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ronge

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Herder
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Eintrag · Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

Ronge

Bd. 4, Sp. 763
Ronge, Joh., der Urheber des R. anismus, geb. 1813 zu Bischofswalde in Schlesien, studierte zu Breslau ohne inneren Beruf Theologie, wurde 1840 Kaplan zu Grottkau und mußte schon 1842 suspendirt werden, weil er ein Pamphlet: „Rom und das Breslauer Domcapitel” in die sächs. Vaterlandsblätter hatte einrücken lassen. Er lebte nun auf den Gütern des ihm befreundeten bekannten schles. Grafen Reichenbach, dann zu Laurahütte in Oberschlesien und gab dem Ingrimm aller Kirchenfeinde über die Wallfahrt nach Trier zum heil. Rock (s. Rock, hl.) Ausdruck, indem er einen mit seinem Namen unterzeichneten Schmähartikel gegen den Bischof Arnoldi von Trier schleuderte. Der Artikel fand den ungemessensten Beifall bei den Vielen, welche die seit den Kölner Wirren rasch vor sich gehende Neuerstarkung des kirchlichen Bewußtseins mit scheelen Augen ansahen oder vom Gespenst des Ultramontanismus geplagt wurden. Das Breslauer Domcapitel excommunicirte den R. nach Fug und Recht, dieser aber wurde um so schneller zum Löwen des Tages, je bälder sich herausstellte, seine „Gesinnungstüchtigkeit” vertrage sich schlecht mit dem positiven Christenthum, dagegen desto besser mit den sogen. Lichtfreunden und politischen Wühlern. R. und Czerski (s. d.), der übrigens bald mit ihm zerfiel u. auf eigene Faust handelte, begannen als die Chorführer der sog. deutsch-kathol. Bewegung Gemeinden zu sammeln; R. brachte eine solche in Breslau zusammen und reducirte vorläufig die 7 Sacramente auf 2, im Grunde auf nichts. Schon das sog. Concil (23. bis 26. März 1845) zu Leipzig, wo Robert Blum mit seinem Anhang das große Wort führte und ein Glaubensbekenntniß der neuen Secte gezimmert wurde, war geeignet, den Regierungen die Augen zu öffnen und sie zu belehren, es handle sich hier nicht sowohl um Religion als um Politik, nämlich um Stiftung von Verbindungen der Demokraten unter der Firma des „Deutschkatholicismus.” Oesterreich und Bayern, in der Folge auch Hannover u. Hessen-Kassel, wollten vom religiös-politischen Radicalismus des R.thums nichts wissen, dafür wurde in Preußen, Sachsen, Baden u.s.f. der als „zweite Luther” begrüßte R. eher unterstützt, als gehemmt; er unternahm 1845 mit Dowiat eine Reise nach Südwestdeutschland, die zu Frankfurt a. M., zu Manheim und Heidelberg in einen wahren Triumph ausartete, in Konstanz aber ein klägliches Ende fand. Zunächst weil die r.anische Bewegung die oppositionellen Elemente des prot. Staatskirchenthums immer mehr entfesselte, wurde R. als Reiseprediger in Preußen nicht mehr geduldet, später sogar wegen neuen Pamphleten gegen die kathol. Kirche in eine Geld strafe verfällt. In vielen Städten hatten sich Gemeinden gebildet, fast allenthalben stellten sich politische Oppositionsmänner an die Spitze derselben, heirathslustige abtrünnige Geistliche thaten sich als Pfarrer auf, allein die Sache gerieth bald ins Stocken, wozu einerseits die Schriften von Hirscher und Staudenmaier und namentlich die körnigen und muthigen Flugschriften von Alban Stolz, welche den Unsinn des ganzen Unternehmens klar machten, anderseits die Abneigung der Radicalen vor Kirchenthum jeder Art sowie die Uneinigkelte unter den Führern und Mitgliedern der neuen Gemeinden das Ihrige wesentlich beitrugen. Der März 1818 wehte den R.anismus vom Schauplatz der Geschichte weg, R. selber ergab sich der äußersten Demokratie u. machte sich besonders in Frankfurt a. M. verächtlich; 1849 floh er nach England, gegenwärtig treibt er sich in Nordamerika mit den Ultra's der europ. Flüchtlinge herum. Die r. anische Secte ist vielerorts rechtlich anerkannt und geduldet; dieser Umstand trug bei, daß seit 1850 sich eine Gemeinde nach der andern auflöste, indem die Mitglieder Protestanten wurden od. zur kath. Kirche zurückkehrten, womit die „Mission der Deutschkatholiken”, von der Gervinus (s. d.) seiner Zeit träumte u. prophezeite, vollständig aufgegeben ist.
3876 Zeichen · 55 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    rongeF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    ronge , F. Vw.: s. runge L.: MndHwb 2, 2213 (ronge)

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Ronge

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Ronge , Joh., der Urheber des R. anismus , geb. 1813 zu Bischofswalde in Schlesien, studierte zu Breslau ohne inneren Be…

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14 Bildungen · 2 Erstglied · 12 Zweitglied · 0 Ableitungen

ronge‑ als Erstglied (2 von 2)

Rongerie

Herder

ronge·rie

Rongerie (rongschrih), frz., bei der Kattundruckerei das Wegbringen der Farbe durch Aetzmittel.

ronge als Zweitglied (12 von 12)

hōronge

KöblerAfries

hōronge , st. F. (ō) Vw.: s. hōrunge*

taxēronge

KöblerMnd

taxēronge , F. Vw.: s. taxēringe L.: MndHwb 3, 813 (taxêronge)

tēronge

KöblerMnd

tēronge , F. Vw.: s. tēringe (1)

tōbehȫronge

KöblerMnd

tōbehȫronge , F. Vw.: s. tōbehȫringe

Wegdronge

RhWB

Weg-dronge wEdroŋ Meis-Otzw f.: -warte (s. d.).

ōrsīronge

KöblerMnd

ōrsīronge , F. Vw.: s. ōrensīringe L.: MndHwb 3=2, 1187 (ōrsīronge)

ȫvervāronge

KöblerMnd

ȫvervāronge , F. Vw.: s. ȫvervāringe