Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
rîdan
reit; vgl. Ernst-Nievergelt-Schiegg 2019: 379,
giridan; in präfigierten Formen: -reid, -ridun,
-ridan), ab dem 3. Viertel d. 8. Jh.s in Gl., mit
Ausnahme von reit (s. o.) nur im Part.Prät.Pass.
giridan belegt: ‚gewunden, gedreht, beweglich,
halsstarrig, gekräuselt, wulstig, charakterlich
schlecht; cervicatus, crispus, distorquere,
sternere, teres, torosus ?, tortilis, tortuosus,
tortus‘, giridana stega ‚Wendeltreppe; cochlea‘
〈Var.: ki-, kí-, ga-; -en, -in〉. Die bei Schützei-
chel, Glossenwortschatz 7, 398 angegebenen
vermeintlichen beiden Inf.formen existieren
nicht: 2,223,18 steht nicht ridan, sondern ga-
ridane, das nicht lat. sternere, sondern stratae
übersetzt, und 2,294,36 steht nicht ridan, son-
dern caridan, das nicht lat. distorquere, sondern
distorta übersetzt. – Mhd. rîden st.v. ‚winden
(tr.), durchwinden (tr.), durchseihen‘, ält. nhd.
und dial. reiden st.v. ‚drehen, schnüren‘. Das
Wort ist nur obd. verbreitet; vgl. schwäb. reiden
‚drehen, zittern (?)‘, bair. reiden (rait, geriden/
geriten) ‚wenden, drehen, flechten‘, kärnt.
reidn, rîdn ‚wenden‘, tirol. reiden ‚wenden‘,
part.prät. grîd’n, auch rîd’n, steir. reiden ‚mit
dem fahrenden Wagen eine Wendung machen,
einen Bogen laufen‘.