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rēdelĩk

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Eintrag · Mittelniederdeutsches Wb.

rēdelĩk adj.

Bd. 2-2, Sp. 1961
rēdelĩk -lek, -lich, rēdelk, reddelĩk, -lich (flekt. -ch- -g-), reddelk, rēdlĩk, -lich, °rêlĩk (Jur. Rostock 1, 224), °rellĩk (Zs. vaterl. Gesch. 75, 2, 152), adj. (Kompar. -er; Superl. -est); rēdelĩken, -leken, -lĩke, -lĩk, -lichen, -lich, reddelĩken, -lĩk, rēdelken (rēdilken), reddelken, rēdlĩken, -lichen, -lich, adv.: 1. vernünftig, vernunftbegabt, „racionalis vel racionabilis, racionatiuus” (SL: Hamb. dt.lat. Gl.), „Reddelik der racionale animal” (Voc. Strals. ed. Damme), „Wys reddelik racionalis racionabilis sane mentis” (ebd.); — vernunftgeleitet, „Reddeliken segghen vnde doͤn raciocinari racione uti racionabiliter agere” (Voc. Strals. ed. Damme), men lēst an der ōlden rethorica Tulii witlichê(i)t unde kundichê(i)t sunder beschê(i)dene r.e wōrt heft den lü̂den unde den stēden klê(i)ne gevrōmet (Herf. Rechtsb. 4); (geistiges Leistungsvermögen:) dat ik blîve bî r.er sprâke unde bî rechteme sinne wente an mînen lesten ende (Gebetb. ed. Löfstedt 11), (in Testaments- und Urkundenformeln:) H. W. ... wol was hê an sînem licham krank jodoch van der gnâde gādes vornuftich r. unde klôk van sinne heft gesettet sînen lâtesten willen (Riedel I 14, 495); — mit geistigem Vermögen begabt das zu höherer Einsicht befähigt, ên r. sêle/minsche/ creatûr, „anima rationalis ein redelike sele — anima intellictiva ein vornufftige ssele” (Nd. Jb. 16, 112: Lüb. Schulvok. 1511), de r.e sêle dê van êwichê(i)den gewēst heft in den götlĩken herten ... is gesant in dat vlê(i)sch unde den licham tôgevö̂get (Jord. v. Quedlinbg. 87), got heft den menschen gegēven êne r.e kracht dat hê anders nicht tôlâten ofte consentêren en solde dan dat up rēden stonde (Veghe 140). 2. ordnungsgemäß, den Anforderungen entsprechend, „rite racionabiliter legitime iuste iuridice” (Voc. Strals. ed. Damme), dê unse ampt bogērt int êrste schal hê bî êneme r.en mê(i)ster sîn ampt recht unde r.en ût gelêret hebben (Lüb. ZR 243); in dat r.e setten in Ordnung bringen, dat hê sê dâr āne nicht envorhâste unde ên sôdânes mit ȫn in dat r.e sette unde gik hîr gûtwillich āne bevinden lâten (Ub. Hildesh. 4, 457); r.e rēkenschop dôn ordnungsgemäße Rechnung legen (Meckl. Ub. 18, 559), dat de rēkenschop bestendich unde r. sî (Ub. Quedlinbg. 1, 296); — (Münzen:) gängig, vollwertig, und wî schȫlen de berê(i)dinge dôn mit rê(i)den lü̂beschen penningen dê dan genge und gêve sint ēder mit lü̂beschem golde und schȫlen ēn de penninge und dat golt berê(i)den nâ r.em wērde und nâ wēringe der lü̂beschen sülverpenninge dê aldüs ȫver nēgen jâren gülden und gingen (Meckl. []Ub. 18, 8), gelden ümme r.e penninge (Ub. Hildesh. 2, 375); — hochwertig, dem schal unde wil de vȫrgeschr. meyer unde meyersche bî dēme hōve unde tô des kindes behôf lâten drê r.e pērde (Ub. Bielefeld 442), 2 ossen dê r. sîn (Chr. d. d. St. 6, 112). 3. rechtmäßig, der Rechtsordnung entsprechend, dãrümme sô sîn van natûren knechte unde sȫlen den winneren dênen alsô hêren unde dit hebbet de vörsten gesat r.en (Aegid. Rom. 115); rechtl. abgesichert, anerkannt, de hêre mach wol panden sînen man dê under ēm besēten is dewîle hê sîn man is umb r.e schult âne brȫke (Rig. StR ed. Oelrichs 105), r. testament rechtsgültig (Riedel I 9, 94), dit schal mîn leste wille wēsen unde testament alse vērne als ik nê(i)n andere r.e testament māke (Lüneb. Donat 247), alle ōlde brêve dê r. sîn dê sê van der hêrschap hebben dê schȫle wî unde willen ēn gans hōlden alse sê ûtwîsen (Meckl. Ub. 18, 502); r.es kôpes mit ordnungsgemäßem Kaufvertrag, K. S. heft vorkoft r.es kôpes A. K. unde sînen erven sîn erve unde dat hûs (Anklam Stb. 1, 73); (häufig in Doppelformeln:) recht(e) und r.en, r.en und rechtlĩken/rēkelĩken recht- und ordnungsgemäß, de sülve Hinrîk Sasse lêt unde gaf r.en unde rechtlĩken in unser gēgenwērdichê(i)t Hanse sînem sȫne tô êner afsünderinge alsôdân gelt alse hîr nâ geschrēven is (Ub. Hildesh. 