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rechtvērdich

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Eintrag · Mittelniederdeutsches Wb.

rechtvērdich adj.

Bd. 2-2, Sp. 1932
rechtvērdich (rech-), °-vārdich (Hanserec. II 4, 407 u. Dähnert 375), °-vȫrdich (Riedel I 19, 391), adj. (flekt. -g- -eg-; Kompar. -ger; Superl. -gest); rechtvērdigen, -vērdegen, -vēr- []dich, rechvērdigen, adv.: 1. richtig, genau, „iustus equus rectus” (Voc. Strals. ed. Damme), ik vrüchte wol de sāke nicht r.-gen vȫr jûw gekōmen sî (Lüb. Ub. 6, 586), (adverb.:) der artikel recht begin r. hîr vunden wert (Ssp. Gl.-Prol. 195, V. 213); — gut ausgeführt, von guter Beschaffenheit, r. unde unvorvalschet gût, dat de hērinc nicht sô gût is dat sê den vȫr gûden r.-gen hērinc vorkôpen mȫgen (Hans. Ub. 7, 1, 117). 2. gesund, welker vrouwen ȫre matrix nicht wol r. en is dê drinke vefteyne piônienkōrne mit wîne (Prompt. med. ed. Seidensticker 185), wēdewinde ... legge wārm uppe bö̂se vüchte swēren dê māket dê r. unde is gût wê sik wûr gebrant heft (ebd. 234). 3. gebührend, angemessen, „Ritus, debitus gherechtverdich / rechtverdich” (De Man 216), welk schip dem vȫrgenanden L. S. nâ irkentnisse r.-ger sāken wart weddergegēven (Livl. Ub. I 12, 31), r.-ge sāke guter Grund, begründeter Anlaß, bî gōde efte sînen hilgen schaltû nicht lichtlĩken âne r.-ge sāke swēren (Sp. d. Leyen 57), sô dat ... de rât sik dartigen uphêlt wente de rât r.-ge sāke hadde gute Gründe (Chr. d. d. St. 16, 322). 4. untadelig, rechtschaffen, Reyneke is ên r. man dê nê(i)n unrecht lîden kan (RV 15, V. 273), de drunkerde lâten sik sülven des dünken dat sê r. sîn wôr sê sitten wan de rechtvērdichê(i)t wêre in grôten drünken ... sô wêre sê nicht wērt ê(i)nen witten (Nd. Jb. 3, 15: Henselin, V. 10), de r. vârende kôpman der keine unerlaubten Handelsreisen unternimmt (Livl. Ständetage 3, 50). 5. gottgefällig, fromm (bei Luther meist gerecht, vgl. auch Schröder Bugenhagenbibel 144), van bûten wil gî r. schînen mêr in herten sîn vul bö̂shê(i)den (Veghe ? Lect. 121), ên r. minsche dê vȫr ênen gotlôsen valt is alse ên vorvlö̂met borne unde vordorven sprinc (Bugenhagen-Bibel Prov. 25, 26), lêve hêre ... dû bist des allê(i)ne mechtich dat dû mochst van den sünderen r.-ge lü̂de māken (Mante Geb. 272); (häufig substantiv.:) Gerechter (: sünder), et is vrö̂lichê(i)t in dem hēmel ȫver ê(i)nen sünder dê pênitencie dôt mêr dan ȫver vēle r.-gen (Veghe ? Wyng. 51), wê ê(i)nen r.-gen up nimpt in ênes r.-gen nāmen dê wart ênes r.-gen lôn entvangen (Hamb., Witt. NT 1523 Matth. 10, 41), vordö̂me de quâden nâ ērer quâthê(i)t unde de r.-gen nâ ērer rechtvērdichê(i)t (Lüb. Hist. 90). 6. rechtmäßig, dem geltenden Recht entsprechend, dat wî sāmender hant mit unsen erven den êrsāmen râtmannen der stat Kȫningesberge in der Nîgen Marke r.-ge schülde schüldich sint achtentich mark vinkenôgen (Riedel I 19, 391), wat schāden kost und tēringe dê von Rostok in sôdânem der hêrn van []Mēkelenborch r.-gem krîge gehat gelēden und gedân hebben sînt de hêrn van Mēkelenborch den van Rostok nicht plichtich wedder tô gēvende (Riedel III 2, 348), unse unde des kôpmans wolgewunnen r.-ge gût âne unse unde des kôpmans schult angevērdiget und rôflĩken genōmen (Ub. Göttingen 2, 157). 7. vorschriftsmäßig, dat hê sîn werk r. wāren wil unde schal (Lüb. ZR 161), ēre solt dat in r.-gen tonnen mit ērer stat merke getê(i)kent gepacket is (Hans. Ub. 7, 1, 298), rînsche güldene ... dê nicht gût sint an golde nicht r. unde swâr genôch an wichte (Hamb. Burspr. ed. Bolland 2, 95). 8. das Recht betreffend, rechtlich, dat sê alle jâre ... mȫgen besên twê bederve man ûte ērer brö̂derschop dê der brö̂derschop dinc schȫlet bewāren ê(i)n jâr ümme in r.-gen dingen (Rint. Stat. 96). 9. gerichtlich, unde lōven jûw in kraft desses brêves dat gî noch de jûwen nê(i)ne r.-ge māninge efte ansprâke dãrümme schȫlen lîden (Lüb. Ub. 10, 650); — °r. māken verurteilen, richten, „Rechtverdighen iustificare Rechtuerdichmaken jd.” (Voc. Strals. ed. Damme; vgl. Dähnert 375). 10. allen gleiches Recht gewährend, gerecht, „incorruptibilis” (Voc. Strals. ed. Damme), r. richten ein gerechtes Verfahren führen, ein gerechtes Urteil sprechen (Hamb. StR ed. Reincke 67), in dēme ammechte der vōgedîe was hê strenge in dem gerichte was hê r. (Chr. d. d. St. 36, 54), brûke dînes nāmen mit r.-er list wente richten van recht entsprungen ist (Narrenschyp 15); — (von Gott, von Christus:) wî wēten alle dat got r. is unde ȫm nêmant tô lêf noch tô lê(i)t is (SL: Proc. Bel.), dâr sat Christus de r.-ge richter up sîme richtstôle (Birgitta 177), got is ên r. richter stark unde düldich en schal hê sik nicht alle dāge tōrnen (Lüb. Bibel Ps. 7, 12).
4490 Zeichen · 152 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    rechtverdichAdj.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    rechtverdich , Adj. Vw.: s. rechtvērdich

