Eintrag · Rheinisches Wb.
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reich III das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk raiχ, –ęi- (-ē- Birkf-Idar); Mosfrk -ęi-, –ei-; n. der Diphthongierungs-L. riχ, sehr selten -e- [NLRip auch rijχ, rīχ; NPrüm, Malm -e-; Siegld, an der Sieg bis Altk-Birken, Waldbr, Gummb, uWupp riχə; Gummb-Nümbrecht -e-]; n. Benr-L. (mit Ausnahme von Gummb) rīk [Wermelsk rīkə; Düss-Stdt rik u. riχ] Adj.: 1. wie nhd. a. von Menschen, vermögend; verstärkt bölk-, schwer-, schweinzig-, steinr. (s. d. W.); er es gelig (jählich) r. Koch-Brohl, Neuw-Datzeroth, Grevbr-Allr, — hamlich (heiml.), stell (hörsch) r. Trier, Allg. RA.: Der es mih wie r. Rip, Allg., — ewerriche Siegld, — so r. wie en Schwein Ottw-Aschb, — ene Fugger Kemp-SHubert, — Krupp Ess, — Rotschild Saarbr, — e kölsche Dochmächer (Tuch-) MülhRh (veralt.), — Pitter am Deich May, — de Siebel am Dik Elbf, — Anton (ein Edelmann von Kompanien, der einen Degen mit goldenem Knauf hatte, den er zu einer Monstranz in die Kirche von Schleid-Wollseifen schenkte) Jül, — Kegelskobes am Dich, de schäpp sich et Fett von der Zupp MüEif, Jann op den Dik, den hatt en Kuh, die hörde höm niet tuw, un en Kalf, dat h. höm mar half von einem Prahlhans Mörs, — as Peter an den Dick, eine Kuhw in de Melk en de andere hört öm niet tuw Emmerich, — wie der richsten drei uWupp, — Gold Waldbr-Dreisel, — Wasser dep (tief) (es) Köln, Dür, Aach, SNfrk, Geld, dat e selfs net wess, wie r. he es Rip, Allg., — dat e stenk OBerg, RRip, — e bölt (schreit) Neuw-Asb, — bölkt NBerg, Ruhr, vüre (ovve) r. on henge (onge) (hinten) fich! vorn hui, hinten fui Dür, Bergh, Grevbr. Die Wachtel sät: r. ben ek! Mörs-Xanten, SNfrk. Wenn sich bei einer geplanten Heirat die Familie der Braut zu Unrecht den Anschein von Wohlhabenheit gibt, so wird über die Br. gespöttelt: schen is se nit, r. awwer doch; Geld hot se käns, breicht's (bräuchte) a. doch Simm-Laub. Wen r. es, sät et nit, on wen et niet es, es gern doför gehalde Mörs-Rheinbg. Dat es en armen Mann, ok wann e r. es weil er krank ist; Reichtum schützt nicht vor langer Krankheit Gummb. Ech ben der Könnek (König) ze r.! Ausdr. der höchsten Zufriedenheit, ich könnte vom K. beneidet werden; hätt ich jetz en Pif Tuback, dann wör ich dem K. ze r. Dür, Jül, Aach, Geilk. Ärm in Ehre es beter as r. in Schand Klev. Für r. ze sein, muss mer viel hun; wat mer winniger hot, wat mer ormer as Bitb-NWeis. Wer genog hät, es ne zofridde Mann; r. es, wer andere gevve kann Köln-Stdt. Net wer vell hät, es r., ävver wer winnig bruch Bo-Dransd. R. sein mächt net glecklich; et brauch och net onglecklich ze mache Mosfrk (o. O.). Wo mer alles wesst, hätt mer frih (Zeit), r. ze gen WEif, Saar, Eif, Kreuzn, Dür-Lucherbg, Mörs-Xanten. Arm, Gott erbarm; r., löppt alles teglick! Sol, Ess; bas dau r., komm bei meich; bas dau arm, dich Gott erborm! Trier-Schleidw, — gohn ich met zur Lich, bes de ärm, dat sich Gott