2, 358), dat wî hebben verkoft r.en unde reckelken ... alsôdân gût (Meckl. Jb. 32, 54); — dem üblichen Rechtsgang, dem rechtl. Verfahren entsprechend, r.e ansprâke (Ub. Bielefeld 349), swê āver in 'me nēderen gerichte vervest is hê n'is in dem hö̂gesten nicht vervest hê ne wērde r.e ingebracht (Ssp. 1, III 24 § 1). 4. angemessen, gehörig, wêre dat nicht r.er unde behö̂rlĩker dat ik dat lēde dê dit quât al gemāket hebbe wen sê dê unschüldich is (Paris und Vienna 103), bōden ... dê alle de sāke rechtvērdigen schȫlen ofte wēme tô kort geschên sî dat ēme dãrümme weddervāre alse r. is unde wat dâr ôk tô richtende is (Lüb. Ub. 4, 192), in êneme r.en auf angemessene Weise, welde hê dâr ümme bî uns kōmen jûwer lêve tô willen sô welde wê dat gērne mit ȫme handelen in êneme r.en (Ub. Hildesh. 3, 220); — (Preise, Kosten, Löhne:) r. lôn/entlôninge, vȫr ênen r.en penninc und nicht tô dü̂re verkôpen (Hamb. ZR 164), dēme schal hê sê vormêden tô ēr tit ümme r.en tins (Ub. Hildesh. 3, 66), sê schȫlen sik benö̂gen lâten an ērem r.en bestemmeden solde (Lüb. KO ed. Hauschild 10), (substantiv.:) wente denne dēme râde tô vēlen tîden vȫrbracht is dat de börgere van den vȫrsprâken mit ȫverlône beswâret wērden sô heft de rât dat lôn der vȫrsprâken up en r. gesettet in desser wîse (Hamb. []sprBurspr. ed. Bolland 2, 88), ümme ên r.(es) zum angemessenen Preis, zur angemessenen Entlohnung. 5. ausreichend, genügend, tôm 26. gesecht de tü̂ch hebbe ên r. hennekāment des jâres bāven 100 mk. lü̂bisch (Hamb. Domkapitel 139), wen neyn gelt dâr is edder tô ringe sô schȫlen de prēdikanten dat dēme volke anseggen dat sê in de gemeyne kaste tô hülpe kāmen eyneme ārmen hûsārmen r. stü̂r tô don (Sehling 6, 1, 452); r. sāke/ōrsāke hinreichende Begründung, guter Grund, alse ên katte ênen hānen gevangen hadde unde wolde ēm vinden r.e sāke dat sê ēne mit rechte sunder ēre schult ēten mochte (Derendorf 407), dâr antwērde ik alsô tô wes des geschên is nicht âne r.e ōrsāke den mit gûdem rechte geschên (Rig. StR ed. Oelrichs 178), (substantiv.:) alsô mosten de hêren de dāge wēsen lâten sê en konden dâr nicht r.es in seggen (Chr. d. d. St. 36, 97), rechtl. genügende Anschuldigung, dô setteden sê hêr Hinrîk in den tōrne ... dat ēm doch unvorschüldes geschach sünder r.e sāke (Meckl. Jb. 55, 104). 6. *reichlich, besonders, ên grôt pestilenzi was in düssem jâr tô Lüpke und tô Lü̂neborch ôch straft hîr tô Hildesh. dat jâr r. (J. Brandis 71), van r.en dâden und wunderwerken (Beninga ed. Hahn 1, 107). 7. rechtschaffen, untadelig, r.e vrāme unberüchtede êrlĩke börgere (Lüb. KO ed. Hauschild 179), de dîakene schȫlen sîn r. dê ên gût rüchte hebben dat sê alse êrlĩke vrāme lü̂de in allen dingen nicht unrecht handelen (Sehling 6, 1, 449), nicht hölt men den vȫr ênen r.en man dê ê(i)nen wil tôrügge angân (Narrenschyp 196), (substantiv.:) dê wat r.es gelêret heft und datsülve gebrûket dê blift wol den geschiklichê(i)t dȫget und kunst bringt mit sik gelt gût êr und gunst (Nic. Gryse Laienbibel 1, M 3r); — maßvoll, zurückhaltend, de mê(i)sters seggen dat dit ên sunt minsche is dêde wolgeschicket is an sînem licham unde dê de mêtlĩk unde r. mit ēten unde mit drinkende is (Schaph. Kal. 1523 70), in dēme kapittele saltû nicht vēle sprēken it en sî den grôte nôt unde nütte dat schal wēsen ôtmö̂dichlĩken unde gans r.en ‚mansuete' (Nonnensp. 207); — vgl. °rēdechlĩken.
7235 Zeichen · 193 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    redelik