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit rechtverdich

9 Bildungen · 5 Erstglied · 2 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von rechtverdich 2 Komponenten

recht+verdich

rechtverdich setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

rechtverdich‑ als Erstglied (5 von 5)

rechtvērdichêⁱt

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recht·verdicheit

rechtvērdichêⁱt ( rech- ), f. ( Gen. Sg. -hê[i]t ; Pl. -den ) : 1. Angemessenheit, Billigkeit, „iusticia equitas” (Voc. Strals. ed. Damme), …

rechtverdich als Zweitglied (2 von 2)

gerechtvērdich

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gerecht·verdich

° gerechtvērdich, adj. : gebührend, angemessen , gefällig, „Ritus, debitus gherechtverdich / rechtverdich ” (De Man 216). rechtvērdichmāker,…

²unrechtvērdich

MNWB

unrecht·verdich

2 unrechtvērdich , unrechtvērdigen , adv. : 1. in widerrechtlicher Weise, unrechtmäßig, „ Du schalt nicht stelen, noch unrechtwerdich winnen…

Ableitungen von rechtverdich (2 von 2)

gerechtvērdich

MNWB

° gerechtvērdich, adj. : gebührend, angemessen , gefällig, „Ritus, debitus gherechtverdich / rechtverdich ” (De Man 216). rechtvērdichmāker,…

²unrechtvērdich

MNWB

2 unrechtvērdich , unrechtvērdigen , adv. : 1. in widerrechtlicher Weise, unrechtmäßig, „ Du schalt nicht stelen, noch unrechtwerdich winnen…