erbärm! Wippf-Loope. Beaste r., su b. mer lef (lieb), magste sein en Schelm oder Def (Dieb) (b. arm, da laf (laufe) dech warm)! May-Trimbs, — dau wiars e Schelm oder e Dief Trier-Schleidw, Merz-Losh; bes de r., da kumm bei meich, un beste och dem Deiwel gleich! Mos. Wieren al r., w. al gleich; w. al um en (einen einzigen) Dösch gesessen, wen brächt en dan dat Essen? Trier-Schleidw. Et ös ken Frau esu r., se ös ener Koh glich Köln, Bergh, Dür, Düss. Wo kann ek r. sen (sät der Holländer Kref-Osterath), ech han jo noch min iərschte Frau Kref, Mettm, Rees. Wit (weit) es r. je weiter einer herkommt, je höher pflegt man seinen Reichtum zu schätzen, bes. von dem einen der Brautleute Grevbr, MGladb, Kref, Kemp, Duisb; wit van dann es emmer r. Geld-Leuth, Heinsb-Millen; w. vom Hus es r. dehem Bo-Stdt; jedde Stond w., hongert Daler r. Kref. — Mer weərd iəhder stif wie r. Aach. De get (wird) nach r. oder schääl oder ganz arm, der immer nur schafft u. sorgt Wittl, Daun, Prüm. R. worden es gen Könst, mar half r. w. es K. Klev, — ävvel r. blive Heinsb. Keine Verschwender werd r. un k. R.ə werd r. Köln-Stdt. Halt et Brut gleich, dann werschte r.! Merz. We well weărn r., moss zweimol backe zegliche möglichst wenig frisches Brot essen Siegld. Vom Arbede (Schaffe) es si Levve noch kener r. wuərde Rip, Allg. Van Werke (arbeiten) weərd mer esu gau (schnell) net r., ävvel wahl at ens van Traue (heiraten) Aach. Vum Schaffe get käner r., sust wer den Esel r.ər wie de Miller (sei Her) Rhfrk, Mosfrk, — dann wär dem ale Horni sei E. r.ər wie der ale H. Bernk-Graach. Dem de Fraue sterve un al Perd got dunn, de kann r. weərde Köln-Stdt, Gummb-Berghsn. Wenn den Her ärmer on de Knech r. wörd, dann döge sej allebej nit Mörs, MGladb, Erk, Köln. Vam Schaden r. werden einer, der behauptet, zu billig zu verkaufen u. doch r. wird Sol. Dörch Sch. werd mer lus (schlau), ävver net r. Aach-Büsb. Et es noch keiner r. worde, de fröh schlofe geiht un spät opsteiht Köln. Henger (hinter) em Ovve es noch kener r. wuərde, ävver h. dem Plog MülhRh. Wer sich jet niəhnt (näht) a je Lif, weərd zi Leəve net r. Aach-Stdt. Wenn de nit r. wiərd, dann fählt et em an Geil (Gelde) spött. Mettm-Kuchhsn. — Et hät sich noch keiner r. gearbeit Rip, Allg. Spatz (spitz) gemess un glat gestrach (gestrichen beim Messen) hot noch kene r. gemach Wittl-Binsf. Jeder Geck (Narr, Esel) kann sich r. erwen Allg. Wer net r. hirot odder erf, blib ärm, bis dat he sterf Jül. Den häbben de Klocke r. gelüt (geläutet, er hat von Verstorbenen viel geerbt) Klev, Rees. Hej rekent (schätzt, rechnet) sich r. un tällt (zählt) sich ärm der bei seinen Plänen nur den günstigsten Fall berücksichtigt Klev, Geld, Mörs, Köln. Freit wit (weit), traut (heiratet) r.! Geld-Hartef. — Ene r.ə Mann (Bur usf.); dat es de r.ste Familig em Dorp (usf.) Rip, Allg.; ene r.ən benauden Bur r. u. geizig Klev; ene r.ə Knoə (Knoter) r. Bauer Aach-Merkst. RA.: Hier wohnt ene r.