Eintrag · Rheinisches Wb.
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- 3
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- 4
Rei II das Wort, ndl., mndl rei m. ‘Reigentanz, Streitgewühl’, mhd. reie, reige m., mnd. rei, reie, zu vergleichen mit frz. rain ‘Furche, Streifen, afrz. Tanzart’ entsprechend (mdl. rei ohne Schärfung) ist ein rip. Wort u. Daun-Katzwinkel, Eup u. zwar ręi [re·i. f. Rheinb-Queckenbg]; in übertr. Bed. auch im Westerw noch bezeugt Sg. t. m.: 1.a. op den R. gohn tanzen gehen, nur in dieser Wend. die ursprüngl. Bed. Bo-Kendenich u. in dem Lied: De Jann, de woll zom R. gohn, oho; dat Griet on dat woll metgohn. oho; och, Griet, du salls dohem blive, oho; du salls dat Kengkche (Kindchen) sösele, oho! Dür-Stdt 1880. — dann noch übertr. b.α. lärmende, tolle, ausgelassene Lustbarkeit Altk-Birken, Neuw-Heimb Weis; dat es ene bure R. Aach-Stdt. — β. in der Wend.: Dat es ene R. das sind Umstände Aach-Stdt. Ne R. han hereinfallen Aach-Warden. — 2.a. die Burschen ziehen am 30. April op e R. in einer Gruppe durch das Dorf Schleid-Bouderath. — b. die Vereinigung der über 18 Jahre alten Burschen des Kirchspiels zur Abhaltung des Tanzvergnügens bei der Kirmes oder zum Maifest, zum Rundzug durchs Dorf mit Fähndelschwenken; der R. tritt jedes Jahr um Ostersonntag zusammen, nimmt Neulinge auf u. vergibt gegen entsprechende Vergütung die Ehrenämter — Schultheiss (Meister) u. Schreiber. Der R. übte das ganze Jahr nicht nur über seine Mitglieder, sondern auch über die jüngeren Burschen eine Art Aufsicht u. Justiz aus; er überwachte den Kirchgang seiner Mitglieder, sowie ihr sonstiges Verhalten u. bestrafte mit Geldbusse oder durch eine Tracht Prügel; besonders wer von den Reijungen kirmesdienstags die Messe für den Rei versäumte oder zu ihr zu spät erschien, den Opfergang zum Altare nicht mitmachte oder sich während der hl. Handlung unanständig betrug, wurde zur Strafe gebritscht; er wurde in der Nähe der Kirche auf die Britschbank gelegt u. auf das Gesäss gebritscht, u. zwar gleich nach der Messe in Gegenwart sämtlicher Kirchenbesucher. Sache der Schultheissen war es, auf das Benehmen der R.jungen während der Messe acht zu geben; er ging in der Kirche umher, die Britsche als Zeichen seiner Würde an der Seite tragend. Nach 10 Uhr abends durfte sich kein Bursche unter 18 Jahren auf der Strasse blicken lassen, auch nicht rauchen, wenn er nicht von einem Reijungen geprügelt sein wollte. Morgens am Festtage zieht der R. geschlossen zur Messe, nachmittags zur Complet, wonach im Stammlokal das Fest beginnt, wozu der R. die Musikanten bestellt hat, die er auch bezahlt, u. wo er das Tanzgeld für seine Kasse einzieht; der R. mach et Gelog Verbr. (die Einrichtung war schon vor dem Kriege im Veralten, tritt aber heute wieder hervor).
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DialektRei II
Rheinisches Wb.
Rei II das Wort, ndl., mndl rei m. ‘Reigentanz, Streitgewühl’, mhd. reie, reige m., mnd. rei, reie, zu vergleichen mit f…
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Kompositum 4
Wortbildung
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Cotta, M. (2026). „reiii". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/reiii/rhwb
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Cotta, Marcel. „reiii". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/reiii/rhwb. Abgerufen 18. May 2026.
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Cotta, Marcel. „reiii". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/reiii/rhwb.
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