Eintrag · Althochdeutsches Wörterbuch
razelin lat.
in der hinter einem lat. Rezept (9. Jh.) u. vor einem jüngeren Grabgedicht (12. Jh., zur Datierung vgl. Bischoff, Stud. II,38. 40) stehenden, teilweise ausgewischten Textzeile luzelin siue luselin (nach einer größeren Lücke folgt) razelin kernen fac Gl 4,455,21 (Sg 878, von zahlreichen Händen geschriebener Codex (vgl. Bischoff a. a. O. S. 36), wovon einzelne Teile u. ahd. Gll. nach Gl.Kat. 2,571 ff. dem 9. Jh. angehören) ist nicht sicher gedeutet; razelin ist vielleicht Diminutivbildg. zu razza ‘Siebenschläfer, Haselmaus?’; möglicherweise handelt es sich hier wie bei dem weiter oben ebenfalls ausgewischten plas en ars Gl 4,455,19 (vgl. dazu auch BNF (NF) 19,427) um einen derben Ausdruck, vgl. dazu mhd. retzelîn ‘kleine Ratte?’, metaphorisch gebraucht für das männliche Glied (vgl. Lexer, Mhd. Hwb. 2,412).