ə Man, den ons völ gewe kann usf. Heischeld. Klev, Allg. Wem de Fraue döchtig sterve en de Beə (Bienen) gout schwärme, dat weərt ene r.ə Manne Eup. Wenn der Bur et Speck en Greve schnick (schneidet) en et Mehl en Waffele beckt, weərt gene r.ə M. ebd. E Beadelmann on e Spillmann sean sei Leəven noch kän r. Männer gean Merz-Morscholz. Ihr hat den r.ən Mann am Brut das Brot ist mit Schimmel versehen Westerw, Ess. R.ə Lück (Leute) han vill Fründ Köln-Stdt, MGladb, — hon fein Sache; wat se net hon, lossen se sich machen Bernk, Köln-Stdt. R.ə Lü hät fette Katten (Katzen) Ess. De r.ə Lü haue (halten) ger Fröndschaf, mär me moss hön us jen Täische blive Monsch. R.ə Lück jet schenke hölt schwer Köln-Stdt. Dor sette te kike (schauen) as r.ə Lüs Kinder, die verärmt sin rat- u. hilflos Rees. Er es got für ene r.ə Manns Dut ze holle er ist langsam, träge Jül, Aach, Erk. Mit r.ə Lüd es dat so, do kannste maken, wat de wells, die fallen ömmer met et Gesech in de Botter denen geschieht nichts Düss-Stdt. Mi Geld es esu gott, wie dat va r.ə Lü sagt der, dem man sagt, dass die Ware, die er zu kaufen beabsichtigt, seinem Stande nicht entspreche Aach. R.ə Vader, r.ə Moder, gevve r.ə Kinder Köln, Elbf. Wat häs duə ne r.ə Vatter gehat! zu dem, der gelb-blondes Haar hat Rheinb-Kuchenh. E r.ər Onkel er äm vill wert Wend-Remmesw. En grusse Schauer (Scheune) zeigt en r.ə Bauer May-Polch. Liewer e r. Beierche als e arme Bauer lieber ein Bauer in kleinen, aber geordneten Verhältnissen als ein B. in grossen V. mit Schulden Kreuzn. Wete (weisse) Mösche (Spatzen) on r.ə Schuster send rare Vügel Grevbr-Wickr. Met r.ən Hären es nit got Keeschen esse, die spritzen eine met de Käne Köln-Stdt. Et es ene r.ə Beddeler, der wet (weiss) wo er sine Körf sett (setzt) Heinsb-Wassenbg. Ärm Lück (Leute) mache r.ə Hellege sie opfern mehr als die Reichen Köln-Stdt. — Et ös en R.ər gestorwen gesagt, wenn beim Kartensp. ein Spieler, der bereits viel gewonnen hat, einmal ein Spiel verliert Westerw. De R.ə sen got Löck (Leute); wat mer sich frot (fragt, erbittet), dat kret mer gegen Schleid-Hellenth. Dem R.ə wich (weiche) on hal dich gereng, dat er dich net en et Onglöck brenk! Dür-Golzh. Nem R.ə jet schenken es Botter an der Galge geschmert Köln-Stdt. — b. von Dingen, in RA.: En Sonndagslech (-leiche) mächt de Kerchhoff r. Prüm, Allg. Dat get alles of en r. Herot (Heirat) geschlohn das leichtsinnige Leben mit Schulden wird durch eine r. Heirat ausgemerzt Saarbg (he hät en r.ə H. gemach Allg.). De es en er. Johr gebore er ist verschwenderisch Eup. Dä es en er. Johr jonk jewäs verschwenderisch Kemp-Breyell. Wiər Erp (Kr. Eusk) an Bäich (Bächen) un Wasser r., su wiər im gar ke Dörp glich. Erkrath im Dreck, Ratingen im Sand, Hubbelrath im Speck (Dich), dat send de r.sten Kirchen em Land (die send glich r.) Düss. — 2.a. vornehm; r. duəhn; wat deht der ävver r.! Kemp- Lobberich; de kiəhrt emmer de r.