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +1 Parallelbeleg

    redelik, 1. vernünftig, mit Vernunft begabt, rationalis. 2. (der Vernunft) angemessen, rechtmässig, wol begründet. 3. ve…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit redelik

9 Bildungen · 4 Erstglied · 3 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von redelik 2 Komponenten

rede+lik

redelik setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

redelik‑ als Erstglied (4 von 4)

rēdelĩkhêⁱt

MNWB

redelik·heit

rēdelĩkhêⁱt ( redelikeid ), rēdelchê(i)t ( redelgheit ), reddelchê(i)t, reddelĩkhê(i)t, rēt-, ret- ( reddlicheit ), reddelekhê(i)t ( reddele…

redelikhêd

KöblerAfries

redelikhêd , st. F. (i) nhd. Recht, Redlichkeit, Billigkeit ne. rightness Hw.: vgl. mnd. rēdelichêit, mnl. redelijcheit, mhd. redelîcheit Q.…

redelik als Zweitglied (3 von 3)

unrēdelĩk

MNWB

unrede·lik

unrēdelĩk , -lich , -reddelĩk , -rētlĩk , -lich , ° unrēlĩk (Sudendorf 8, 24), ° onrēdelĩk (westl.), adj. : 1. (Personen und ihr Verhalten:)…

untôtrēdelĩk

MNWB

° untôtrēdelĩk , adj. : unzugänglich, „ Here, wor gheystu? Ik beghere, di to sokende, vnde din woninghe is vntotredelik ” (Mante Geb. 177).

unvrēdelĩk

MNWB

unvrede·lik

unvrēdelĩk , -vrētlĩk , -vrētlich , adj. : 1. unzufrieden , „ de gracie godes unde de hillighe gheest en wilt nicht wesen noch wonen in eyne…

Ableitungen von redelik (2 von 2)

unrēdelĩk

MNWB

unrēdelĩk , -lich , -reddelĩk , -rētlĩk , -lich , ° unrēlĩk (Sudendorf 8, 24), ° onrēdelĩk (westl.), adj. : 1. (Personen und ihr Verhalten:)…

unredeliken

KöblerMnd

unredeliken , Adv. Vw.: s. unrēdelīken