl. schweiz. runsen f./m. ‚[reißende]
Strömung, Stelle auf dem See, wo der Sturm
die stärksten Wellen treibt, Wasserlauf, Bach,
Rinnsal‘ [Schweiz. Id. 6, 1142 ff.], bad. runse
f./m. ‚Rinnsal, Wasserrinne, ausgetrocknetes
Flussbett, Grenzfurche, Wasserströmungen im
Bodensee, gepflasterte Straßenrinne‘ [Ochs,
Bad. Wb. 4, 372 f.], schwäb. runse f. ‚Rinne,
Einschnitt auf der Oberseite des Grenzsteins‘
[Fischer, Schwäb. Wb. 486 f.], kärnt. runse f.
‚Rinnsal eines Bergbachs, Furche‘ [Lexer,
Kärnt. Wb. 211 f. ], tirol. runsε f. ‚Rinnsal,
Bachbett‘ [Schatz, Wb. d. tirol. Mdaa. 2, 497],
steir. runtze m./f. ‚Rinnsal‘ und ‚Falte‘ mit An-
gleichung der Graphie an etym. nicht verwand-
tes Runzel [s. runza], runs- in runshaue f. ‚Haue
zur Herstellung von Wasserrinnen‘ [Unger-
Khull, Steir. Wortschatz 513], pfälz. runse f.
‚Rinnsal, Wassergraben‘ [Christmann, Pfälz.
Wb. 5, 657
], südhess. runse f. ‚Straßenrinne,
Gosse‘ [Maurer-Mulch, Südhess. Wb. 4, 1531],
thür. runse f. ‚[durch starken Regen entstan-
dene] Wasserrinne‘ [Spangenberg, Thür. Wb. 5,
298], osächs. veraltet runse f. ‚durch starken
Regen oder abfließendes Schmelzwasser ent-
standene Furche im Boden‘ [Frings-Große,
Wb. d. obersächs. Mdaa. 3, 498], ndsächs. runse
f. ‚ausgefahrene Wagenspur‘ [Jungandreas,
Ndsächs. Wb. 10, 365]). Tiefstufiges Verbal-
abstraktum zum st.v. III rinnan (s.d.). – runsenAWB
sw.v. I, Gl. 3,298,68 (Ende des 12. Jh.s): ‚ablei-
ten; deducere, derivare, detrahere‘ (nhd.
mdartl. schweiz. runsen sw.v. ‚fließen, reißend
strömen, Wässerungsgräben anlegen, Wasser-
läufe säubern‘ [Schweiz. Id. 6, 1154 f.], bad.
runsen sw.v. ‚Bewässerungs- oder Grenzgrä-
ben ziehen‘ [Ochs, Bad. Wb. 4, 373], steir. run-
sen sw.v. ‚mit der Haue Rinnsale zur Bewässe-
rung von Wiesen und Äckern herstellen‘
[Unger-Khull, Steir. Wortschatz 513]). Deno-
minale Bildung. S. runs, runsa. – runsîgAWB adj.,
Gl. 2,658,30 (11. Jh., bair.) und in NMC:
‚fließend, strömend; septemgeminus‘, runsîge
‚vom Fließen her (benannt werden); manes a
manando (sc. dicuntur)‘ (mhd. runsec, runsic
adj. ‚fließend‘). Denominale Ableitung mit dem
Fortsetzer des Suff. urgerm. *-iǥa-. S. runs,
runsa, -îg. – runstAWB f. i-St., seit dem 10. Jh. in Gl.
und Npw: ‚Strömung, Bach, Wasserlauf, Fluss-
bett, See; alveus, amnis, impetus, lapsus, palus,
rivus, trames, vadum‘ (mhd. runst st.f./m. ‚das
Rinnen, Fließen, das Fließende, Quell, Fluss,
Flussbett, Rinnsal, Wassergraben, Wasserlei-
tung‘, nhd. mdartl. bair. runst f./m. ‚das Rin-
nen, Fließen, Rinnsal, Bach, Wassergraben‘
[Schmeller, Bayer. Wb.² 2, 124], tirol. runst
m./f. ‚das Rinnen, Rinnsal, Wassergraben,
Bachbett‘ [Schöpf, Tirol. Id. 571; Schatz, Wb.
d. tirol. Mdaa. 2, 497], südhess. runst f. ‚durch
strömendes Wasser gerissene Schlucht‘ [Maurer-
Mulch, Südhess. Wb. 4, 1531], schles. runst f.
‚das Fließen‘ [a. 1734] [Mitzka, Schles. Wb. 2,
1150]). Deverbale Bildung mit dem Suff. -st,
das u. a. an Wz. auf -n antrat (vgl. Krahe-Meid
1969: 3, § 128 [S. 168]). – Ahd. Wb. 7, 1234 f.;
Splett, Ahd. Wb. 1, 753; eKöbler, Ahd. Wb. s. vv.
runsa, runsen, runsīg, runst; Schützeichel⁷ 267;
Starck-Wells 497; Schützeichel, Glossenwort-
schatz 8, 24 f.
3789 Zeichen · 167 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    runsîgadj.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    runsîg adj. , mhd. runsec, nhd. ( älter ) runsig. — Graff II,521. runsig-: gen. sg. f. -ero Gl 2,658,30; nom. pl. m. -e …

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    runsigadj.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    runsig , adj. , mhd. runsec, runsic, ahd. runsig manans Graff 2, 521 . zu runse gebildet, wie runstig, rünstig zu runst:…

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Wortbildung

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Ableitung von runsig

runs + -ig

runsig leitet sich vom Lemma runs ab mit Suffix -ig.

Zerlegung von runsig 2 Komponenten

run+sig

runsig setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

runsig als Zweitglied (1 von 1)

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APA
Cotta, M. (2026). „runsig". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/runsig/ewa
MLA
Cotta, Marcel. „runsig". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/runsig/ewa. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „runsig". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/runsig/ewa.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
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