ə Mann erus Rip, Allg.; de Lü spreəke r. hochdeutsch Kref, Köln-Stdt; schwätz net su r.! sprich nicht wie die Vornehmen, sondern wie dir der Schnabel gewachsen ist Zell-Trarb. — b. arm u. r., niedrig (in einfachen Lebensverhältnissen stehend) u. vornehm, höher (in sicherer, mehr als auskommenden L. st.); de Armen on de R.ən Rip, Allg. RQ.: Arm of r., im Himmel üs alles glik Mülh-Ruhr, Klevld. De R.ə weiss nit, wie't dem ärme Mann zo Mot es Köln-Stdt. Wann de R.ə net wäre, hätt der ärm Mann nüs Schleid. Jederein sök (sucht) singes Glicke, bei de Ärme un de R.ə Köln-Stdt. De r. Leit hon de schinst Renner (Rinder), de arm L. hon de sch. Kenner (Kinder) Mosfrk, Rhfrk. R. L. kren ihr Sorgen in der Scheess gefohren; arm L. missen se of em Buckel drohn Bernk; de Arme, de drinn et (ihr Lad), on de R.ə fohren et ean de Schäss May-Trimbs. Wat r.ə Lütt hant verschleten (verschlissen), hant ärm L. gau (schnell) terreten (zerrissen) Kref, Köln. Sterft ne R.ə, geht alles henger der Liche (Leiche); st. ne Ärme, deht sich Gott erbärme Dür. Et se well (jetzt) vill r.ər Leit bestot (verheiratet) gen, äh vill armer L. gestorwen Bitb-Roth. R.ə git mer, Ärme nimmp mer Köln-Stdt. Den R.ən schmänd (gibt fettreiche Milch) der Oasse (Ochs) lichter wie em Armen de Koh Altk-Birken. Dem R.ə wich (weiche) on hal dech gereng, dat he dich net en Onglöck breng Dür-Golzh. Fruhger fuhren die Armen die R.n, un non fahren die R.ən die A.ən früher fuhren die Hauderer die R., nun führt die Eisenbahn auch die A. Meiderich. R.ə Mädercher on Armmanns Käs sein am schwöndsten reif Neuw-Rodenb, Simm, Eup-Moresnet. De R.ə stopp et in den Täsch, den Ärmen schmitt et weg den Auswurf Mörs, Klevld. R. Leit han de schenst Renner (Rinder), un de Arme de meist Kenner (Kinder) Mosfrk. Rikemanns Kenger on Arm(e)mannes Renger (Rinder) (Hot Holz Heinsb, Geld, Mörs) send fröh grut Sol, Verbr. R.manns Fraulü un A.manns Kalwer weren nü alt Gummb-Wiehl, — komme rasch an e Man Mörs-Vluyn, Eup. R. Mädcher un Armleits Käs gihn am schwinnste (schwindesten) af Mosfrk. Reichemanns Kend on Armmanns Rend sen fröh rif (reif) Sieg-ODollend; richer Li Kenner on armer Lü Renner kommen freh a der Ma (Mann) Siegld. En A.manns Frau krit twei Kenger on en R.manns Koh twei Kalver Sol. R.lüts Krankheit on A.lüts Pannekouken ruken wit Mettm, Duisb, Klev. Dei R.manns Kränkd on dei Ärmerleits Schold es der Welt bekannt Saarbg-Faha. Ärmlüəts Wonsch en Richermanns krige wo zwei Kinder, ein Knabe u. ein Mädchen, der Ehe entspriessen Koch-Stdt. Richemanns Sehnche spött. übermütiger Sohn reicher Eltern Siegld.
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Cotta, M. (2026). „reichiii". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 20. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/reichiii/rhwb?formid=R02704
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Cotta, Marcel. „reichiii". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/reichiii/rhwb?formid=R02704. Abgerufen 20. May 2026.
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